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Intolerante Deutsche

Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Einwanderungsländern sei größer als in Ländern mit geringer Zuwanderung, behauptet eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Die politische Stoßrichtung ist klar.

Für die Bertelsmann-Stiftung sind die Deutschen mal wieder nicht tolerant genug. Die Bereitschaft Vielfalt in ihrem Land zu akzeptieren, sei bei den Deutschen rückläufig. Politisch korrekt wird vor einem »Risiko für den Zusammenhalt« und »wachsenden Vorbehalten gegenüber Einwanderern« in Deutschland gewarnt.

Stephan Vopel, Programmleiter der Bertelsmann Stiftung, forderte daher eine »Willkommenskultur«, um attraktiver für Einwanderer zu sein. Die altbekannte Propaganda: nur durch Zuwanderung könne der Wirtschaftsstandort Deutschland gesichert werden.

Als Vorbild werden dann Länder wie Australien oder die Schweiz präsentiert, osteuropäische Staaten schnitten bei dem Vergleich meist schlecht ab. Die Studie soll suggerieren, daß Zuwanderung keine Gefahr darstelle, sondern im Gegenteil Vorteile bringe. Daß beispielsweise Kanada und Australien an ihre Einwanderer weit aus höhere Ansprüche stellen als Deutschland wird nicht hervorgehoben.

So sei der gesellschaftliche Zusammenhalt bei den Skandinaviern, Australiern und Nordamerikanern am größten, Deutschland liege lediglich auf Rang 14. Faktoren wie Wohlstand, Einkommensgleichheit und die Entwicklung hin zur einer modernen Wissensgesellschaft prägen laut Studie das gesellschaftliches Miteinander mehr als Migration. Was aber passiert, wenn der Wohlstand schmilzt? Darauf findet man keine Antworten.

Der »Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt« untersucht unter anderem soziale Beziehungsnetzwerke, das Vertrauen in Mitmenschen und Institutionen sowie Gerechtigkeitsempfinden und Solidarität. Dafür wurden Daten aus den letzten 25 Jahren von Wissenschaftlern der Jacobs University Bremen ausgewertet und international 34 Staaten verglichen.


2 Kommentare zu “Intolerante Deutsche

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