Anstoß

Kongreß der Verteidiger Europas: Quo vadis FPÖ?

Wir waren am Wochenende in Österreich und nahmen dort am „Kongreß der Verteidiger Europas“ teil. Die Veranstaltung fand im Wasserschloß Aistersheim statt und war ein voller Erfolg.

Rund 700 Gäste folgten der Einladung der Initiatoren vom Magazin Info-Direkt. Diese mußten für ihren Mut mit einer massiven Sachbeschädigung seitens der Antifa bezahlen, die einen Bauernhof mit Farbbeuteln eindeckten. Auch vor dem Wasserschloß kam es zu einer Gegendemonstration. Laut Polizei nahmen daran ca. 200 Personen teil. Die Linksextremisten versuchten dabei, Autos der Kongreß-Teilnehmer zu beschädigen, was allerdings dank beherztem Eingreifen mißlang.

Diese nervigen, aber bekannten Begleittöne vermiesten allerdings keineswegs das grandiose Konzert, das auf dem Kongreß geboten wurde. Neun Stunden lang Vorträge, Kulturprogramm und Messe mit patriotischen Verlagen, Zeitschriften, Bürgerbewegungen und Initiativen – das ist einmalig und ein absoluter Höhepunkt im Kalenderjahr.

Wir selbst konnten reihenweise gute, neue Kontakte knüpfen und viele Bücher an den Mann bringen. BN-Redakteur Felix Menzel (zweites Bild) stellte zudem das Konzept unserer Denkfabrik für Wirtschaftskultur vor, die in Kürze an den Start geht. Eine ausführliche Berichterstattung ist bei Info-DIREKT zu finden.

Ergänzend dazu sei nur noch kurz erklärt, warum der Kongreß nicht wieder direkt in der Innenstadt von Linz stattfinden konnte: Die FPÖ hielt es anscheinend nicht für nötig, dies durchzusetzen und entsprechende repräsentative Räume zu vergeben. Da die Freiheitlichen sowohl in der Landes- als auch Bundesregierung vertreten sind, hätte die Durchsetzung des Rechts auf Meinungsfreiheit für die eigenen Anhänger eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein müssen.

Auf dem Kongreß sorgte dies mehrfach zu kritischen Äußerungen in Richtung der Partei. Diese scheint einem vorauseilenden Distanzierungswahn zu erliegen. Dabei hatte 2016 auf dem Kongreß der Verteidiger Europas der heutige Innenminister von Österreich, Herbert Kickl, referiert. Diesmal sprach mit dem Grazer Vizebürgermeister Mario Eustacchio ebenfalls ein ranghoher FPÖ-Politiker. Darüber hinaus war unter anderem André Poggenburg, AfD-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt, angereist, um sich mit einer Rede an die zahlreichen Zuhörer zu wenden.

(Bilder: Info-DIREKT)

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39 Kommentare zu “Kongreß der Verteidiger Europas: Quo vadis FPÖ?

  1. Robert Wagner

    Euch ist aber schon klar, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht abhängig ist von der Frage, ob man diese Meinung in repräsentativen Räumlichkeiten äußern kann?

  2. Ich verstehe daß eher als Kritik an der FPÖ, die offenbar zu feige war, ( typisches Problem von Konservativen und Rechtspopulisten) sich dafür stark zu machen, daß entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Etwas was bei der anderen Feldpostnummer praktisch an der Tagesordnung ist.
    https://www.klassegegenklasse.org/antifa-kongress-im-gewerkschaftshaus-sieg-fuer-den-antifaschismus/

    Mir ist bewußt, daß der Vergleich mit der dgbantifa etwas schräg ist, mir ging es aber auch vor allem um die ganzen einschlägigen Unterstützer: Jusos Bayern, Münchner Verdi-Jugend, Grüne Jugend, Linksjugend [’solid], IG-Metall-Jugend Bayern, Bündnis 90/Die Grünen München usw usf.
    Die selbst auch gerne Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

  3. Robert Wagner

    Ich vermute auch, dass das der Gedanke dahinter war; aber dann sollte man das auch so schreiben und nicht eine innerrechte Unstimmigkeit so darstellen, dass man als ein Opfer staatlicher Repression erscheint, dem demokratische Grundrechte vorenthalten werden. Diese alberne Opferinszenierung ist typisch für das völkische Lager.

    Was für Räumlichkeiten der DGB linken Aktivisten zur Verfügung stellt, hat damit eigentlich nichts zu tun.

  4. Ja die linke Lüge von der Opferinszenierung, direkt abgeschrieben bei Volker Weiß, nehme ich mal an? Denn echte Opfer können ja nur Minderheiten sein, Frauen (hust), Linke, Homos, Ausländer, Pansexuell-bekloppte. Nur der Rechte soll, egal was passiert, immer die Klappe halten, sonst inszeniert sie sich bloß als Opfer.
    Auch wenn es eurem Lager nicht gefällt, wird man auf der Rechten weiter auf Ungerechtigkeiten hinweise. simple as that!

    Doch hat es. Es ist für »staatstragende« linke Parteien und Organisationen völlig selbstverständlich Räumlichkeiten, für metapolitisch verbundene Gruppen, zur Verfügung zu stellen. Das muß es auch für »uns« werden! Dahingehend muß der Druck auf Parteien wie FPÖ und AFD erhöht werden.

  5. Robert Wagner

    @ xerox:

    »Ja die linke Lüge von der Opferinszenierung, direkt abgeschrieben bei Volker Weiß, nehme ich mal an?«

    Nö, das Buch von Volker Weiß habe ich gar nicht gelesen (habe ich aber noch vor). Was ich an Büchern statt dessen gelesen habe bzw. noch lese, ist Literatur von den Völkischen selbst (u. a. Sieferle, Sellner, Camus). Ich dachte, du wüsstest mittlerweile, dass du es mit mir nicht mit einem hysterischen, veganen, in grässlicher »geschlechtsneutraler« Sprache schreibenden Antifa-Sympathisanten zu tun hast, der nur unreflektiert nachplappert, was ihm seine anitfaschistischen WG-Freunde vorbeten; du beleidigst meine Intelligenz.

    Den Opfergestus, den ich angesprochen habe, kenne ich aus eigener Anschauung. Ich habe in den letzten Jahren genug rechte Autoren gelesen, einschlägige Videos auf Youtube und entsprechende Fernsehbeiträge aus Reportagen gesehen, um das einigermaßen beurteilen zu können. Diese Attitüde, sich wegen jeder missliebigen Berichterstattung oder Gegendemonstration als Opfer eines »totalitären Regimes« zu generieren, ist nun mal mittlerweile überall und immer häufiger zu beobachten. Die Andeutung in diesem Artikel, man werde in seiner Meinungsfreiheit bedroht, weil die FPÖ sich nicht um repräsentative, schicke Räumlichkeiten bemühte, passt nur zu gut in dieses gepflegte Narrativ.

    Entgegen deine Behauptung schließt diese Beobachtung gar nicht aus, dass Völkische auch Opfer sein können. Das tun sie und ich bezeichne sogar einen Martin Sellner ganz selbstverständlich als Opfer, wenn ihm die Antifa das Auto abfackelt (was ich verurteile). Dass er sich wegen dieser Sachbeschädigung aber als Opfer eines linken Terroranschlags inszeniert, ist ein gutes Beispiel für diese übertriebene Opferinszenierung.

    Was deine Forderung nach staatlicher Unterstützung völkischer Aktivisten angeht: Das ist ein Scherz, oder? Du kannst von einem demokratischen Rechtsstaat erwarten, dass er deine Rechte garantiert und dich nicht diskriminiert; was du aber von ihm nicht erwarten kannst, ist eine aktive Unterstützung bei der Propagierung rassistisch-völkischer, auf Ausgrenzung großer Bevölkerungsteile zielender Gesellschaftsentwürfe, die den fundamentalen Werten eines demokratischen Rechtsstaates diametral gegenüberstehen – das würde letztlich auf eine Selbstauflösung unserer Demokratie hinauslaufen (aber irgendwas sagt mir, dass das genau das ist, was du und viele andere Völkische anstreben).

    Was für Seminare schweben dir denn eigentlich so vor? Wenn ich mir angucke, was du mir gegenüber an anderer Stelle im Internet geäußert hast, habe ich schon so eine Ahnung: »Die Förderung des weißen Rassebewusstseins im Kontext einer vielfarbigen Migrationsgesellschaft«; oder: « Die erbbiologisch bedingten Intelligenzunterschiede zwischen Europäern und Afrikanern und was das für unser Vaterland im Hinblick auf die Masseneinwanderung aus Afrika bedeutet«; oder: »Soziale und eugenische Strategien zur Vermeidung der Entstehung von Mischvölkern« (Jens Maier von der AfD lässt grüßen). Lass es mich bitte wissen, wenn du die Ideen hinter diesen hypothetischen Vorschlägen nicht teilst, ich könnte mich ja irren.

    Ich muss schon sagen, ihr Völkischen habt manchmal echt Humor…

  6. »…ich bezeichne sogar einen Martin Sellner ganz selbstverständlich als Opfer, wenn ihm die Antifa das Auto abfackelt (was ich verurteile). Dass er sich wegen dieser Sachbeschädigung aber als Opfer eines linken Terroranschlags inszeniert, ist ein gutes Beispiel für diese übertriebene Opferinszenierung.«

    Was dieser linke Schreiberling da von sich gibt ist absolut typisch infantil und sachlich falsch!

    Martin Sellner hat auf einen linksextremistischen Terroranschlag auf sein Auto (das in der Silvesternacht völlig durch den linken Angriff zerstört wurde) bloß hingewiesen Die bloße Erwähnung einer Tatsache soll also schon eine Inszenierung sein, sogar eine übertriebene? Die vielen Jahre zuvor lief das nämlich so ab: die Antifa hat Autos von Rechten angezündet, Häuser mit linken Parolen beschmiert, Rechte vor der eigenen Haustür in Überzahl überfallen und verprügelt und beraubt…wohl Fälle die insgesamt in die Zehntausende gegangen sein dürften (es wäre mal interessant über die letzten 40 Jahre mal alles akribisch aufzulisten!) – und es wurde mangels Internet nie darüber in den Mainstreammedien berichtet.

