Anstoß

Soziale Dienstpflicht oder Wehrpflicht?

Bei der ersten „Volksabstimmung“ im Rahmen des Projekts „Die Polis“ stehen sich der sächsische CDU-Landtagsabgeordnete Sebastian Fischer und Felix Menzel, Redakteur der Blauen Narzisse, gegenüber. Sie diskutieren in Kurzvideos über die Frage nach einer „sozialen Dienstpflicht“ für Deutschland. In einer Woche wird ausgewertet, wer mit seinen Ansichten mehr Unterstützer sammeln konnte.

Bis 2011 war jeder taugliche junge Mann wehrpflichtig. Mit der Beschränkung der Wehrpflicht auf den Spannungs- und Verteidigungsfall fiel danach auch der Zivildienst weg. Bundesfreiwilligendienstleister, kurz Bufdis, erhalten die notwendige Arbeit in der Kinderbetreuung, in der Jugendarbeit, in der Pflege, im Gesundheitswesen, in Seniorenstiften und in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen noch mit Mühe, doch wie lange noch? Ist eine soziale Dienstpflicht das geeignete Mittel um diesen Missstand zu beheben? Entscheiden Sie!

Zu den Diskutanten:

Sebastian Fischer (35) plädiert für eine soziale Dienstpflicht. Er sitzt seit 2009 als Abgeordneter für Großenhain und Umgebung für die CDU im sächsischen Landtag und hat seine Wehrpflicht bei der Marine auf Sylt abgeleistet.

Der freie Publizist Felix Menzel (31) spricht sich gegen eine soziale Dienstpflicht und für mehr freiwilliges ehrenamtliches Engagement aus. Er ist zudem Verfechter der Wehrpflicht, obwohl er von der Bundeswehr nicht mehr gezogen wurde.

Die Abstimmung endete am 31. Januar 2017.

Für eine soziale Dienstpflicht sprachen sich aus: 24,6 %.

Für eine Wehrpflicht sprachen sich aus: 74,4 %.

 

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Hinweise zum Projekt „Die Polis“:

+ Die Videos können mit einem Klick auf die jeweilige Person gestartet werden. Beendet werden können die Videos mit einfachem Klick neben das Video!

+ Jeder kann mitmachen! Wollen Sie eine „Volksabstimmung“ auf BlaueNarzisse.de initiieren? Dann schicken Sie uns Ihren Vorschlag (redaktion@blauenarzisse.de)!

+ Jeder darf sich positionieren! Schicken Sie uns am besten ein einminütiges Video mit Ihrer Meinung zu dem Thema, das Ihnen am meisten unter den Nägeln brennt! Bitte senden Sie uns das Video über einen Filehosting-Dienst, z.B. Dropbox! Video per Smartphone aufnehmen, übermitteln, fertig! Wir kümmern uns um alles Weitere!

+ Wir würden dieses Projekt gern ausbauen! Unterstützen Sie deshalb unsere Arbeit! Wir haben einen gemeinnützigen Förderverein. Außerdem können Sie hier eine Sofort-Spende (Lastschrift) überweisen oder Paypal nutzen! Vielen Dank! 

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12 Kommentare zu “Soziale Dienstpflicht oder Wehrpflicht?

  1. Carlos Wefers Verástegui

    Der Wehrdienst ist unbedingt vorzuziehen. Ich selbst wollte von anfang an Wehrdienst leisten, die Erfahrung desselben hat mich entscheidend geprägt. Der erzieherische Wert des alten Wehrdienstes ist gar nicht hoch genug anzuschlagen.

  2. Ich bin für eine Kombi aus beiden, Frauen ohne Kinder und Wehrpflichtsverweigerer sollten für soziale Dienste eingezogen werden. Sowohl die Wehrpflicht, als auch der soziale Dienst sollten nur von Deutschen, deren Vorfahren seit dem 08. Mai 1945 ununterbrochen die deutsche Staatsangehörigkeit haben absolviert werden. Ausländer und Passdeutsche sollten einen achtzehn Monate langen Arbeitsdienst leisten.

  3. Fast jeder der seinen Grundwehrdienst absolvieren must, egal ob Ost oder West, wird bestätigen, dass der Wehrdienst für ihn verlorene Zeit war. Lieber eine schlagkräftige Berufsarmee, als eine lahme »Pflichtarmee«. Darüberhinaus sollte man auch bedenken, wann die Wehrpflichtigen in die Arbeitswelt eintreten.

  4. Angelika Forster

    Warum ist keine Antwort dafür vorgesehen, wenn man beides nicht befürwortet?

  5. Felix Menzel

    Dafür bräuchten wir ein entsprechendes Video und eine Person, die mit ihrem Gesicht dafür einsteht. Grundsätzlich sind auch mehr als zwei Antwortoptionen möglich.

