Alter Blog

»Innerer Reichsparteitag«: So schnell kanns gehn

Gestern war Madame Müller-Hohenstein noch Mitglied der totalitären Avantgarde vom Netz gegen Nazis,

und heute ist sie schon die BuhmännIn der Entrechteten, Diskriminierten und Dauerbeleidigten.

Wie tragisch. Denis Yücel darf bei der taz den empörten und integrierten Hippie-Türken mimen und auch Die Welt feiert lustvoll ihren äußeren Reichsparteitag. Wollen wir doch mal sehen, ob sie wirklich gefeuert wird, wie »Experten« bereits fordern. Schön wärs. Noch haben viel zu wenig Leute Schmerzen dieser Art. Na dann Katrin, stell schon mal den Antrag für ein Distanzierungsformular.

Die Idiotie einer neurotischen Tuntengesellschaft.

PS: Ich hab das live gesehen und die Reichsparteitagsnummer gar nicht mitbekommen. Schade eigentlich. Denn wenn, hätte ich einmal mehr herzhaft gelacht. Diese ganzen sogenannten Journalisten kramen ihre Zauberworte hervor und schon sind sie da: der Eklat, die Empörung, das Entsetzen und die Wut. Dabei sind sie wahrscheinlich innerlich genauso leer wie sonst auch. Jämmerlich.

Verwandte Themen

Wer gehört zu Deutschland? Der Islam gehört zu Deutschland! Der Islam gehört zu Deutschland? Die einen sagen „Ja“, die anderen „Nein“, oder „ein bisschen“. Aber fragt man d...
Der Deutsche: Verliebt in Selbsthass Der Deutsche ist eine tragikomische Gestalt. Er bewundert den englischen Bauernaufstand von 1381 oder die Französische Revolution, doch schreckt er wi...
Leitkultur und gesellschaftliche Selbstverständlic... Neuerdings wird in Deutschland ja gerne mal darüber diskutiert, ob wir hierzulande eine Leitkultur brauchen oder der radikale Multikulturalismus doch ...

4 Kommentare zu “»Innerer Reichsparteitag«: So schnell kanns gehn

  1. Die SPD hatte ihren letzten Reichsparteitag übrigens 1946:
    http://library.fes.de/fulltext/sozmit/1946-087.htm

  2. Ob Hanka Kliese das weiß?

  3. L'ancien régime

    »Katrin Müller-Hohenstein (ZDF) lobt den Nationalsozialismus«
    http://clemensheni.wordpress.com/2010/06/13/katrin-muller-hohenstein-zdf-lobt-den-nationalsozialismus-innerer-reichsparteitag/

    Wie unfaßbar bescheuert sind die da eigentlich?

    Und zu den in der »Welt« gebrachten Zitaten: was hat eigentlich das Kolonialwesen mit dem NS zu tun, es war doch schon 1918 Schluß gewesen…

    Daß sich der Ausdruck »innerer Reichsparteitag« auf die NS-RPT bezieht, dürfte klar sein. Und besonders sinnfällig ist der Spruch ja in der Tat nicht, eher salopp. So wenig verbreitet scheint er aber gar nicht zu sein.

    Daß daraus ein politischer Skandal gemacht und der Moderatorin allen Ernstes eine NS-Sympathie unterstellt wird, paßt freilich zu unserer veröffentlichten Meinung.

    Ich weiß nur nicht recht, was davon zu halten ist. Die Folge jdf. ist doch u. a. die, daß jetzt vermutlich nicht einmal mehr bspw. Eva Herman gebührlich in Schutz genommen werden kann, ohne daß auf den aktuellen Vorfall verwiesen wird. Der freilich auf ganz anderer Stufe steht, denn bei Herman ging es um sachliche Aussagen, die ihr verdreht worden sind, bei Müller-Hohenstein um einen gar nicht politisch implizierten saloppen Spruch. Den man auch gar nicht verteidigen kann, der es hier auch gar nicht wert ist. Sie kann man gegen den Vorwurf der NS-Nähe verteidigen, aber es gibt ihrerseits hier keine verteidigenswerte inhaltliche Aussage.

    Will heißen, das Ganze hat durchaus seinen Zweck für interessierte Kreise. Ich weiß nicht recht.

    Andererseits, wieso sollte sie sich für diesen Zweck selbst in Bedrängnis bringen…

  4. Endstation Landwehrkanal

    Ich habe solcherlei Redewendungen (klar: ohne Reichspräfix) eigentlich immer für typischen Zonensprech gehalten: mit Assoziationen an endloses Begrüßenundbeglückwünschen, nichtendenwollendes rhythmisches Klatschen, bolschewistische Selbstbeweihräucherung usw. aber mal ehrlich: so‹n innerer Parteitag kann doch jedem mal rausrutschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo