Anstoß

Frieden mit Russland!

Es gibt Tage, da erinnert man sich daran, wie der freiheitsliebende Freigeist August von Platen – Patriot und Weltbürger – im dumpfen Vormärz sein Gedicht EPILOG enden läßt: „Du weißt es längst, man kann hienieden / Nichts Schlechtres als ein Deutscher sein!“

Dies gilt vor allem dann, wenn man sich bei gewissen Menschen – ständig gegen den Brechreiz kämpfend – mit aller Gewalt zwingen muß, ihnen dieselbe Nationalität zuzugestehen wie unsereinem. Ein solcher Extremfall ist der Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß, der dem Altkanzler Gerhard Schröder sein Büro im Bundestag nehmen will.

Ploß, der seinen Namen eingeführt sehen will als Maßeinheit für politische Dummdreistigkeit, empören die völlig richtigen Worte Schröders: „Ich hoffe sehr, dass man endlich auch das Säbelrasseln in der Ukraine wirklich einstellt. Denn was ich dort vernehmen muss, auch an Schuldzuweisungen an Deutschland, wegen der ja vernünftigen Absage an Waffenlieferungen, das schlägt manchmal doch dem Fass den Boden aus.“

Diese Wahrheit findet Ploß „nur noch peinlich und eines Altkanzlers unwürdig“. „Bestenfalls peinlich“ erscheint auch dem (ge)wichtigen grünen Europa-Politiker Reinhard Bütikofer, angeblich „zurückhaltend“ in Bezug auf Waffenlieferungen, die Lieferung der 5.000 Schutzhelme an die Ukraine. Das verdient eine hohe Einstufung auf der nach oben offenen Ploß-Skala. Den Stahlhelm auf und los in zurückhaltende Kriegsvorbereitungen und Wirtschaftskrieg scheint Bütikofers Devise. Auf daß nach Nordstream2-Verhinderung die Temperatur in Deutschlands Wohnungen unter null fallen kann! So sinkt die Erderwärmung – gut fürs Klima!

Kein Land hat mehr unter der deutschen Armee gelitten als Rußland im Zweiten Weltkrieg. Aber es hat auch kein Land so unter der russischen Armee gelitten wie Deutschland in diesem Krieg, im Nachkrieg mit Massenvergewaltigungen, Annexion und Vertreibungen sowie in über 40 Jahren Besatzungszeit. Der deutsche Einmarsch 1941 war zwar kein anlaßloser Überfall, wie es die faktenresistenten Ideologen immer noch verbreiten, aber als Präventivkrieg trotzdem eine verbrecherische Dummheit Hitlers, die ganz Europa in die Katastrophe riß.

Damit sich diese Tragödie nicht wiederholt, ist gegenüber Rußland in deutschem Eigeninteresse Friedenspolitik unerläßlich. Es ist zu verstehen, daß etliche Nachbarn Rußlands, die wie Tschechien und die Slowakei der Ukraine mit Waffen beistehen, aus ihren Erfahrungen mit den roten Zaren Befürchtungen haben. Aber das ist ihre Sache und nicht unsere.

Wir Deutsche sind für uns verantwortlich – nicht für die Freiheit und Sicherheit anderer Länder. Die müssen für sich selbst sorgen. Jeder gewaltsame Menschenrechtsexport, jeder Freiheitsimperialismus hat immer nur zu Unfrieden und Elend geführt – ob in Bosnien oder im Kosovo, ob im Irak oder in Afghanistan.

An Aufgaben im eigenen Land ist ohnehin kein Mangel.

