Anstoß

Reparation: Polens Forderung, unsere Chance

72 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges forderte Polen im August und September dieses Jahres Reparationszahlungen von der Bundesrepublik Deutschland.

Zuvor gab die Regierungspartei Polens (PiS) ein Gutachten in Auftrag. Darin heißt es, dass die Republik Polen einen legitimen Anspruch auf Wiedergutmachung durch die Bundesrepublik habe. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert erinnerte daran, dass Polen 1953 auf weitere Reparationszahlungen von Deutschland verzichtet habe. Damit ist die Sache aus deutscher Sicht vom Tisch. Oder etwa doch nicht?

Sowjetischer Druck und polnische Ohnmacht

Der Verzicht auf weitreichende Reparationen erfolgte aus polnischer Sicht unter dem Druck Moskaus. Polen war 1953 ein Marionettenstaat der Sowjetunion, gleich der DDR. Demnach diente diese Regulierung durch den großen Bruder vor allem der Völkerverständigung und Befriedung seiner Satellitenstaaten. Einzig mit der Ohnmacht Polens während dieser Zeit ist der Verzicht aus polnischer Perspektive zu erklären. Für die nationalkonservative Regierung Polens ist es jedoch nun an der Zeit diese Forderungen vorzutragen.

Verzicht ist Verrat

„Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 ist das Deutsche Reich nicht untergegangen. Es gibt keinen völkerrechtlich wirksamen Akt, durch den die östlichen Teile des Deutschen Reiches von diesem abgetrennt worden sind. Unser politisches Ziel bleibt die Herstellung der staatlichen Einheit des deutschen Volkes in freier Selbstbestimmung.“

Dieses Zitat von Theo Waigel (CSU) während eines Schlesier-Treffens in Hannover hat damals viele Konservative von den alten Ostgebieten träumen lassen. Der Ausspruch „Verzicht ist Verrat“ prangerte einstweilen sogar auf Wahlplakaten der NPD und wird bis heute von Splitterparteien wie Der 3. Weg oder anderen Gruppen vorgetragen. Doch was bedeutet dieser „markige“ Spruch? Er beinhaltet vor allem die vollständige Repatriierung der deutschen Ostgebiete vor 1939. Damit lässt man ganz bewusst den Revanchismus zwischen Deutschen und Polen aufblühen.

Fakt ist, dass die ehemaligen deutschen Ostgebiete kaum mehr als solche bezeichnet werden können. Der deutsche Bevölkerungsanteil in Polen liegt bei ca. 350.000 bis 400.000 Menschen. Sollte Deutschland die ehemaligen Ostgebiete rein hypothetisch zurückbekommen, so stellt sich die Frage: „Wer soll da leben?“

Das deutsche Volk schafft derzeitig nicht einmal eine ausreichende Reproduktion eigener Bevölkerungsanteile, um in westdeutschen Großstädten langfristig die Mehrheit zu stellen. Diese demographischen Lücken wollen die Eliten der Blockparteien durch Migration aufschütten und stopfen. Was das im Detail bedeutet, lässt sich in Frankfurt am Main, Duisburg, München, Berlin, Bremen oder Hamburg besonders deutlich anhand der nichtdeutschen Bevölkerungsanteile erkennen.

„Gewonnene Ostgebiete“ bergen also im Moment die Gefahr, als Siedlungsraum für Migranten aus arabischen Ländern und/oder als strukturschwache Armutsstreifen zu veröden. Beide Fälle sind diesen kulturell bedeutsamen Gebieten nicht würdig. Ein Verbleib unter polnischer Regierung verhindert zwar eine direkte deutsche Kontrolle, schafft der dort lebenden Bevölkerung aber die Sicherheit vor der Islamisierung und dem islamistischen Terror. Eine deutsch-slawische Identität wird unter dem derzeitigen Status Quo gesichert.

Selbstbewusster Verzicht

Daher halte ich es für ratsam, mit der eigenen Geschichte und unseren kulturellen und geografischen Nachbarn selbstbewusst umzugehen. Das heißt, ein bewusster Verzicht und die Zahlung von den geforderten Reparationen können ein Schlüssel zur dauerhaften Partnerschaft zwischen Deutschen und Polen sein. Die Europaidee einer friedlichen und partnerschaftlichen Koexistenz ist kein Produkt liberaler oder linker Eurokraten.