    Der Normalbürger erfuhr davon nichts. So will es der Herr Wagner gerne wieder haben: die politische Rechte soll roten Terror einfach hinnehmen, aber nicht darüber berichten, denn das wäre dann (selbst-?)inszeniertes Rumgeopfere.

    Okay, dann will ich auch nie wieder etwas von brennenden Asylheimen oder NSU-Komplexen hören ….den »übertriebenen Opferinszenierungen« von links bzw. aus dem metapolitischen Dunstkreis des liberalistischen BRD-Regimes. Na merkt ihr wie es sich umgekehrt anhören würde?1

    Fakt ist, dass Parteien wie AfD, FPÖ, FN, Lega etc. endlich damit aufhören müssen, die Denkweise des linken Feindes zu übenehmen und durch – teils sogar vorauseilendem – Gehorsam sich von etwas weiter rechts stehenden Mitstreitern zu distanzieren.
    Sie das letzte Beispiel Poggenburg.

    Das gleiche gilt für einige sächsische AfD-Politiker die ohne Grund sich von den angeblichen Taten der Gruppe Freital distanziert haben. Warum äußert man sich dazu überhaupt? Wo hat schon mal ein Linker, Grüner, SPDler sich von Antifa-Terror-Anschlägen distanziert?

    Wo gab es mal Ermittlungen, die auch zu Verurteilungen geführt haben!) bei den seit Jahrzehnten organisiert ablaufenden Angriffen von Antifa-Gruppen (dies sind tatsächlich linksextreme terroristische Gruppierungen – so sind sie zu benennen!) gegen rechts?

    Das was der Gruppe Freital vorgeworfen wird, praktiziert jede kleine Feld-Wald-und-Wiesen-Antifa-Gruppe überall tagtäglich – OHNE das dies jemals zu Ermittlungen geschweige denn Verurteilungen geführt hätte. Bei der rechten Seite wird mit aller Härte vorgegangen, die linke Seite darf sich staatlich geduldet austoben.

    Und hier muss die AfD endlich in den Parlamenten und darüber hinaus aktiv werden um dieses Unrecht anzuprangern und endlich zu einem echten Kampf gegen links aufrufen!

  7. Dafür das Du kein antifa bist, hast Du aber schon überdurchschnittlich viel Interesse an dem Thema. Da fragt man sich schon, was dahinter steckt? Ich kann mir etwas schlecht vorstellen, daß Du das tust, weil Dir langweilig wäre. Von den neuen Sachen, hast Du dann offenbar sogar schon mehr gelesen als ich! Wobei ich auch eher zu den Klassikern tendiere ( EvS, Jünger, Spengler, Celine, Primo de Rivera)
    Ob man sich mit dem eindimensionalen Hetzer Volker Weiß einen Gefallen tut, wage ich dann aber doch zu bezweifeln. Ein paar Artikel ein oder zwei Interviews mit dem und man weiß, was man zu erwarten hat. Scheinbar ist Thomas Wagner, auch als Linker, etwas objektiver an die Sache heran gegangen, was man direkt an der giftigen Kritik aus den MSM erkennen konnte.

    So verschieden ist die Wahrnehmung! Ich kenne den von dir beschriebenen Opfergestus nur zu gut. Vor allem von Ausländern und SJW hört man ja zumeist eine nicht enden wollende Litanei über Diskriminierung, Rassismus, Sexismus und den Rest vom ismus Arsenal. Ständig ist man Opfer, der Gesellschaft, der Umstände, des Klimawandels. Komischerweise aber nie der eigenen, mangelnden Selbstreflexion.
    Bist Du denn insgesamt so kritisch bei dem ganzen Opfergeheule in diesem Land, oder hat das doch eher mit der politischen Ausrichtung zu tun? Mal theoretisch, weil es dafür ja keine praktischen Beispiele gibt, wenn man den Linken ihr demokratisches Demonstrationsrecht verweigern würde, weil die Strecke blockiert wäre, oder weil es die Polizei ganz einfach verhindert. Wären das dann Opfer die sich zurecht beschweren oder einfach Nervensägen, die sich mal nicht so anstellen sollen? Aufregung über missliebige Berichterstattung? Ich kenne zumeist nur solche, in denen frech und dreist gelogen wird. Schönes aktuelles Beispiel der Deutschlandfunk mit: die rechten Verlage in Ffm haben solange auf der Buchmesse provoziert, bis es zu Ausschreitungen kam….Ja genau….

    Schon gehört, der Sellner Schelm, hat sich mal wieder als Opfer produziert. Lässt sich einfach in England einknasten, weil er dort eine Rede halten wollte. Da hat es ihm die wehrhafte Demokratie aber mal wieder richtig gezeigt. Wie reagiert sein Umfeld darauf? Na mit typischer rechter Opferinszenierung. Nicht mal festnehmen lässt der sich, ohne zu jammern!

    Da hast Du offenbar etwas missverstanden. Ich erwarte keine Unterstützung vom »demokratischen Rechtsstaat, sondern von politisch nahe stehenden Parteien. Die ihre Möglichkeiten, als Partei, dafür nutzen sollten um verbundene Gruppen zu fördern und zu unterstützen. Das eine FPÖ, die an der Landes sowie Bundesregierung beteiligt ist, ganz andere Möglichkeiten hat, liegt dabei wohl auf der Hand. Es ist zwar auch schön mal nach Ungarn zu fahren, aber das muß ja nicht immer sein. Man muß sie vielleicht einmal daran erinnern, wer an der Basis die Drecksarbeit erledigt? CPI hat ihren sicheren Status ja z.B nicht zuletzt auch Gianni Alemanno zu verdanken. Da ist also noch viel Platz nach oben und natürlich muß jede Möglichkeit genutzt werden.

    Mir persönliche schweben da eine ganze Menge von möglichen Seminaren und Veranstaltungen vor. Du hast da ja schon einige interessante Punkte genannt. Wie gesagt, Deine Beschäftigung mit dem Thema sprengt eigentlich den Rahmen von Menschen, die sich nur am Rande dafür interessieren.
    Aber in der Tat, Kerry Bolton, J. Philippe Rushton, Richard Lynn, Alex Kurtagic, Francis Parker Yockey und noch so einige andere, sind interessante Stichwortgeber auf deren Arbeiten man sich konkret beziehen könnte, bei solchen Veranstaltungen. Zu Violence is golden, gab es sogar in Deutschland schon etwas, wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht im Stich lässt.

    In der Tat, bin ich als humorvoller Mann bekannt und beliebt. 😀

  8. Robert Wagner

    @ Helmut:

    Ich muss meine Aussage bezüglich Sellners Anklage linken Terrors wohl zurücknehmen. Ich war davon ausgegangen, dass Terrorismus sich notwendig gegen Menschenleben richtet, habe aber gerade gegoogelt und erfahren, dass es gar keine verbindliche Definition von Terrorismus/Terror gibt (laut Wikipedia, ich verlass mich mal darauf, bin kein Jurist). Martin Sellner wurde also Opfer von linksextremen Terror. Insofern war das ein schlechtes Beispiel für die Opferinszenierung von völkischer Seite.

  9. Robert Wagner

    @ xerox

    »Dafür das Du kein antifa bist, hast Du aber schon überdurchschnittlich viel Interesse an dem Thema. Da fragt man sich schon, was dahinter steckt? Ich kann mir etwas schlecht vorstellen, daß Du das tust, weil Dir langweilig wär.«

    Soll das irgendeine Andeutung sein?

    Ich finde das auf Ausgrenzung unliebsamer, in irgendeiner Form als unrein markierter (d. h. schwacher, kranker, behinderter, »rassisch« fremder, nicht-heterosexueller etc.) Menschen ausgerichtete, auf einem biologistisch-sozialdarwinistischen Verständnis von Gesellschaft und Geschichte fußende Denken auf der Rechten trotz (oder gerade wegen) der ihm inhärenten, eigentlich abstoßenden Menschenfeindlichkeit schlicht interessant und auf eine seltsame, etwas morbide Art sogar anziehend – natürlich nur rein akademisch. Mein (eigentlich durchweg unpolitisches) Umfeld kann dieses Interesse meist nicht nachvollziehen, aber ich war schon immer anders als die anderen. Ich bin jemand, der lieber eine gute historische Monografie liest als einen Roman, es dürfen auch gerne Bücher zur Verfassungsgeschichte des Alten Reichs, zur deutschen Geschichte der Neuzeit oder zur Entstehung des modernen Rassismus im Kontext des atlantischen Kolonialismus sein (ich lese eigentlich alles mögliche, hauptsache es hat einen historischen Gegenstand) – und eben auch Literatur von völkischen Vordenkern und Aktivisten, auch wenn der Quatsch oft schwer erträglich ist (z. B. Spengler). Und statt stundenlang mit Freunden zu chatten oder social media-Kanäle zu nutzen, lese ich eben rechte Artikel und kommentiere sie auf der Grundlage dieses Wissens scharf; denn bei allem akademischen Interesse überwiegt doch klar die Abscheu vor diesen rassistischen, den Menschen als Individuum verachtenden Weltbildern, die in ihrer extremsten Form gerade in Deutschland zum völligen Bruch mit der vom Universalismus der Aufklärung geprägten europäischen Zivilisation geführt haben. Daraus erwächst eine gewisse Verantwortung für die Nachgeborenen, die Wiederholung eines auch nur annähernd ähnlichen Zivilisationsbruchs zu verhindern (was nicht dasselbe ist wie eine zur Unterjochung der Deutschen ausgenutzte »kollektive Erbschuld«, wie sie von völkischer Seite ständig behauptet wird – übrigens ein gutes Beispiel für den sorgfältig kultivierten Opfergestus). Meine Kommentartätigkeit hier und anderswo sehe ich vor dem Hintergrund dieser Verantwortung. Gegenstimmen, die mehr aufbieten als hysterische Empörung, sind nämlich leider dünn gesät und man muss kein Antifa sein, um daran Anstoß zu nehmen, wenn die ideologischen Grundlagen des NS-Regimes immer unverfrorener wieder propagiert werden.

    Du wirst verstehen, wenn ich es ziemlich ironisch und auch anstößig finde, dass ausgerechnet ein überzeugter Rassist wie du, der von fundamentalen und gesellschaftlich relevanten biologischen Unterschieden ausgeht, sich darüber aufregt, dass manche Ausländer sich über Rassismus beklagen (womit ich nicht implizit ausdrücke, dass jeder Rassismusvorwurf begründet ist – eine prätentiöse Opferhaltung ist nicht den Völkischen vorbehalten).

    Zu Sellners Verhaftung s. meine Antwort an anderer Stelle (Sprachproblem fast ausverkauft).

    Du scheinst etwas misszuverstehen: Parteien in Regierungsverantwortung sind wesentliche Träger des demokratischen Rechtsstaates. Sofern es also nicht zu einer völkischen Machtübernahme kommt (was sehr wohl das Ziel der IB ist, dafür muss man nur in Sellners Buch schauen), musst du auf staatlich geförderte Seminare zur Propagierung von Rassismus und Eugenik auf der Grundlage hoch umstrittener oder am äußersten rechten Rand bzw. außerhalb jedes wissenschaftlichen Diskurses stehender Autoren glücklicherweise verzichten. Was die FPÖ angeht, kannst du dir vielleicht aber Hoffnungen machen: Die loten ja bereits aus, wie weit sie damit gehen können, die Mechanismen und Schranken eines Rechtsstaates zu unterwandern (http://www.tagesschau.de/ausland/fpoe-durchsuchung-verfassungsschutz-101.html).

  10. Was heißt andeuten, du kennst doch das Unverständnis, aus deinem eigenen, sozialen Umfeld? Ich habe noch nie jemanden getroffen, der sich so nerdmässig, mit der politischen Rechten beschäftigt. Da waren immer Hintergedanken dabei. Manches was als Vor-urteil daherkommt, ist in Wirklichkeit ein Nach-urteil. Die Wahrheit kennst nur Du.

    Jetzt hast Du mich echt kurz mal zum lachen gebracht! Ein kleiner Student, bezeichnet die Arbeit von einem Meisterdenker wie Spengler, als Quatsch. Ganz ehrlich, alleine hier: http://www.zeno.org/Philosophie/M/Spengler,+Oswald/Reden+und+Aufs%C3%A4tze/Ist+Weltfriede+m%C3%B6glich? steckt mehr Weisheit drin, als Du in Deinem ganzen Leben erreichen wirst.
    Der Nasenring der Erbschuld, die Zivilreligion HC bestimmt die gesamte Geschichte dieser BRD. Hier kann man schön sehen, wie sinnlos die Debatte ist, weil man einfach von vollkommen unterschiedlichen Voraussetzungen ausgeht. Klar kann man das abstreiten, je mehr man sich aber konkret damit beschäftigt und die Zusammenhänge versteht, desto spürbarer wird der Nasenring. Das schlechte deutsche Gewissen, hat sich bis in feinste Verästelungen hinein zu einem eingefleischten Verhaltens und Reflexmodus ausgebildet. Vielleicht spürst Du das als Ausländer ja nicht? Aber für mich ist es sicher kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf, kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein und an einem Nasenring durch die Manege gezogen zu werden. Vor allem nicht von einem System, daß sowieso dem Untergang geweiht ist. Denn die pazifistische Utopie vom liberal-demokratischen Ende der Geschichte durch die Informationsrevolution, ist sowieso das einzige Szenario, indem der sterbende Westen überhaupt noch eine Rolle spielt und nicht gnadenlos zermalmt wird. Weltfrieden und Ökonomismus sind für das postmoderne Europa keine Frage der Entscheidung, sondern die einzige Überlebenschance. So hält es verzweifelt und trotzig an dieser Utopie fest und findet mittels »wishfull thinking« immer neue Bestätigungen dafür. Doch das wird das Ende nicht aufhalten. Die Verantwortung gegenüber den Nachgeborenen empfinde ich übrigens auch. Allerdings konkret im Sinne vom Überleben und nicht abstrakt, in der Verhinderung von der Wiederholung von historischen Ereignissen. Die Realität wird noch dafür sorgen, daß diese volkspädagogische Erziehung mit Hilfe der 12 Jahre, ihr wohlverdientes Ende findet. In einer satten Konsumgesellschaft, konnte man sich so einen Luxus-Unsinn vielleicht noch leisten, doch die fetten Jahre sind vorbei! Der Schuldkult wird zwangsläufig fallen und da alles andere darauf fußt….man wird sehen. Das Ende, ist jedenfalls noch nicht geschrieben.

    Also weil ich ein Rassist bin, haben diese ganzen fremdländischen Genossen ein Recht darauf sich über Rassismus zu beklagen? Eine steile These! Eine prätentiöse Opferhaltung ist ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell in dieser BRD. Ein Aiman Mazyek und sein Verein leben praktisch von nichts anderem. Bei diesem ganzen Diskrimierungsgeschrei geht es doch einzig und alleine darum, sakrosankt gegenüber jeglicher Form der Kritik zu sein.
    Ich belasse es hier dabei, bei meinem arcadi ex und hopp Beitrag hatte ich das alles schön aufgeführt mit Studien z.B auch von Harvard Politikwissenschaftlern, um sogar dich zufrieden zu stellen. Egal.

    Außerhalb jedes wissenschaftlichen Diskurses? Der war ja auch gut! Ein wissenschaftlicher Betrieb, der beispielsweise solche geistigen Spasmen, wie Genderforschung für echte Wissenschaft hält, soll da über die Deutungshoheit verfügen? Wie sagte man früher? LOL!
    Ja was denn jetzt? Sind die FPÖ, die PiS, die Fidesz, Träger des demokratischen Rechtsstaates oder böse autoritäre Parteien? Ich bin übrigens voller Hoffnung, das es nicht mehr allzu lange dauert, bis diese Unterstützung Realität wird, ganz ohne völkische Machtübernahme. Geduld ist auch eine Tugend, es entwickelt sich halt nichts über Nacht. Eine Stiftung, eine Bürgerrechtsorganisation, da gibt es schon einiges, was man sich staatlich fördern lassen könnte. Kann man dann ja vom Kampf gegen Rechts Programm nehmen, wenn das dann eingestellt wird? 😉

  11. Robert Wagner

    @ xerox:

    »Ich habe noch nie jemanden getroffen, der sich so nerdmässig, mit der politischen Rechten beschäftigt. Da waren immer Hintergedanken dabei. Manches was als Vor-urteil daherkommt, ist in Wirklichkeit ein Nach-urteil. Die Wahrheit kennst nur Du.«

    Die Wahrheit habe ich dir oben sogar bemerkenswert offen geschrieben. So offen, dass ich schon Bedenken hatte, sie so zu veröffentlichen. Aber dein hartnäckiges Misstrauen wundert mich mittlerweile nicht mehr, dein Weltbild in Spengler’scher und Schmitt’scher Tradition ist ja davon abhängig, Feinde zu konstruieren, die dich bedrohen und belügen.

    »Jetzt hast Du mich echt kurz mal zum lachen gebracht! Ein kleiner Student, bezeichnet die Arbeit von einem Meisterdenker wie Spengler, als Quatsch.«

    Es ist mittlerweile mit deinen Aussagen zur Macht der Biologie über die Kultur und zur dekadenten, kranken westlichen Gesellschaft deutlich geworden, dass Spengler und seine Denkschule eine wesentliche Stütze deines Welt- und Menschenbildes ist, weshalb ich verstehe, dass dir meine Meinung zu seinem Hauptwerk (und nur darauf bezog ich mich) nicht gefällt. Ich gebe auch zu, »Quatsch« ist als Charakterisierung arg platt und undifferenziert, aber ich habe auch nicht ewig Zeit für diese Kommentare. Um zu zeigen, dass nicht nur ich als »kleiner Student«, sondern auch renommiertere Persönlichkeiten keine hohe Meinung zu Spenglers Untergang des Abendlandes haben, hier ein paar Zitate:

    »Spengler lebt in einer Zivilisation, die er ständig anpöbelt; er profitiert von ihr und steckt bis zum Hals in dieser Kaufmannszeit. Ein Heros des Füllfederhalters. Und Menschen leiden, leiden… Was weiß dieser Möchte-Attila davon! Nichts weiß er davon. Ein Mann, der überhaupt kein Gefühl für das Einzelwesen hat, aber mit dem Kosmos herumwirtschaftet. Er thront auf einer unerreichbaren Höhe von 1,25 Meter und predigt, es komme auf die großen Zusammenhänge an. Wenn ich recht unterrichtet bin, gebären unsere Mütter nicht Deutschland und nicht Europa, sondern kleine Menschenwesen, Oswald oder Maria geheißen. Dieser Literat ist kein guter Literat, sondern ein buckliges Titänlein.« (Kurt Tucholsky)

    Spenglers Werk »ist … ein wirkliches unmittelbares Vorspiel zur Philosophie des Faschismus« (Georg Lukács)

    »Er hat die Philosophie zur Astrologie erniedrigt« (Theodor W. Adorno)

    »Spenglers Untergang des Abendlandes ist meiner Ansicht nach nicht ernst zu nehmen. Aber es ist ein Sypmtom: es ist das Werk eines Menschen, der an eine Oberschicht glaubt, die vor ihrer Niederlage steht.« (Karl R. Popper)

    »Der Nasenring der Erbschuld, die Zivilreligion HC bestimmt die gesamte Geschichte dieser BRD. […] Das schlechte deutsche Gewissen, hat sich bis in feinste Verästelungen hinein zu einem eingefleischten Verhaltens und Reflexmodus ausgebildet. Vielleicht spürst Du das als Ausländer ja nicht?«

    Da werden wir so bald wirklich nicht auf einen Nenner kommen, die Wahrnehmung divergiert einfach zu krass. Woran das liegen könnte, will ich gar nicht weiter thematisieren. Nur soviel: Dein Versuch, meine Wahrnehmung zu disqualifizieren mit dem Verweis darauf, dass ich Ausländer bin, läuft ins Leere. Ich bin Teil dieser deutschen Gesellschaft, habe nie woanders gelebt als in Deutschland und mein eigener Opa (Jahrgang 1901) war überzeugter Nazi (ich bin väterlicherseits Österreicher, die andere Hälfte überlasse ich deiner Fantasie). Trotzdem hatte ich nie den Eindruck, irgendeine »Erbschuld« auf mich geladen zu haben, oder diesen Eindruck von Schule, Politik oder sonst jemandem vermittelt zu bekommen. Die Idee der »Erbschuld« höre ich hingegen immer ausschließlich aus der völkischen Ecke; offensichtlich werden schon Gedenkstunden und ähnliche Dinge, die allein schon der politische Anstand gebietet, als Ausdruck einer solchen »Erbschuld« und »Holocaust-Zivilreligion« betrachtet. Es ist offenkundig, dass allein schon die Tatsache, dass man diese vom deutschen Staat begangenen Verbrechen reflektiert, sie aufarbeitet und darüber spricht, für euch Völkische eine unerträgliche Provokation ist, weil diese Vergangenheit das »deutsche Volk« unvermeidbar in einem schlechten Licht dastehen lässt; deshalb euer Bestreben, am besten überhaupt nicht mehr darüber zu sprechen oder zumindest nicht im offiziellen staatstragenden Rahmen – als wenn Hitler und seine Helfer allein für den Holocaust verantwortlich gewesen wären!

    »Also weil ich ein Rassist bin, haben diese ganzen fremdländischen Genossen ein Recht darauf sich über Rassismus zu beklagen? Eine steile These!«

    Du musst meine Ausführungen bitte sorgfältiger lesen. Ich habe nicht gesagt, dass »fremdländische Genossen« das Recht hätten, sich über Rassismus zu beklagen, weil du Rassist bist (dieses Recht ist davon nicht abhängig); ich habe sogar eigens angemerkt, dass nicht jeder Rassismusvorwurf legitim ist, nur weil es Rassisten gibt. Worauf ich aufmerksam gemacht habe, ist der Umstand, wie ironisch und zugleich anstößig (und nicht zuletzt idiotisch) es ist, dass du als überzeugter und offen dazu stehender Rassist, »fremdländischen Genossen« das Recht absprichst, sich ggf. als Opfer von Rassismus zu betrachten, wobei du dich auch noch in abfälliger Weise eines rassistischen Vokabulars bedienst. Du merkst die Ironie?

    Zum wissenschaftlichen Diskurs und seiner epistemologischen Funktion: Wer soll denn über den Wahrheitsgehalt einer, sagen wir, humangenetischen Theorie urteilen, wenn nicht der fachwissenschaftliche Diskurs? Etwa Laien wie du und ich? (Diese Frage ist rein rhetorisch)

    »Ja was denn jetzt? Sind die FPÖ, die PiS, die Fidesz, Träger des demokratischen Rechtsstaates oder böse autoritäre Parteien?«

    Ich habe vom Soll-Zustand gesprochen und hatte ohnehin nur Deutschland und Österreich im Sinn; in erster Linie Deutschland, weil wir eine ausgeprägte Parteiendemokratie sind. Dass die polnische PiS und die ungarische Fidesz keine Träger des Rechtsstaates sind, sondern diesen unterminieren, ist mehr als offensichtlich und allgemein bekannt – das erkennst (und begrüßt) sicherlich auch du und da wir weder in Polen noch in Ungarn leben, finde ich es unredlich, dass du diese Länder anführst und suggerierst, dass ich ausgerechnet an diese Parteien gedacht hätte.

    Damit will ich es vorerst belassen, sonst drehen wir uns ewig im Kreis.

  12. Du bist sehr sensibel! Bloß weil ich mich wundere, ist das noch keine Feindkennzeichnung. Dein Umfeld, daß Dich persönlich kennt, wundert sich doch ebenfalls? Es ist mir auch zu abstrakt, jemanden, in einem Kommentarbereich, der eine andere Meinung vertritt, als Feind zu verorten. Selbst wenn Du das ganze machen würdest, weil Du eine Dissertation über die neue Rechte schreiben willst, hätte ich kein Problem damit. Hier betreiben bestimmt irgendwelche antifas, linguistische Analysen, um dann wieder auf ihren Whiteboards Fäden hin und her zu ziehen, um ihrem nutzlosen Leben, so etwas wie Sinn zu verleihen. Ich würde denen mal arbeiten empfehlen.
    Aber jedem Jecken seine Kappe.

    Missfällt ist nicht ganz der richtige Ausdruck, ich kann es einfach nicht ernst nehmen. Deine Meinung mit Zitaten von diesen Minusmenschen zu untermauern, hilft da auch nicht viel. Thomas Mann ( denn Du zwar nicht zitiert hast, aber der passt da gut rein) fand sein Hauptwerk übrigens brillant, bis er von Spenglers Ansichten über die moderne Kunst 1921 beleidigt war. Wie kann man so eine Meinung, dann überhaupt noch ernst nehmen?
    Wenn ich auf die Meinung von Adorno was geben würde, dann könnte ich jetzt mit: »Während Spengler vergessen ist, haben sich seine Prognosen in einem erstaunlichen Maße bewahrheitet. Auch hat er kaum einen Gegner gefunden, der sich ihm gewachsen gezeigt hätte. Das Vergessen wirkt als Ausflucht. Adorno in Prismen: Kulturkritik und Gesellschaft« kontern.
    Allerdings wirst Du es schon ahnen, wie sehr mir das Urteil von Leuten wie Tucholsky, Adorno und Popper am Herzen liegt? Während ich mit Lukács, in diesem Punkt, konform gehe.
    Zu Spengler gäbe es noch viel zu sagen, würde aber den Rahmen sprengen.

    Ich habe echte Schwierigkeiten damit, mir das Ausmaß an Ignoranz vorzustellen, das nötig ist, den bundesdeutschen Schuldkult, zu einer harmlosen Gedenkveranstaltung umzudeuten und nicht erkennen zu wollen, daß er die Grundlage für knallharte Realpolitik ist! Zwei prominente Beispiele: Dem fetten Joschka seine Kriegslegitimation von 1999, mit dem Hinweis auf Ausschwitz. Sowie die Schenkung und extreme Subventionierung von mehreren U-Booten(!) an den Staat Israel. Laut Wikileaks von 2011, erklärten US-Diplomaten diesen Vorgang direkt mit dem deutschen Schuldkomplex für den HC!
    Dann natürlich noch die Frage, wenn diese Form der Vergangenheitsbewältigung so toll und positiv nachhaltig ist, warum zum Teufel, sind wir das einzige Land, welches das auf diesem Level betreibt? Ist ein Völkermord echt richtig echt und wahrhaftig, wenn er von Deutschen begangen wird? Haben andere Länder, gerade mit Blick auf die BRD, vielleicht erkannt, welche toxische, gesellschaftliche Wirkung diese ganz spezielle Form der Selbstgeiselung hat? Und denken sich; das sollen diese deutschen Idioten mal ganz exklusiv alleine machen?
    Aber es geht ja nur darum, ein paar Kerzen anzuzünden und einmal im Jahr an der Kranzabwurfstelle in Berlin vorbei zu schauen? Diese hysterischen Rechten, immer müssen sie so dramatisieren.

    Klasse Überleitung zum letzten Punkt. Also kurz gesagt, weil es Menschen wie mich gibt, die sich teilweise eines rassistischen Vokabulars bedienen, ist die ständige Jammerei über institutionellen Rassismus und das ewige fordern nach noch mehr Minderheitenrechte und Minderheitenschutz gerechtfertigt? ( hatte gerade im Spiegel gelesen, die Homos möchten in Zukunft auch vor Witzen beschützt werden…)
    Während Rechte, die darüber berichten, daß ihr Auto im Carport neben ihrem Wohnhaus abgefackelt wurde, daß lediglich propagandistisch ausschlachten und an einer Opfer-Mythologisierung stricken? Wobei diese Ereignisse, die es ja schon viel länger gibt, erst seit dem Internet einer etwas breiteren Öffentlichkeit bekannt werden. Vorher wurde das ja, wie Helmut schon geschrieben hatte, völlig totgeschwiegen. Ja Du hast Recht, die Ironie springt mir praktisch ins Gesicht!

  13. Robert Wagner

    Wenn du schreibst: »Die Wahrheit kennst nur du«, gehe ich davon aus, dass du mir unterstellst, ich könnte ja lügen. Aber sei es drum, ich erwarte vielleicht zuviel Zutrauen.

    Mir war schon klar, dass für jemanden wie dich moralische Menschen wie Tucholsky oder Adorno keine Vorbilder sind; ich wollte sie nur genannt haben, um zu verdeutlichen, dass ich als »kleiner Student« mit meiner Geringschätzung für Spenglers Hauptwerk nicht alleine bin. Aber dass du sie als »Minusmenschen« bezeichnest, hat sogar mich etwas erschreckt. Diese Wortschöpfung ist ein anschauliches Beispiel für die Menschenfeindlichkeit und Amoralität völkischen Denkens, das dazu tendiert, missliebige Menschen zu entmenschlichen. Dieses ekelerregende und menschenverachtende Denken scheint bei dir idealtypisch ausgeprägt zu sein. Zu Thomas Mann könnte ich übrigens ein Zitat anführen, aus dem hervorgeht, dass er sich nicht bloß an Spenglers Kunstbegriff störte, sondern seine ganze fatalistische Weltsicht abstoßend fand – da es sehr lang ist und ich noch anderes zu tun habe, unterlasse ich das an dieser Stelle aber.