  • Da ist der fast ungehemmte Vormarsch des Islamo-Faschismus, der Muslimbrüder, von DITIB. Zara Riffler hat in einer genauen Analyse in „Tichys Einblick“ am 27. Januar 2022 nachgewiesen, welche islamistischen Drahtzieher sowohl hinter der von der EU mit 340.000 Euro geförderten Pro-Kopftuch-Kampagne des Europarates stecken, als auch hinter einer ähnlichen Initiative, die von FUNK, dem Jugendangebot von ARD und ZDF, betrieben wird.
  • Da ist das mediale Dauerbombardement gegen das Christentum und die Kirchen, das sich als Feindzeugen etlicher Meuthen im Bischofsrock bedient. Großartig ist die Antwort darauf, die Anba Damian, Diözesanbischof von Norddeutschland der Koptischen Kirche, am 26. Januar der tendenziösen Berichterstattung der deutschen Medien entgegensetzte: „Jede Form von Kindesmißbrauch … ist schonungslos und in aller Transparenz aufzuklären. Wogegen wir uns allerdings verwehren ist jeder Generalverdacht, jede Pauschalisierung und jede einseitige Perspektive. Es mag dutzende pädophile Straftäter im Priestergewand geben. Aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch 99 % der pädophilen Straftaten von Laien, in den meisten Fällen sogar von Familienmitgliedern, begangen werden. Noch weniger dürfen wir aus den Augen verlieren, dass trotz dieser Verfehlungen Einzelner die überwiegende Anzahl der katholischen Priester ihren aufopferungsvollen Dienst in tadelloser Integrität verrichtet, ein Segen für die Gemeinden und Gläubigen ist und einen unersetzlichen Dienst für unsere Gesellschaft leistet.“
  • Da ist die Abrichtung einer ganzen Bevölkerung wie in der Hundeschule. Ob es ums Maskentragen sogar im Freien, ob es um „freiwillige“ (sprich mit Androhung beruflicher Nachteile und von Shitstorm-Brandmarkung durchgesetzte) Genderverrenkungen geht, um Netzzensur, um Verengung des Meinungskorridors auf dumpfe „woke“ Dogmen – immer marschiert eine Staatsmacht aus Schlapphüten und Knüppelschwingern auf, assistiert von einer Bürgerwehr aus linkischen Denunzianten und unbewußten Hitlerimitatoren.
  • Während Rußland Deutschland stets günstige, verläßliche Handelskonditionen bot und unsere Wirtschaft nicht im mindesten bedroht hat, machte der Merkelismus unter amerikanischer Knute die infamen Sanktionen mit, die in Syrien Kinder hungern und sterben lassen und in Rußland ökonomische Verwerfungen begünstigen. All diese Sanktionen müssen sofort fallen – und dann muß man sich den realen wirtschaftlichen Gegnern zuwenden: den USA mit ihrer unfairen bis räuberischen Justiz, den Chinesen auf ihrer Aufkauftour in Europa bei gleichzeitiger Abschottung im heimischen Markt, den Bankrotteuren aus Südeuropa, die über Brüssels Finanzgeflecht den deutschen Steuerzahler ausplündern wollen.
  • Die Bedrohung durch die ungebremste Zuwanderung vor allem junger, gewaltaffiner Muslime wächst weiter. Wir schulden es den tatsächlich politisch Verfolgten, den arbeitswilligen und qualifizierten Ausländern und Eingebürgerten in unserem Land, daß wir sie und uns von dieser Last befreien – durch Rückführung aller Illegalen und Abgelehnten (mit finanziellem Startkapital, aber auch mit Wiedereinreiseverbot), durch konsequente Grenzsicherung.

Angesichts dieses Bergs des Unerledigten muß die Frage erlaubt sein, ob an der Spitze einer Regierungspartei mit hunderttausend Mitgliedern ein Führungspärchen den Dingen gewachsen ist, bei dem auf dem Weg vom Kreißsaal in den Plenarsaal beide daran gescheitert sind, ihr Studium abzuschließen. Noch dazu, wenn die weibliche Teilhaberin bei der Abwehr böser Fragen nach ihrer Beteiligung an illegalen Corona-Prämien des Bundesvorstands eine gewisse Bildungsferne offenbart und analog zur Kokosnuß von „Bonussen“ spricht. Offen bisexuell zu sein, das sei angemerkt, ist auch bei Frauen kein Qualitätsmerkmal, sondern nur eine private Fußnote.

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