Das „Europa der Vaterländer“ entstammt konservativen Impulsgebern (z.B. Charles de Gaulle). Der Europagedanke muss den Linken entrissen und durch uns erneut konservativ besetzt werden. Als Rechte und Konservative sollten wir, gerade wenn die Merkelregierung jedwede Gespräche dieser Art mit Polen ablehnt, uns für diese vaterländische Verständigung aussprechen! Die Haltung Polens oder auch Ungarns in Bezug auf Europa zeigt sehr deutlich, welche starke Alternative es zum Merkelismus in Westeuropa gibt.

Höchstwahrscheinlich wurde auch gerade deswegen die polnische Forderung so kurz und knapp abgebügelt. Sollte sich Europa weiter in Richtung Dystopie entwickeln und ein gewaltsames Ende in einem neuen Bürgerkrieg finden, sollte es ratsam sein einen starken und geeinten Nachbarn hinter sich zu haben. Eben diese Partner könnten die Visegrad-Staaten (und damit Polen) sein. Rechtes Denken sollte mehr denn je das Gestern verlassen und bereits über das Morgen entscheiden.

(Bild: Beata Szydlo, Ministerpräsidentin Polen, Bild: gemeinfrei)


17 Kommentare zu “Reparation: Polens Forderung, unsere Chance

  1. Karl Eduard

    Werter Herr Deutsch,

    Ihre Annahme, Polen könnte auf weitere Forderungen verzichten, wenn Deutschland zahlt und sein Staatsgebiet offiziell abtritt, ist irrig. Bitte beschäftigen sie sich, falls noch nicht getan, mit dem polnischen Nationalismus seit 1915. 1915 wiedererrichteten das Deutsche Kaiserreich und die österreich-ungarische Monarchie auf dem, dem Zaren abgenommenen Territorium, die polnische Republik. Wenige Jahre später annektierten polnische Streitkräfte unter Mitwirkung Frankreichs und Englands deutsches Reichsgebiet. Entspannung zwischen Deutschland und Polen trat lediglich unter Pilsudski ein und bis zum September 1939 träumte die polnische Politik davon, Berlin einzunehmen. Bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion wurde der polnische Nationalismus gedeckelt aber er ist immer noch da. Genährt wird er vom Opfermythos der Polen, die der polnischen Legende nach plötzlich und unvermittelt von Hitler angegriffen wurden, als hätten England und Frankreich Polen nicht zu einer Politik ermutigt, wie sie nun der nordkoreanische Kim gegenüber den USA aufführt.

    Und was soll das heißen, wenn wir bestimmte Landesteile nicht mehr bewohnen, mangels Nachwuchs, sollen wir sie aufgeben? Schlagen sie das mal Chinesen, Australiern und Amerikanern vor. Oder den Russen.

    Ich weiß wirklich nicht, wo solche Gedanken bei Ihnen herkommen. Wie kann man das, was die Vorfahren ertrotzt haben, durch Arbeit und Kampf, verschenken? Dann übergeben Sie doch die No-Go-Areas an Erdogan oder den Libanon. Da leben ja auch kaum noch Deutsche.

    Also wirklich.

    Ein Appeaser ist ein Mensch, der ein Krokodil füttert, in der Hoffnung, es frißt ihn zuletzt.

  2. …. wir treten ab, verzichten und zahlen? Wo gibt’s denn so was?
    Dem Kommentar von »Karl Eduard « ist nichts hinzu zu fügen außer:
    das Gebiet ist doch besiedelt, und ich glaube nicht, dass wir die
    polnische Bevölkerung vertreiben wollen.
    Reparation in bestimmten Maß o.k. aber endlich auch Rückführung
    der »immer noch« deutschen Gebiete.

  3. Karl Eduard

    Ich vertrete nicht den Rückführungsgedanken, aber sich auf den Standpunkt zu stellen: »Unrecht Gut gedeihet prächtig« und zusätzlich noch Geld anzubieten, darauf muß man erst einmal kommen. Es sind nach dem Ersten Weltkrieg Hunderttausende Deutsche von Polen vertrieben worden, wie Millionen Deutsche von Polen nach dem Zweiten Weltkrieg. Und nicht nur vertrieben, sondern auch ermordet. Ein Staat, mit gesundem Selbst- und Geschichtsbewußtsein, was dieser Staat nicht hat und was auch nicht gewollt ist, was der Höcke aber anmahnt, wäre in der Lage, solchen Forderungen kühl abschlägig entgegenzutreten.

    Wie das geht? Schaut den Putin an. Trotz des Einmarsches der Sowjetarmee 1939 und der Teilung Polens, trotz Besatzungsregimes und Niederschlagung der bürgerlichen Partisanenverbände, hauen die jetzt Polen um die Ohren, daß deren Bürger die in den KZs Umgekommenen ausgeplündert hätten und am Elend der Lagerinsassen profitiert hätten, durch Schnaps und Wasserverkauf. So, und nun sagt was dazu. 🙂

  4. Fabian Deutsch

    Sehr geehrter »Karl Eduard«,
    Ich verstehe welche Irritationen ich bei Ihnen ausgelöst habe. Trotzdem und gerade deswegen möchte ich mich noch einmal erklären.
    Ihre Einwände zum Verzicht sind aus deutscher, nationalistischer Sicht nachvollziehbar. Jedoch erscheinen sie in Anbetracht der Tatsachen anachronistisch. Deutschland ist zur Zeit überhaupt nicht in der Lage diese Gebiete in irgendeiner Form zurück zu fordern.
    Mir ging es gar nicht so sehr um die Ostgebiete, sondern um Reparationen. Tatsache ist, dass wir den 2. Weltkrieg verloren haben. Wer zuerst geschossen hat spielt damit überhaupt keine Rolle mehr. Das Problem der Rechten in Deutschland ist doch, dass sie sich immer wieder im Wunschdenken und Konjunktiven verliert, dabei aber den Status quo außer acht lässt. Wer heute noch die Erbfeindschaft der Franzosen und Landräubern in Polen als politisches Motiv denkt, hat noch nicht begriffen, dass sich Deutschland und Europa einer gänzlich anderen, existenziellerin Gefahr gegenüber sieht. Wenn diese Festung Europa nur mit schmerzhaftem Einsatz zu verwirklichen ist, dann muss es so sein. Anderenfalls ist es um Europa geschehen.

  5. Natürlich bekommen wir das Land nicht mehr zurück. Wie beschrieben, sind wir ja nicht mal in der Lage, die Regionen zu halten, die noch offiziell uns gehören. Allerdings muß man sagen, einem Land Reparationen zu zahlen, daß vor vielen Jahrzehnten 1/3 von unserer Nation zugeschlagen bekommen hat, ist hochgradig lächerlich. Wenn man das Buch Hellstorm von Thomas Goodrich gelesen hat, kann man auf so eine stumpfe Idee, wir müssten überhaupt noch jemandem Entschädigung zahlen, eigentlich gar nicht mehr kommen.
    Wobei ich die jetzigen Forderungen nach Reparationszahlungen, sowieso als Gegenattacke auf p.c germoney verstehe. Die BRD Hypermoralisten mit ihren eigenen Waffen schlagen und sie an dem Nasenring, durch die Manege ziehen, den sie doch so lieben, dafür habe ich sogar Sympathie. Nur Geld gibt es halt nicht mehr. Schlesien, Pommern und Ostpreußen müssen reichen.

  6. Ralph Schneider

    Sehr geehrter Herr Deutsch,

    zuerst einmal ist man immer in der Lage Dinge die einem weggenommen wurden zurückzufordern. Ob man auch in der Lage ist diese Dinge zurück zu holen steht auf einem andren Blatt. Schließlich kann ich auch nach einem Raubüberfall (selbst wenn ich mit gebrochenen Beinen am Boden liege) meine Sachen zurückfordern, ob der Täter diese tut oder ich ihn zwingen kann hat mit der Forderung nichts zu tun.

    Ich verstehe Ihren Ansatz der Aussöhnung. Allerdings wäre es, wenn ich das mal ganz Europäisch sehe, angebracht bei dem von Ihnen beschrieben Status Quo zu bleiben.
    Polen hat nicht NICHTS bekommen, sondern ein sattes Drittel unseres Staatsgebietes. Noch dazu den Teil in dem das meiste Getreide angebaut wurde und am meisten Fleisch und Milch produziert wurde, vom Bergbau in Schlesien ganz zu schweigen. Polen hat eben keine Geld sondern eine »Sachreparation« erhalten.

    Wenn die Polen jetzt lieber Geld haben möchten so können sie dies gerne bekommen ABER eben nur wenn sie die bereits erhaltene »Sachreparation« zurückgeben.

    Dies hat nichts mit »egoistischem« Nationalismus zu tun oder einer Erbfeindschaft sondern mit einem gesunden Menschenverstand. Freundschaften können nicht entstehen wenn immer nur eine Seite gibt.

    Im Übrigen finde ich »Freunde« die man erst bezahlen muss um ihr Freund zu sein höchst Fragwürdig.

    Natürlich will auch ich eine Festung Europa. Diese kann aber nicht entstehen wenn mal wieder nur einer nachgibt oder seine Interessen zurückschraubt. Man muss sich eben in der Mitte treffen.

    Kurz:
    Die Ostgebiete behalten und kein Geld bekommen!
    oder
    Geld bekommen und die Ostgebiete (im stak gebrauchten Zustand) zurückgeben!

    Auch die polnische Seite muss für eine Festung Europa auf etwas verzichten.
    Somit hat dann jede Seite gezeigt dass ihr die Aussöhnung etwas wert ist.

  7. Fabian Deutsch

    Ein konstruktiver Einwand. Danke.

  8. Bert Brech

    Die chauvinistischen Polen – statt ein sattes, verlockendes »bling-bling-Germoney« bilden sie eine unattraktive, doch am Ende »schuetzende« Rostschicht auf UNSEREM Schild zur Abwehr der toedlichen Sarazenenpfeile.

    Wider ihrem Willen und ihrer Natur faellt ihnen in diesem dunklen Zeitalter des Voelkermordens die »treuhaenderische« Aufgabe der Verwaltung Ostdeutschlands zu.
    Ein »Liebesdienst«, an den die Nachkommen der gefluegelten Husaren die deutschen Rueckkehrer gewiss erinnern werden, wenn Deutschland wieder Deutschland und Polen wieder Polen ist. /;=)

  9. raffiniert gedacht … musz man noch ausfeilen!!

    Bismarck: ein polnischer Staat ist ein franzoesisches Fort an der Weichsel.

    Heute ?? Moeglicherweise eine Deutsch-Polnische Union ? Vor allem Ost (Mittel) deutsche Union ?? Ich meine, die besidelung im mittelater ist ja auch nicht von heute auf morgen gegangen…

  10. Karl Eduard

    Sehr geehrter Herr Deutsch,

    ich hatte bereits geschrieben, daß ich nicht den Rückführungsgedanken vertrete.

    Sehr geehrter Herr Schneider,

    Nationen haben keine Freunde. Menschen haben Freunde. Nationen haben Interessen. Manche Nationen vertreten die. Wie Polen, Rußland, die USA. Manche nicht. Wie Deutschland. Deutschland hat nicht mal darüber diskutiert, was seine Interessen sind und hat seine Interessen nicht definiert. Polen hat kein Interesse, die merkelverursachte Mosleminvasion zu verkraften. Die Polen haben ein historisches Gedächtnis, in dem Türken- und Tatarenüberfälle ins polnische Königreich eine Rolle spielen. Wie bei den Ungarn. Und auch Tschechen und Slowaken können ein Lied davon singen. Als Teil der Habsburger Monarchie. Als die Türken vor Wien standen. Da standen sie nicht nur, sondern haben auf ihrem Weg dahin die Gegend geplündert, Menschen gemordet und in die Sklaverei verschleppt.

    Das offizielle historische Gedächnis Deutschlands geht 1933 los und endet im Mai 1945.

    Deutschland hatte nie Freunde. Es hatte zeutweise Verbündete und es hatte Feinde.

  11. Der Text trieft nur so von Feigheit vor dem Feind. Ein Armutszeugnis für die »neue Rechte«.

  12. Zitat »„Gewonnene Ostgebiete“ bergen also im Moment die Gefahr, als Siedlungsraum für Migranten aus arabischen Ländern und/oder als strukturschwache Armutsstreifen zu veröden. Beide Fälle sind diesen kulturell bedeutsamen Gebieten nicht würdig. Ein Verbleib unter polnischer Regierung verhindert zwar eine direkte deutsche Kontrolle, schafft der dort lebenden Bevölkerung aber die Sicherheit vor der Islamisierung und dem islamistischen Terror. Eine deutsch-slawische Identität wird unter dem derzeitigen Status Quo gesichert.«
    Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Der Autor spricht damit aus, was auch ich denke! Bei Polen und Russland sind Pommern, Schlesien und Ostpreußen wesentlich besser aufgehoben, als bei der BRD unter Merkel und Konsorten!
    Eigentlich bin ich ja für die Rückgabe der deutschen Ostgebiete, aber sie an Merkel und die wie Merkel denkenden Pseudoeliten zu übergeben, käme einem Völkermord an den dort lebenden Menschen gleich; es hätte nämlich Massenzuwanderung dorthin zur Folge und die ist nichts anderes als Völkermord. Nur eben Völkermord durch Verdrängung und Überfremdung anstatt durch Gaskammern; aber das Ergebnis ist dasselbe 🙁
    Was und Deutschen angetan wird, ist ein Verbrechen! Ein Verbrechen, dass nicht auch noch den Polen und Russen angetan werden soll.
    Ich weiß, ich male hier gerade ziemlich schwarz; darum möchte ich meinen Kommentar mit einem Link zum »Handbuch zum Selbsterhalt von Dir und Deinem Volk« abschließen, damit Ihr wenigstens wisst, dass es Mittel und Wege gibt, wie wir uns gegen den an uns stattfindenen Völkermord wehren können. Hier der Link https://deutschelobby.files.wordpress.com/2016/07/handbuch-selbsterhalt-von-dir-und-deinem-volk.pdf