    Zum vermeintlichen »Schuldkult«: Dass eine deutsche Regierung aktiv militärisch eingreift, wenn mitten in Europa ein neuer Holocaust droht (den historischen Zusammenhang mit dem angelaufenen Genozid an den Moslems durch die Serben verschweigst du natürlich geflissentlich), ist nicht Ausdruck der Instrumentalisierung eines »Schuldkultes«, sondern der historischen Verantwortung Deutschlands, die Wiederholung von so etwas wie Völkermord, auch noch mitten in Europa, zu verhindern. Fehlgeleiteter Pazifismus, den etwa Fanatiker unter den Grünen damals an den Tag legten, sollte gerade dich als Völkischen abstoßen; aber entweder ist dir das Leid von Menschen, die nicht zu deiner »Volksgemeinschaft« gehören, völlig gleich, oder dir gefällt die Idee der massenhaften Internierung und Ermordung von Moslems oder anderweitig als fremd markierter Menschen sogar – ich hoffe, dass Ersteres wahrscheinlicher ist, bin mir da aber mittlerweile nicht mehr so sicher. Abgesehen davon, wird mit diesem Beispiel nicht der geringste Beleg für einen »Schuldkult« geliefert, der dafür sorgt, dass der einzelne Deutsche schamerfüllt und mit gesenktem Blick durch den Alltag läuft und sich bereitwillig von bösen Migranten drangsalieren lässt, wie es von völkischer Seite immer wieder pathetisch ausformuliert wird (und was ich meine, wenn ich in diesem Zusammenhang vom abwegig übertriebenen Opfergestus spreche). Das gleiche gilt für die U-Boot-Deals mit Israel, die dem Umstand geschuldet sind, dass Israel ein Land ist, dem gegenüber der deutsche Staat durch seine historische Schuld (die nicht den einzelnen Deutschen trifft) große Verantwortung hat. Aber höchstwahrscheinlich ist dir auch dieser Umstand schlicht s……egal.

    »Dann natürlich noch die Frage, wenn diese Form der Vergangenheitsbewältigung so toll und positiv nachhaltig ist, warum zum Teufel, sind wir das einzige Land, welches das auf diesem Level betreibt?«

    Ganz einfach: Weil kein anderes Land auch nur annähernd einen sowohl quantitativ als auch qualitativ vergleichbaren Völkermord auf dem Kerbholz hat und ein so grauenhafter Zivilisationsbruch nie wieder geschehen darf. Inzwischen muss ich aber ernsthaft davon ausgehen, dass dir die Dimensionen dieses Völkermordes gar nicht bewusst sind. Aber über dieses Thema reden wir besser erst gar nicht.

    »Also kurz gesagt, weil es Menschen wie mich gibt, die sich teilweise eines rassistischen Vokabulars bedienen, ist die ständige Jammerei über institutionellen Rassismus und das ewige fordern nach noch mehr Minderheitenrechte und Minderheitenschutz gerechtfertigt?«

    Du begreifst es immer noch nicht. Ich rede in erster Linie gar nicht von der Gesellschaft, sondern über deine Worte. Es ist einfach absurd witzig, wenn ein überzeugter, menschenfeindlicher Rassist wie du, »fremdländischen Genossen« das Recht abspricht, sich als Opfer von Rassismus zu sehen, wenn sie Opfer von Rassismus werden. Damit negierst du die Existenz rassistischer Diskriminierung, d. h. des Rassismus selbst, obwohl du selbst mit deinen eigenen Worten und Anschauungen, die ich ja mittlerweile kenne, seine Existenz belegst. Begreifst du jetzt die Ironie?

    Und seien wir doch ehrlich. Ich weiß zwar nicht, ob und wie oft du die Gelegenheit hast, konkret jemanden rassistisch zu diskriminieren (ich hoffe gar nicht); aber dein Rassismus erstreckt sich sicherlich auf mehr als nur rassistisches Vokabular. Du hast ja selbst deutlich gemacht, dass du »die Klassiker« gelesen hast; dein biologistisch-völkisches Weltbild ist also gut durchdacht und reflektiert ;-).

    »hatte gerade im Spiegel gelesen, die Homos möchten in Zukunft auch vor Witzen beschützt werden…«

    Nein, die bösen »Homos« wollen also nicht Gegenstand vulgärer und beleidigender Witze sein? Wirklich? Diese bösen Minderheiten, verlangen doch tatsächlich ein Mindestmaß an Respekt und Anstand… Wir wäre es mal mit ein bisschen Empathie?

  14. Carlos Wefers Verástegui

    Mich übrigens hat »Geschichte und Klassenbewusstsein« tief beeindruckt, aber, unser Robert Wagner hat wohl zu tief hier reingeschaut

    https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zerstörung_der_Vernunft

    Gerade dieses Werk wird „von vielen bis heute als der Tiefpunkt seiner langen Laufbahn betrachtet“. Im Historischen Wörterbuch der Philosophie wird Lukács’ Irrationalismus-Begriff als pauschal und polemisch bezeichnet, nach der Auffassung des ungarischen Philosophen sei jedes Denken, das sich nicht auf der Grundlage des Marxismus entwickelte, irrational, was jedoch nicht zutreffend sei.

    Unter Denkern der marxistischen Tradition wurde das Werk zum Teil positiv, zum Teil negativ aufgenommen. Der Abendroth-Schüler Reinhard Kühnl, dessen Faschismustheorie sowohl liberale Demokratie wie faschistische Diktatur als Formen bürgerlicher Herrschaft ansieht, würdigte das Werk als zutreffende Analyse der geistesgeschichtlichen Genese des Faschismus, welches überdies auch eine grundsätzliche politisch-philosophische Strategie zum Kampf gegen Faschismus und Kriegsgefahr in der Gegenwart enthalte. Die Zerstörung der Vernunft erschien kurz nach der Institutionalisierung der DDR-Philosophie und avancierte alsgleich zum Handbuch der Disziplin Geschichte und Kritik der bürgerlichen Ideologie. Der Person Lukács wurde hingegen der Vorwurf des Revisionismus gemacht, besonders nach der Beteiligung des Philosophen an der Regierung von Imre Nagy 1956. Theodor Adorno wiederum erklärte sarkastisch, das Buch zeige am deutlichsten die Zerstörung von Lukács eigener Vernunft. Er kritisierte: „Nietzsche und Freud wurden ihm schlicht zu Faschisten, und er brachte es über sich, im herablassenden Ton eines Wilhelminischen Provinzialschulrats von Nietzsches ‚nicht alltäglicher Begabung‘ zu reden“.«

  15. Carlos Wefers Verástegui

    P.S.: Der Text unter dem Link natürlich Wikipedia

  16. Im Internet wird gelogen! Ich kann nicht verstehen, warum Du so ein Problem mit der Tatsache hast, daß ich Menschen, die ich nicht persönlich kenne, kein uneingeschränktes Vertrauen schenke? Das ist auch nichts, was ich erwarte. Mein soziales Umfeld weiß, daß es sich zu 100% auf mich verlassen kann, das reicht mir.

    Minusmensch ist zweifelsfrei, noch das netteste, was mir zu solchen Gestalten wie Tucholsky einfällt. Was ich über Adorno und seine FS Sippschaft denke, würde hier direkt zensiert werden. Zu der Kritik von Mann hatte ich ja schon alles geschrieben. Zu Zeiten von »Betrachtungen einen Unpolitischen« war er jedenfalls noch begeistert.

    Dein Wissen über den Kosovokrieg 1999, scheint extrem begrenzt zu sein? Was Du hier wiederholst, ist die Seifenoper, mit der sie damals diesen Krieg gerechtfertigt haben. Weil Du meine Quellen ja sowieso immer ablehnst, würde ich Dir empfehlen, einfach mal nach der ARD Doku: »Es begann mit einer Lüge« zu schauen.
    Ach ja, die große Verantwortung oder anders ausgedrückt, die ewige Erbschuld, die es ja, nach Deiner Aussage, gar nicht gibt. Wie lange soll die denn, Deiner Meinung nach, gehen? Wann hört das mal auf? Offensichtlich nicht mit dem Tod der Täter und Opfer? Ich würde auch sagen, bei einem Stückpreis von ca einer halben Mrd Steuergeld, sind doch ziemlich viele Deutsche direkt davon betroffen, oder nicht? Du hast ungefähr eine Vorstellung wie viel da bereits an Wiedergutmachung geflossen ist? Direkt und Indirekt? Das Israel, bis vor nicht allzu langer Zeit auf Platz 2 für die deutsche ENTWICKLUNGSHILFE stand? Das z.B Uzis zu grotesk überzogenen Preisen für die BW gekauft wurden? ( Wobei für das Stück Eisenschrott, noch 5DM zuviel gewesen wären) Noch einmal: Wann soll das eigentlich aufhören? Ich hatte gar nicht die Möglichkeit auf einem Wachturm zu stehen und trotzdem soll ich zahlen und meine Kinder und deren, am besten auch. Wie gehirngewaschen muß man bitte sein, um so ein System nicht grundsätzlich in Frage zu stellen? Mit Deinen Ausführungen, zur immerwährenden Verantwortung, bis in alle Ewigkeit, hast Du diesen BRD Schuldkomplex/Nasenring perfekt dargestellt. Die Beispiele aus der Realpolitik haben, logischerweise, nicht direkt etwas mit der psychologischen Komponente dieser Vergangenheitsbewältigung zu tun. Das ist eine andere Baustelle.

    Sehe ich nicht so. Vor allem quantitativ, ist das ahistorischer Unsinn. Der HC hat, von allen Völkermorden, einfach nur die beste Marketingabteilung. Das ist eine globale Marke, wie Coca Cola.

    Zum Thema Rassimus und Homos nur noch soviel: Ihr SJW ( ich pack Dich da jetzt einfach mal, mit rein, wie Du mich bei den Völkischen) werdet niemals diesen menschen Ponyhof errichten, der euch in euren Träumen vorschwebt. Absolut NIEMAND hat ein Menschenrecht darauf, kein »Opfer« von Witzen zu werden, die ihm nicht gefallen. Diskriminierung wird es immer geben, weil er im Menschen angelegt ist und euer Newspeak wird krachend scheitern.

