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Der Professor ein Sympath: Tatbestand Zivilcourage

Prof. Dr. iur. utr. Ralph Weber (CDU) ist offenbar der Auslöser für den (vermutlich rechtswidrigen) Beschluss der Universitätsverwaltung der Ernst-Moritz-Arndt-Unversität Greifswald, ein Verbot von »Thor Steinar«-Klamotten auf dem Universitätsgelände über die Hausordnung durchzusetzen.

Ein Mann, der aus exakter Kenntnis der Theorie des liberademokratischen Rechtsstaates heraus offen Position bezieht, gerät in das Visier der Deutschen Jakobiner und deren Kindergärtner. Und wird vom Spiegel assoziativ mit Postnationalsozialisten zusammengerührt. Diese Vorgehensweise ist langsam als billigstes Standardrepertoire der rot-grün verseuchten Presseorgane bekannt. Dass stalinistische Methoden auch von Teilen der Universitätsleitung zu erwarten waren, zeigte schon der glücklicherweise gescheiterte Versuch die Arndt-Universität umzubenennen.

Die Vermutung, dass Herr Weber einfach die Schnauze voll von den Idioten hat, die ihn bevormunden wollen, und wohl zum Teil auch bevormunden können, scheint nicht abwegig.

»Dass er Kleidung von Thor Steinar trägt, mag ich ihm nicht vorwerfen. Bei einem solchen Menschen liegt der Verdacht nahe, dass er eine bestimmte politische Position nur zur Provokation einnimmt. Vor allem wenn man mal bedenkt bei wem der sich habillitiert hat.«

mutmaßt der Meinungssöldner, der selbst Jurist ist.

Weber war an die EMA-Uni Greifswald gekommen, nachdem die Universität Rostock, an der er vorher lehrte, den Staatsexamensstudiengang Rechtswissenschaften abgeschaffen hat, um Jura nur noch als Bachelorstudium anzubieten. Damals schrieb er in einem öffentlichen Abschiedsbrief:

Wehmütig ist auch der Blick zurück auf die Studierenden, die meine Vorlesungen durchlaufen (und durchleiden) mussten, die aber uneingeschränkt dem 1. Juristischen Staatsexamen zustrebten, ohne diese Veranstaltungen mit nicht staatsexamensbezogenen Bachelor-Studierenden, uninteressierten Lehramtsstudenten oder notwendigerweise dabeisitzenden WiSo’s teilen zu müssen. Ihnen allen danke ich für die Aufmerksamkeit und das Gefühl, ein wenig Verständnis für die Logik der Rechtswissenschaft vermittelt zu haben.

Wut und Zorn hingegen prägen den Blick auf die Ursachen der Schließungsentscheidung. Ohne Gespür für die Notwendigkeit einer eigenständigen Juristenausbildung und ohne plausible Gründe wird eine funktionierende und von den Studierenden gut nachgefragte Fakultät auf Druck einer inkompetenten und aus bildungspolitischen Nieten bestehenden Landesregierung geschlossen, während an derselben Universität Fakultäten und Fachbereiche mit zusätzlichen Professorenstellen künstlich am Leben erhalten werden, die vom Wissenschaftsrat ein weit unterdurchschnittliches Niveau bescheinigt bekommen haben und deren Schließung der Wissenschaftsrat unserer Landesregierung nahegelegt hat. Scheinbar muss man in diesem Lande nur richtig schlecht und erfolglos arbeiten, um als Fakultät wie als Minister gefördert bzw. gefeiert zu werden. Wie schade für alle nicht ganz so Schlechten!

[...]

Enttäuschung dagegen bietet der Blick auf dasjenige, was unserer Juristischen Fakultät in Rostock nunmehr bevorsteht. Unterricht für Nichtjuristen, die niemals die Befähigung zum Richteramt und damit die Zulassung zu den klassischen juristischen Berufen (Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Notar) erlangen werden und nicht vor Gericht auftreten dürfen. Denn der sich hinter der wichtig klingenden Bezeichnung „Wirtschaftsjurist“ versteckende Bachelor in Jura ist eben kein juristischer Grad, der die Befähigung zum Richteramt verleihen würde, sondern Jura light für Sachbearbeiter in Wirtschaft, Versicherung und Banken, die hier aber mit den vielen mit eher schlechtem Staatsexamen besser qualifizierten Volljuristen um die wenigen Plätze konkurrieren – also eine Ausbildung mit und für die Arbeitslosigkeit. Das hat diese Fakultät nicht verdient. Und diejenigen, die ihr das antun, sie in die 2. Liga der Fakultäten verbannen und Universität wie Ministerium damit das Feigenblatt belassen, die Juristische Fakultät ja gar nicht geschlossen, sondern nur den Staatsexamensstudiengang genommen zu haben, verdienen dafür weder Respekt noch Mitleid, denn sie wissen, was sie da tun! Ein ehrenvolles „Nein“ zu solchen Plänen wäre besser gewesen – ganz nach dem Motto: „Lieber stehend sterben als knieend leben“ (Böhse Onkelz). Deshalb bleibt auch kein Wunsch nach Erfolg für diesen Studiengang, sondern die Hoffnung, dass die potentiell hier „Wirtschaftsjurist“ Studierenden erkennen, dass sie als Feigenblatt missbraucht und in die Arbeitslosigkeit ausgebildet werden.

Ein unbequemer Mann, der der Deutschen Tugendwacht schon durch ein Interview mit der JF verdächtig wurde, weil er – wohl im Gegensatz zu Seehofer – nicht an der Möglichkeit einer neuen Rechtspartei zweifelt.

Auch Weber ist offenbar das Opfer von Rückverdummungsplänen der Bundes- und Landesregierung geworden, und muss einsehen, dass sich die neue Partei zuallererst gegen solcherlei Bestrebungen wird auflehnen müssen.

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