  6. Da Azubis heutzutage ja scheinbar immer in den 20érn sind, kann ich das Argument »Eintritt in die Arbeitswelt« nicht ganz nachvollziehen. Davor drückt sich doch heute jeder, so lange wie er kann. Warum also kein 1 Jähriger Wehrdienst? Natürlich müßte der Wehrdienst dafür umfassend reformiert werden, so daß er nicht mehr als verlorene Zeit wahrgenommen werden würde. Das wäre wohl das Hauptproblem. Ich war bei den Fallschirmjägern und bin nicht der Meinung, daß es verlorene Zeit war. Kann mir aber gut vorstellen, das es den meisten ABCisten, die bei uns in der Kaserne waren, so vorgekommen ist.
    Also ich bin für die Wehrpflicht und das soziale Pflichtjahr für Frauen sowie diejenigen, die keinen Wehrdienst leisten wollen.

  7. pandahugger

    Da eine Wehrpflichtarmee in der BRD ohnehin nur zu anderen Zwecken als
    der Verteidigung des eigenen Territoriums missbraucht würde (Deutschland
    wird am Hindukusch verteidigt oder demnächst vielleicht in der South China
    Sea) trete ich für einen allgemeinen Sozialpflichtdienst ein, von dem Frauen
    mit Kindern zu dispensieren wären.

  8. Lothar Liedtke

    Die Fragestellung von Sebastian Fischer ist unvollständig, es müsste heissen: Allgemeine Dienstpflicht für Alle im sozialen Bereich, alternativ kann man den Wehrdienst wählen. Über eine sinnvolle Zeitdauer der Dienste wäre noch zu verhandeln. Dann hätte man das Gleiche wie früher, mit Wehrpflicht, nur diesmal mit umgekehrten Vorzeichen, das die Preferenz auf Sozialdienst liegt. Über entsprechende Auswahlverfahren und Altersbegrenzungen der Personen für die jeweiligen Dienste müsste man auch noch verhandeln. Unter Umständen wirkt das für bestimmte Zuwanderer »abschreckend«, andererseits beweist das bei Akzeptanz, zumindest einen bestimmten Integrationswillen in unsere Gesellschaft.
    Felix Menzel strebt die Allgemeine Wehrpflicht an, ohne Ausweichmöglichkeit in die sozialen Dienste und »hofft« dabei auf mehr Ehrenamtliche. Ohne Kompensation für die Ehrenamtlichen, wie zB Bezahlung, oder Befreiung vom Wehrdienst, halte ich diese Version bei der heutigen Einstellung breiter Kreise in der Bevölkerung für illusorisch.

  9. Als »Sozialdienstleistender« muß man sich wahrscheinlich um die »Flüchtlinge« kümmern, die einen womöglich vergewaltigen oder einem ein Messer in den Hals rammen werden. Ne danke, ich will die Úberfremdung auf keinen Fall vorantreiben. Und solange die Bundeswehr gegen das eigene Volk eingesetzt wird, ist auch diese zu boykottieren (sie ist ja seit Guttenberg nur noch eine Söldnerarmee). Erst wenn die Eliten ausgetauscht und bestraft wurden, sowie die ethnische Homogenität wiederhergestellt ist, kann man hierüber nachdenken, kann überhaupt erst wieder an das Soziale gedacht werden.

  10. Felix Menzel

    Lieber Herr Liedtke,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. In einer Minute kann man leider nicht alles zu diesem wichtigen Thema erklären. Deshalb war es mir nicht möglich, darauf einzugehen, daß Vereinsengagement natürlich entsprechend vom Staat honoriert werden muß. Das fängt schon in der Schule an. Vereinsengagement könnte man als besondere schulische und universitäre Leistungen werten. Wer freiwillig im Sozialbereich hilft, irgendwo als Vereinsvorstand die Kasse führt etc. lernt dabei sowieso mehr als in der Schule oder Uni. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

    Bei der steuerlichen Berücksichtigung muß auch noch viel verbessert werden. Es ist ein Witz, in welch geringem Maß ich z.B. Einkommenssteuer spare aufgrund meiner ehrenamtlichen Trainertätigkeit.

  11. Theosebeios

    Ich schließe mich @Angelika Forster an.
    Weder gibt es eine Notwendigkeit für eine soziale noch für eine militärische Dienstpflicht.
    Grundsatz: Wenn eine staatliche Forderung an den Bürger nicht notwendig ist, sollte sie n i c h t erhoben werden.

  12. Trampolin

    Ich wäre für ein ›Sowohl als auch‹. Da heutzutage Einjeder nur Rechte einklagt, die Pflichten vom Staat allein negativ durch Geld eingefordert werden (Steuerpflicht, Rundfunkbeitrag usw.) bin ich grundsätzlich dafür, daß elementare Pflichten im Sinne preußischer Tugenden wieder aufgewertet werden. Sie erzeugen eben Verpflichtung, Bindung.
    Ist das hier nur ein Versuchsballon oder schon die erste Polis-Aktion? Sollte es die erste Aktion sein, sollte sie noch etwas präzisiert werden.

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