  17. Robert Wagner

    @ Carlos Wefers Verástegui

    Sie sind nicht der erste, der mir gegenüber die Marxismuskeule schwingt, weil er keine Argumente mehr hat; stellen Sie sich bitte hinten an. Anders als Sie suggerieren, muss ich durchaus keine marxistischen Philosophen lesen, um die geistige Nähe (nicht hundertprozentige Übereinstimmung!) Spenglers zum NS-Faschismus zu erkennen. Dass Lukács sich an anderer Stelle geirrt hat (ich kenne sein Buch allerdings nicht), ändert nichts daran, dass seine oben zitierte Feststellung nicht nur in meinen Augen weitgehend zutrifft. Benito Mussolini hat sich nicht ohne Grund zu ihm bekannt.

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/oswald-spengler-der-untergang-1.540100

  18. Robert Wagner

    Benito Mussolini hat sich natürlich zu Spengler bekannt, hätte ich präzisieren sollen.

  19. Robert Wagner

    @ xerox

    Ich gehe nur noch kurz auf deine Antwort ein, weil es zu nichts mehr führt und wir uns sonst nur noch im Kreis drehen.

    Wenn du von der Prämisse ausgehst, Aussagen deines Gegenübers im Zweifelsfall keinen Glauben schenken zu können, warum diskutieren wir hier überhaupt?

    Über die historische Singularität des Holocaust und die Schuld, die der deutsche Staat mit diesem auf sich genommen hat, werde ich mit dir nicht diskutieren. Wir beide gehen ganz offensichtlich von vollkommen unterschiedlichen Ethik-Begriffen aus. Du hast mit deinem menschenverachtenden Vokabular, deiner Abscheu vor »fremdländischen Genossen« und politisch andersdenkenden »Minusmenschen« zugenüge deutlich gemacht, dass Menschenleben für dich keinen Wert an sich haben, sondern sich nur an ihrer Nützlichkeit für die Fiktion einer »Volksgemeinschaft« bemessen. Und offensichtlich ist dir auch der ethische Unterschied zwischen Schuld (des Staates) und Verantwortung (der nachgeborenen Bürger) unbekannt oder bloß gleichgültig. Auf dieser Grundlage macht eine weitere Diskussion keinen Sinn mehr.

    Bist du also nicht nur Humangenetiker, sondern auch Historiker, um die Feststellung der Singularität des Holocaust als ahistorisch abzutun? Auch diese Frage ist rein rhetorisch, deine Quellen kannst du dir sparen.

    Aprospos Quellen: Soweit ich mich erinnere, habe ich erst ein Mal eine deiner Quellen disqualifiziert (und das wohl begründet). Ich habe sie nicht akzeptiert, weil es sich um einen völlig unseriösen Erfahrungsbericht eines White Pride-Rassisten auf einem ultrarechten AltRight Internetmagazin, auf dem das »weiße Rassenbewusstsein« propagiert wird, handelte. Mit solchen Quellen gewinnst du in der realen Welt keinen Blumentopf.

    Mir ist klar, dass Leute wie du so schnell wie möglich jegliche Form der Aufarbeitung des durch den deutschen Staat ausgeführten Völkermordes an den Juden beenden und nie wieder daran erinnert werden wollen. Aber sei versichert: Anders als du denkst, seid ihr Nazis (diese grobschlächtige Charakterisierung nehme ich mir einfach mal heraus, nachdem du mich ebenso grobschlächtig unter die SJW subsumiert hast – fühl dich geschmeichelt, dieses Wort benutze ich nur dort, wo es angebracht ist) nur eine winzige Minderheit und sehr, sehr weit von einer Machtübernahme entfernt.

    Damit beende ich diese fruchtlose Diskussion.

  20. Also Nazi ist wirklich grobschlächtig, finde ich jetzt doch ein wenig überzogen! Da finde ich mich nicht wieder. Abgesehen davon, ich spreche für keine Gruppierung oder Organisation, nur für mich selbst! Und das Ich irgendwann einmal die Macht übernehme, dafür stehen die Chancen, tatsächlich, leider verdammt schlecht.

  21. Carl Sand

    Hej Robert. Wir wollen nicht mit Dir reden. Aber schön, dass Du da warst.

  22. Robert Wagner

    @ Carl Sand

    Du solltest dringend an der inhaltlichen Substanz Deiner Wortbeiträge arbeiten.

  23. Carlos Wefers Verástegui

    @Robert Wagner

    Sie picken sich die Rosinen, wie´s Ihnen gefällt, sagen mal »hü«, mal »hott« und winden sich dabei wie ein Aal. Sie operieren nur mit ideologischen Versatzstücken und versuchen, über geistloses Abwürfeln von Mainstreamphrasen bezüglich Staat, Verfassung und Gesellschaft mit der Sokratestour hinweg zu täuschen. Tut mir leid, aber, diese Überlegenheit kaufe ich Ihnen einfach nicht ab, Sie aber halten sich für überlegen – mit Ihren endlosen Monologen. Ist ja gut!

  24. Carl Sand

    Nö. Pffffrrrrrttt (fulminanter Lippenflatus)

  25. Robert Wagner

    @ Carlos Wefers Verástegui

    Ich weiß ja, dass jemand wie ich unbequem ist. Ich diffamiere nicht sofort jeden irgendwie rechts stehenden Menschen in Antifa-Manier hysterisch als Nazi oder Rechtspopulisten – xerox hat sich diese Attribuierung, die zunächst eine Feststellung und keine Beschimpfung ist und bei ihm zumindest in die richtige Richtung geht, hier und an anderer Stelle redlich verdient – und spreche ihm jedes Recht auf Meinungsäußerung ab. Stattdessen setze ich mich auf der Grundlage einer einigermaßen soliden historisch-politischen Bildung intellektuell mit den Thesen und Argumenten der neurechten, völkischen Seite auseinander und bin sogar ernsthaft an den Argumenten der Gegenseite interessiert. So jemand macht es eben erforderlich, seine in den Raum geworfenen Thesen auch nachvollziehbar zu begründen – daran scheinen Sie aber nicht gewöhnt zu sein, denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass Sie fortwährend so dünnhäutig und beleidigt reagieren und mir jede Redlichkeit absprechen.

    Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Statt mir vorzuwerfen, ich würde mir »nur die Rosinen rauspicken« oder mich »wie ein Aal winden«, könnten Sie ja argumentieren, warum Spenglers Geschichtsphilosophie keine Nähe zum Faschismus aufweisen und nicht als metaphysische Vorbereitung der NS-Ideologie aufgefasst werden können soll; oder Sie könnten, an anderer Stelle, erörtern, inwiefern genau unser Grundgesetz und seine freiheitlich-demokratische Grundordnung Produkt einer Ideologie sein soll, und warum das, was Sie an seine Stelle setzen würden (auf meine Frage danach sind Sie gar nicht erst eingegangen), hingegen nicht ideologisch motiviert wäre; oder warum dem juristischen Fachbegriff der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung keine Objektivität anhaften, er also eine leere Phrase sein soll; oder warum die Ökobilanz einer veganen, umweltbewussten Ernährung schlechter sein soll als die einer fleischreichen Ernährung unter den Bedingungen der heutigen Massentierhaltung (eine besonders gewagte These); oder was für eine Art Republik Sie sich vorstellen, wenn Sie zugleich eine so große Ablehnung der Demokratie gegenüber an den Tag legen.

    Auf meine Nachfragen zu all diesen interessanten Thesen und Anschauungen sind Sie nicht weiter eingegangen und haben sich stattdessen aus der Diskussion verabschiedet, nicht ohne sich als schlechter Verlierer zu erweisen und mir zweimal zu raten, ich solle mich an »pensionierte, rotwangige Gymnasiallehrerinnen mit grau melierten Haaren« wenden. Ehrlich gesagt erscheint mir eher dieses Verhalten wie das Winden eines Aals und das Herauspicken von Rosinen bzw. das Ignorieren von unbequemen Fragen.

    PS: Ihr Argument, der Veganismus sei eine moderne Form des Manichäismus, weil dessen Anhänger wie heutige Veganer – aber sicherlich aus anderen Motiven – das Leben von Tieren achteten und deshalb kein Fleisch aßen, und weil manche Veganer aus ihrem Lebensstil eine Art Pseudoreligion machen, ist nicht überzeugend. Analogien in Ernährungsgewohnheiten reichen nicht aus, um eine theologische Wesensverwandschaft zu begründen, die aus heutigen Veganern moderne Anhänger einer spätantiken orientalischen Religion machen würde. Und einen pseudoreligiösen Kult kann man um alles machen – gerade Ernährungs- und Gesundheitsfragen werden in der heutigen Zeit für viele zum Religionsersatz. Das spezifiziert einen Veganer aber noch lange nicht als einen Anhänger des Manichäismus. Das wollte ich nur gesagt haben, denn an der eigentlichen Stelle war ich aus Zeitgründen nicht mehr darauf eingegangen.

  26. Robert Wagner

    @ Carlos Wefers Verástegui:

    Noch eine Anmerkung: Wenn Ihnen meine »Monologe« zu lang sind, muss ich mich schon wundern. Sind Sie nicht Historiker? Dann sollten Sie es doch gewöhnt sein, viel zu lesen. Und in einer ernsthaften Diskussion auf den Seiten eines Internetmagazins, das einen gewissen intellektuellen Anspruch erhebt, lässt es sich nun mal nicht vermeiden, längere Ausführungen zu machen.

  27. und spreche ihm jedes Recht auf Meinungsäußerung ab.

