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NPD zerstört Phantasialand

Im Zuge der Europawahl wurde zum Spaß auch in den zehnten Klassen der Fridtjof-Nansen Realschule im westfälischen Gronau gewählt. Die »Juniorwahl« verhagelte jedoch zuerst den Lehrern und dann den Schülern den Spaß, wie die Westfälischen Nachrichten berichten.

Die Lehrer mußten mit Erschrecken feststellen, daß rund 25 Prozent der Schüler die NPD ankreuzten. »Wir sind betroffen über die Meinungsäußerung unserer Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrganges«, teilte die Schulleitung mit, nicht ohne anzufügen: »Wir akzeptieren natürlich die Wahlfreiheit. Wir schränken diese in keinster Weise ein. Jeder darf die Partei wählen, durch die er vertreten werden möchte. Doch haben auch Lehrer die Freiheit, ihre Meinung zu äußern. Wir möchten mit unserer Reaktion ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen.«

Die angekündigte Reaktion war die Streichung des geplanten Tagesausfluges in den Freizeitpark Phantasialand. Denn dabei handele es sich um ein freiwilliges Angebot der Klassenlehrer, das nun zurückgenommen werde.

Die Schüler reagierten betroffen über die kollektive Bestrafung. Auf Facebook schrieben sie, es solle »nur ein Spaß« gewesen sein. Doch die Schulleiterin der »Europaschule«, Hedwig Poll-Wolbeck, spaßt nicht: »Entweder aus Spaß oder aus Überzeugung – eines ist so schlimm wie das andere.« Und da zuvor ausführlich über das Thema Wahlen und Parteien im Unterricht diskutiert wurde, wertete die Schulleiterin die Aktion nicht als Spaß, sondern als Provokation: »Die haben gewusst, was sie tun.«

Bild: Achterbahn im Phantasialand (RWampers / flickr.com / CC)


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