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Keine Werbung: Piefiger Piefke in Österreich

Der »Kabarettist« Dirk Stermann tourt durch Österreich und kokettiert mit seiner Eigenschaft als Piefke, also als nichtösterreichischer Deutscher. Üblicherweise ist Kabarett ja politisch unkorrekt, nervend für die Herrschenden, wirkt anprangernd, ätzend und aufklärend. Dirk Stermann ist in diesem Sinne kein Kabarettist, sondern spielt brav den Hofnarr der Multikultieliten. In seinem Eifer scheut er sich nicht die semitotalitären bundesdeutschen Zustände nach Österreich tragen zu wollen. Im Interview mit 3sat Kulturzeit äußer er sich wie folgt:

Und ich leide darunter, dass in Österreich zu viel möglich ist, was in Deutschland nicht möglich wäre, also, Leute, die grauenhafte Dinge sagen, ohne dass es jemanden gibt, der dann sagt: „Das darfst du nicht“ oder „Wenn du das sagst, dann musst du jetzt deinen Job, äh, bist du deinen Job los.“ In Österreich kann man sich wahnsinnig viel herausnehmen. Das ist auf der einen Seite gut, wenn man Kabarettist ist, aber wenn man Politiker ist, dann ist es für das Volk, das solche Politiker hat, und denen das zugesteht, sowas sagen zu dürfen, kein… Mmh. Das ist nicht gut.

Eine kabarettistische Groteske sondergleichen. Probleme gibt es nicht, es sind allerhöchstens gefühlte Ängste. Die kulturelle Schicht ist völlig durchseucht mit Gutmenschenparolen verordneter Glückseligkeit und bermerkt ganz offensichtlich nicht, den totalitären Anspruch der eigenen Positionen. Dass dieser Mann auch noch als in Duisburg Geborener die Welt mit seiner nihilistischen Fortschrittlichkeit beglückt, passt perfekt ins Bild. Alles Gute kommt schließlich aus NRW.

Das ist genau der widerliche, belehrende, heilsbringende, Patentrezepte verschreibende, häßliche, aber doch irgendwie deutscheste Typus aller Deutschen. Da taucht er wieder auf. So ganz nebenbei beim allzu bemühten und gelernt habenden Gutsein.

Entlarvend und charakterlich äußerst unschön. Fremdschämen ist angesagt.

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