    Größenwahnsinnig? Du hast und wirst auch nie, über die Machtmittel verfügen, mein Recht auf Meinungsäußerungen/Handlungen zu verhindern. Lächerlich macht man sich, wenn man etwas als unseriös bezeichnet, bloß weil es nicht in das eigene Weltbild passt. Deine Ignoranz hast Du ja bereits öfter unter Beweis gestellt. Jemandem seine Erfahrungen absprechen zu wollen und selbst auf dem Gebiet keine zu haben, da muß man schon ein echter SJW, mit eigenem Einhorn, sein. In der Sache war dem Lehrer überhaupt nicht zu widersprechen, Dir hat bloß die Quelle nicht gefallen. Eigene Erfahrungen mit diesem Klientel, bestätigten seine Aussagen, eigentlich zu 100%.
    Doch Argumente interessieren Dich gar nicht, Du willst bloß Deine sattsam bekannten Gutmenschen Plattitüden los werden. Besonders deutlich war das ja beim Thema Vergangenheitsbewältigung zu sehen. Kein einziger, eigener Gedanke, bloß ein Statement wie von der Bundeszentrale für politische Unbildung. Einfach langweiliges Sklavendenken, genau den gleichen Schmus, dehn mir meine Lehrer, jahrelang vorgekaut haben. Auch Deine moralische Überhöhung, können über die sattsam bekannten Worthülsen, nicht hinweg täuschen.
    Das Dir die Zahlen von anderen Völkermorden entweder nicht bekannt oder egal sind, spricht übrigens nicht gerade für Dein historisches Wissen. Ich nehme Menschen, wie Dir, auch nicht ihre »Betroffenheit« ab, denn die Toten von z.B Workuta, sind euch doch auch schxxxxegal! Also spart euch doch eure Empörung und Entrüstung!

    Deine reale Welt, ist die Unifilterblase von Göttingen. Aber keine Sorge, die echte Welt, wird auch noch an Deine Tür klopfen. Vielleicht nicht morgen, vielleicht auch nicht übermorgen. Doch sie wird anklopfen, sie wird in den nächsten 20 Jahren bei uns allen anklopfen! Mal sehen, wer übrig bleibt.

  28. Robert Wagner

    @ xerox

    Ich spreche eben nicht irgendjemandem sein Recht auf freie Meinungsäußerung ab, in dem Satz war eine Negation, also komm wieder runter. Und zu deiner »Quelle«, die du mir andernorts genannt hast, nur so viel: Dieser Lehrer hat seine durch eine zutiefst rassistische Brille erlebten Erfahrungen mit schwarzen Unterschichtenschülern an einer Schule auf alle Schwarzen weltweit übertragen – wenn das nicht unseriös sein soll, was dann? – und ihnen sogar die Fähigkeit zu romantischen Gefühlen, also zu Liebe, abgesprochen. Er hat sie quasi entmenschlicht, aber wir haben ja schon an deinen Äußerungen in dieser Diskussion gesehen, dass das bei Menschenfeinden wie dir Methode hat.

  29. Robert Wagner

    @ xerox:

    Die historisch Singularität des Holocaust liegt in der Kombination von Quantität (ca. 6 Mio. Juden) und Qualität (»Endlösung der Judenfrage« als Staatsräson, quasiindustrielle Ausführung, »jüdisches Blut«, d. h. jüdische Religionszugehörigkeit auch nur der Vorfahren als alleiniger Vernichtungsgrund). Das alles zusammen macht den Holocaust zu einem einzigartigen Völkermord (nach UN-Defintion), wobei er nur die Spitze der Verbrechen der Nationalsozialisten darstellt. Viele weitere Millionen Menschen wurden u. a. als Dissidenten, Kriegsgefangene, »Volksschädlinge« (z. B. Homosexuelle und Behinderte) oder einfach nur als Zivilisten am Rande von Kriegshandlungen in und außerhalb von Konzentrationslagern ermordet, nicht zu vergessen der »kleinere« Völkermord an den Sinti und Roma. Das alles ist hinreichend durch Augenzeugenberichte und die historische Forschung belegt – durch richtige Historiker, nicht durch solche Scharlatane a là David Irving, deren »Studien« du wohl eher zur Grundlage nimmst.

    Dieser gigantische Massenmord ist im Namen des deutschen Staates geschehen, der damit eine enorme Schuld auf sich genommen hat, und begründet, ob es rassistsichen Menschenfeinden wie dir gefällt oder nicht, eine besondere Verantwortung des heutigen deutschen Staates. Eine Verantwortung tragen aber auch seine Bürger als Nachfahren der damaligen Deutschen, die die Nationalsozialisten durch die demokratische Wahl von 1933 erst an die Macht gebracht haben und die später vor den Deportationen und dem alltäglichen Unrecht in den allermeisten Fällen die Augen verschlossen haben, wenn sie sich nicht sogar in seinen Dienst gestellt haben. Diese Verantwortung umfasst v. a. die Sorge dafür, dass diese Menschheitsverbrechen nicht vergessen werden, woran Menschenfeinde deiner Sorte ja eifrig arbeiten. Und wenn man bedenkt, dass mittlerweile eine Partei im Bundestag sitzt, in der solche Revisionisten große Macht haben (Bernd Höcke), wird deutlich, wie wichtig diese Verantwortung heute ist. Das ist der einzige Grund, warum ich deinen bizarren, rassistischen und revisionistischen Kommentaren überhaupt so viel Beachtung schenke.

    Was du als »Sklavendenken« bezeichnest, ist mein Begriff von Anstand und Ethik; aber dass du einen gänzlich anderen, von Gestalten wie Carl Schmitt (»Kronjurist des Dritten Reiches«, der maßgeblich an der Gleichschaltung des Justizwesens beteiligt war) geprägten Ethikbegriff hast, habe ich ja bereits festgestellt.

    Weitere Ausführungen zu dem Thema spare ich mir – das wäre zuviel der Ehre.

  30. Carlos Wefers Verástegui

    @Robert Wagner

    Ich weiss nicht, was Sie sich unter »Historiker« vorstellen, ist mir auch, gelinde gesagt, piepschnurzegal was Hinz und Kunz und Robert Wagner sich darunter ausmalen.

    Menschliche Zeugnisse sind wie Weine: was von anfang an schlecht ist bzw. war wird nicht besser durch den Lauf der Zeiten. Vielleicht hat einmal eine vollkommen verblödete Nachwelt Freude an Ihren genauso geistreichen wie scharfsinnigen Monologen, wer weiss. Dokumentarwert haben Sie/sie allerdings schon.

  31. Carlos Wefers Verástegui

    @Robert Wagner

    »Statt mir vorzuwerfen, ich würde mir „nur die Rosinen rauspicken“ oder mich „wie ein Aal winden“, könnten Sie ja argumentieren, warum Spenglers Geschichtsphilosophie keine Nähe zum Faschismus aufweisen und nicht als metaphysische Vorbereitung der NS-Ideologie aufgefasst werden können soll«

    - also, darauf könnte ich Ihnen schon eine fachliche und sachliche Antwort geben. Heute erst habe ich ganz zufällig etwas darüber gelesen, als Historiker 😉 😉 Ich werfe aber nicht gern Perlen vor die Säue, und bei Ihnen ist Hopfen und Malz verloren. Kurz: Sie VERDIENEN keine kompetente Antwort darauf.

    Kurzer Hinweis trotzdem: wüssten Sie etwas über Spenglers Geschichtsphilosophie, Sie sähen, dass diese der der Nazis diametral entgegen gesetzt ist. Für Spengler ist aufgrund naturwissenschaftlicher Zyklik – er nennt´s »Notwendigkeit« – der »Untergang« gemachte Sache, für die Nazis brach eine neues Zeitalter an weil die Nazis eben doch fortschrittsgläubig waren.

  32. Carlos Wefers Verástegui

    @ Robert Wagner

    P.S. Die Dame gibt es übrigens wirklich. Sie heisst Brigitte S., und tickt genau wie Sie. Mit ihr können Sie dann einen höheren Monolog in Dialogform halten. Geistesverwandtschaft, Kongenialität ist doch etwas schönes.

  33. Carl Sand

    Na gut, einen noch:

    Robert:
    »Benito Mussolini hat sich natürlich zu Spengler bekannt«

    Hitler aß natürlich gerne Sahnetorte.

  34. Keine Ahnung, was Du da gelesen hast, aber einen globalen Anspruch, gab es in diesem Text nicht.
    Die »zutiefst rassistische« Brille entspricht Deiner Weltsicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Das war kein wissenschaftlicher Text und hat auch nirgendwo diesen Anspruch erhoben! Es waren die Erlebnisse, von einem Lehrer aus dieser Schule und es ging um diese spezifisch »afro-amerikanische Kultur«. Das es in einer Dorfschule in Gambia, anders abläuft, dürfte eigentlich klar sein. Da sich dieser Text ja zuallererst an US-Amerikaner richtete, konnte jeder, der das gelesen hat, es mit seinen eigenen Erfahrungen abgleichen. Nicht mehr, nicht weniger. Diejenigen unter denen, die etwas reflektierter sind, kritisieren im übrigen ziemlich das gleiche:
    http://www.returnofkings.com/158988/painful-lessons-that-white-men-can-learn-from-the-black-community

    Zur Singularität habe ich bereits alles gesagt=beste Marketingabteilung der Welt. Ich werde Dir jetzt die 100 Mill. Toten des internationalen Kommunismus nicht vorrechnen! Wenn es da mal eine ähnliche Gedenkkultur dazu gibt, reden wir weiter.

  35. Robert Wagner

    @ xerox:

    Ach, bitte, xerox. Langsam muss ich annehmen, dass du gar nicht weißt, was das Wort seriös eigentlich bedeutet. Wenn dieser dubiose Erfahrungsbericht gar keinen Anspruch darauf erhebt, ernst genommen zu werden, warum hast du ihn dann überhaupt aufgebracht? Räum doch einfach ein, dass er nichts weiter ist als die Gehirnwixe eines durch völkische Ideologie vernebelten (und als Geschichtslehrer übrigens völlig unqualifizierten) Rassisten, die du dazu nutzt, dich in deinen eigenen rassistischen Vorurteilen zu bestätigen. Wie soll man dich so bitte noch ernst nehmen…

    Und dein Versuch, die singuläre deutsche Schuld zu relativieren und sie vergessen zu machen, überzeugt auch nicht. Es geht nicht um die bloße Zahl der Opfer, ein solches rein arithmetisches Aufrechnen ist ohnehin ethisch höchst zweifelhaft. Es geht um die Qualität des Holocausts als eines rassistisch motivierten Völkermordes, der Staatsdoktrin eines kurz zuvor noch hochzivilisierten Landes wurde, von der Bevölkerung durch ihr Wegsehen und Mitläufertum mitgetragen und durch eine demokratische Wahl erst ermöglicht wurde – Gestalten wie Mao oder Stalin wurden nicht gewählt, sind unter ganz anderen Umständen an die Macht gekommen und haben auch nicht den ganzen Staatsapparat eingesetzt, um industrie- und planmäßig eine rein genealogisch definierte riesige Gruppe von Menschen bis auf das letzte Kind auszurotten. Und selbst wenn es einen vergleichbaren Völkermord irgendwoanders gegeben hätte, würde das nicht das Geringste an unserer Verantwortung ändern, als Nachfahren der Täter und Mitläufer von damals dergleichen oder Ähnliches nicht noch ein Mal geschehen zu lassen. Dass ausgerechnet solche Menschenfeinde wie du, die damals die eifrigsten Helfer Hitlers gewesen wären, genau diese Verantwortung leugnen, ist zwar konsequent, aber dennoch im höchsten Maße abstoßend und obszön.

    Damit betrachte ich diesen Teil der Diskussion als erledigt. Wie gesagt, wir drehen uns sonst nur im Kreis.

  36. Robert Wagner

    @ Carlos Wefers Verástegui:

    Zu Spengler: Wenn Sie sich meine Antwort an Sie vom 15. März noch mal aufmerksam durchlesen – auf gründliches Lesen legen Sie, dachte ich, doch so großen Wert? –, werden Sie sehen, dass ich von einer geistigen NÄHE zum NS-Faschismus spreche und sogar ausdrücklich betone, dass es sich nicht um eine völlige Übereinstimmung handelt. Das tat ich, um eben jenem von Ihnen angeführten Argument präventiv den Wind aus den Segeln zu nehmen. Lesen Sie meine Beiträge bitte sorgfältiger, ich möchte nicht umsonst so viel Zeit darin investiert haben

    Sie haben mit dem Begriff der naturwissenschaftlichen Zyklik schon ein wesentliches Element von Spenglers Philosophie angedeutet, nämlich die biologistische Grundlage seines Kultur- und Geschichtsverständnisses. Jede Kultur durchläuft nach Spengler ihren eigenen Zyklus aus »Vorzeit«, »Frühzeit« und »Spätzeit«, die schließlich in die Auflösungsphase der »Zivilisation« mündet, die wiederum die Kultur ablöst und sie zu Grabe trägt. Ist dieser Zyklus – Spengler spricht hier von einer »historischen Morphologie« – auch in seinen Grundzügen unveränderlich und ist auch jedes Volk mit seiner Kultur diesem Zyklus unterworfen, ist jede Kultur bzw. das sie tragende Volk für sich doch eine einzigartige, charakteristische Ausprägung der Menschheit, hat eine spezifische »Seele«, wie er schreibt, die auf den natürlichen Grundlagen wie etwa der »Rasse« beruht. Von einem universalen Menschenbild, das man von einem der NS-Ideologie diametral gegenüber stehenden Gedankengebäude erwarten würde, ist Spengler also denkbar weit entfernt.

    Der Zivilisation im Spengler’schen Sinne als Endphase einer Kultur bzw. des jeweiligen Volkes kommt in seiner Philosophie eine besondere Bedeutung zu. Sie ist nicht mehr eigentlich Teil der Kultur, sondern löst diese ab und steht zu ihr in einem Verhältnis »wie das Gewordene zum Werden, wie der Tod zum Leben« (Spengler, 43). Sie ist die Manifestation der »äußersten und künstlichsten Zustände, deren eine höhere Art von Menschen fähig ist« (Spengler, 43), und ist damit der am weitesten von den natürlichen Grundlagen eines Volkes, von dessen »Gefühl für das Notwendige und Selbstverständliche des Daseins« (Spengler, 678 f.) entfernte Zustand, der notwendig über kurz oder lang zu dessen Untergang führt. In dieser Auflösungsphase der Kultur hat das jeweilige Volk nur noch die Freiheit, »das Notwendige zu tun oder nichts. Und eine Aufgabe, welche die Notwendigkeit der Geschichte gestellt hat, wird gelöst, mit dem einzelnen oder gegen ihn« (Spengler, 1195).

    Es ist also ein überaus fatalistisches Geschichtsbild, in dem Dinge wie Moral und Ethik keine Rolle mehr spielen. Es geht nur noch um reine Machtpolitik, um das Bestehen und Gedeihen des kollektivistisch verstandenen Volkes angesichts des historisch »Notwendigen« – dementsprechend versteht Spengler einen großen Staatsmann auch als den »Gärtner seines Volkes« (Spengler, 1116). Der einzelne Mensch spielt keine Rolle mehr. Der Philosophieprofessor August Messer hat deshalb schon 1922 in seiner Analyse von Spenglers Hauptwerk festgestellt: »Sein Fatalismus raubt uns […] Verantwortungsgefühl, Gewissen und Ehrfurcht vor uns selbst; sein Begriff ›Schicksal‹ wird Deckmantel für Willensschwäche« (Messer, 203). Besonders deutlich wird dieser Diskurs vom Primat der Machtpolitik und des kollektivistisch verstandenen Volkes vor Ethik und Moral in folgender Passage:

    »Die Weltgeschichte ist das Weltgericht: sie hat immer dem stärkeren, volleren und seiner selbst gewisseren Leben Recht gegeben. […] sie hat immer die Wahrheit und Gerechtigkeit [Moral und Ethik] der Macht, der Rasse [also dem Erhalt der Volksgemeinschaft] geopfert und die Menschen und Völker zum Tode verurteilt, denen die Wahrheit wichtiger war als Taten [zur Bewältigung des historisch Notwendigen], und Gerechtigkeit wichtiger als Macht« (Spengler, 1194).

    Das erinnert doch alles sehr an die Fiktion der »Volksgemeinschaft« der NS-Ideologie, der die Ethik und das Leben des Einzelnen strikt untergeordnet waren.

    Spengler war natürlich nicht der erste, der solch ein völkisch-biologistisches Geschichtsbild formulierte; ähnliche, wahnhafte, pseudowissenschaftlich legitimierte Ideen von der Geschichte als einem ewigen Rassenkampf gab es schon seit der Mitte des 19. Jhs. (Gobineau, Chamberlain). Aber Spengler hat dieses Geschichts- und Kulturverständnis im deutschen Sprachraum enorm popularisiert. Er war mit seinem »Untergang des Abendlandes«, erschienen in zwei Bänden 1918 bzw. 1922, der »publizistisch erfolgreichste politische Schriftsteller der Zwanziger Jahre« (Sieferle, 106). Im politisch und gesellschaftlich aufgewühlten Klima nach dem 1. Weltkrieg und dem Diktat von Versailles, als sich ein Großteil der Deutschen um Recht und Gerechtigkeit betrogen sah und um die Zukunft des Volkes bangte, stießen solche Ideen bei breiten Schichten auf ein großes Interesse. Spengler war an der Verbreitung dieser völkischen Ideen in der Weimarer Republik maßgeblich beteiligt, seine Bedeutung als Wegbereiter der NS-Ideologie darf also nicht unterschätzt werden. Das meint Karl Löwith, ehemaliger Schüler Heideggers, wenn er schreibt: »Spengler hat durch seine Schriften die Ideologie des Nationalsozialismus befördert wie kein anderer« (Löwith, 25).

    verwendete Literatur:

    Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte, 9. Aufl., München 1988.

    Karl Löwith: Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Ein Bericht. Frankfurt/M. 1989.

    Rolf Sieferle: Die Konservative Revolution. Fünf biographische Skizzen. Frankfurt M. 1995.

    August Messer: Oswald Spengler als Philosoph. Stuttgart 1922.

    Und jetzt würde ich gerne ein ernstzunehmendes(!) Argument von Ihnen hören, warum diese Interpretation abwegig ist und man bei Spengler keine geistige Nähe zum NS-Faschismus feststellen können soll. Dass die Nazis den Pessimismus Spenglers ablehnten und ein neues blühendes Zeitalter der »arischen Rasse« aufkommen sahen, ändert an der geistigen Wesensverwandschaft überhaupt nichts. Von einer »diametral entgegengesetzten« Geschichtsphilosophie, wie Sie behaupten, kann keine Rede sein, wie ich hier ausführlich dargelegt habe. Wenn Sie ein solches Argument nicht anführen können, bitte ich aber trotzdem darum, mich nicht als ideologisierten, von Toleranz weichgespülten und verhalltensauffälligen Idioten zu diffamieren. Dann schweigen Sie besser.

  37. Carlos Wefers Verástegui

    @ Robert Wagner

    Sie brauchen Bestätigung? Haben Sie FEIN gemacht. Ich brauche Sie gar nicht zu diffamieren, dass mit bzw. bei Ihnen »etwas los« ist, ist offensichtlich. Werde aber nicht über Sie lachen, nachher tun Sie sich vielleicht noch etwas an.

  38. Robert Wagner

    @ Carlos Wefers Verástegui:

    Hätte er doch besser geschwiegen…

    Das Lustige daran ist, dass ich ganz kurz tatsächlich dachte, Sie würden ein echtes Argument anführen, das mich dazu zwingt, mich intensiver mit Spengler auseinanderzusetzen. Aber nun gut. Es tut mir sogar schon ein bisschen leid, dass ich Sie intellektuell dermaßen entblöße. Aber Sie müssen zugeben, dass Sie es jemandem, der die Dinge hinterfragt, auch sehr leicht machen. Und nein, ich tue das alles nicht, um Bestätigung zu erheischen. Wenn Sie mal reflektieren, was für ein Bild Sie nach außen abgeben, kommen Sie vielleicht darauf, warum ich das hier tue.

  39. Carlos Wefers Verástegui

    @ Robert Wagner

    Ernsthaft – Sie sind ein sehr kranker Mensch.

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