  13. Zustimmung hier mit dem Autor. Alter Revanchismus bringt Niemanden weiter – Partnerschaft und ein gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn im Osten könnte sich in der Zukunft als überlebenswichtig erweisen. Die Deutschen werden Probleme genug haben das Gebiet der Republik zu halten, welches sie noch haben.

    Altrechter Ballast möge abgeworfen werden. Maulhelden und Superpatrioten rufen jetzt »Feigheit vor dem Feind«, treten aber mit ihren ideologisch verbohrten Ideen seit 70 Jahren im Kreis.

    Ob man ihnen gleich Geld geben muss, lasse ich mal außen vor. Muss nicht sein.

  14. Abendlaender

    Ich habe den Eintrag und diesen Blog erst jetzt gefunden und möchte meine Gedanken dazu äußern.

    Wie ein das deutsche Volk wirklich vertretender Staat heißt und wie die rechtlichen Grundlagen sind, ist mir letzten Endes gleichgültig. Tatsache ist, daß die derzeitige Bundesregierung das eigene Volk mit Füßen tritt. Jedem denkenden Menschen müßte klar sein, daß es immer noch die Oberherrschaft der Siegermächte gibt. Das hatte Obama einmal auch unverhohlen gesagt. Ich habe den Eindruck, daß die BRD nach Beitritt der DDR noch mehr Vasall der USA ist als vorher. An eine BRD unter Merkel sollten die Ostgebiete bloß nicht angegliedert werden! Die Reparationsforderungen seitens Polens befremden mich etwas. Wenn es die Antwort war auf die Forderung von BRD-Oberlehrern, Scharen von kulturfremden Eindringlingen nach Polen zu lassen, dann war das eine passende Antwort darauf.

    Die ostdeutschen Landsmannschaften sind wichtiger denn je, um die Beziehungen zu den aufrichtigen Neusiedlern zu pflegen und an der Vergangenheitsbewältigung zu arbeiten. Für mich solltem praktische Schritte erfolgen, Hürden zur Rückkehr von Ostdeutschen, ggf. auch aus Übersee, abzubauen. Sicherlich wären wir in Westdeutschland noch mehr der Überfremdung ausgeliefert, wenn alle Deutschen mit Vertreibungshintergrund wieder in die alte Heimat zurückgingen. Es ist aber Tatsache, daß dieser Schritt für die meisten nicht in Frage kommt. Aber ebenso gehört zur echten Aussöhnung, daß jenen, die wollen, der Weg zur Rückkehr offensteht.

    Innerhalb der EU gibt es zwar Freizügigkeit, aber es gibt Befürchtungen, Deutsche könnten in den Ostgebieten Immobilien aufkaufen und mithilfe der Salamitaktik an der »Rückeroberung« arbeiten. Diese Befürchtungen müssen ernstgenommen werden. Mit etwas gutem Willen gibt es dafür eine Lösung. Städte und Gemeinden könnten den Grund und Boden von Orten, die im Rahmen der Vertreibung seit 1945/1946/1947 unbewohnt sind, rückkehrwilligen Privatleuten und juristischen Personen als Bauland zur Verfügung stellen. Innerhalb der Landsmannschaften könnten Genossenschaften gegründet werden, die Bauland erwerben, dort Wohnungen bauen und an rückkehrwillige Ostdeutsche vermieten. Nicht jeder kann oder möchte sich ein Eigenheim leisten. Je nach Möglichkeit könnten solche Genossenschaften auch günstigen Wohnraum an Polen vermieten. Auf jeden Fall ist es wichtig, daß den Neusiedlern bewußt ist, daß die heutigen Ostdeutschen ihnen nichts wegnehmen wollen. Den aus Weißrußlamd und der Ukraine vertriebenen Polen und deren Nachkommen muß ebenfalls die Rückkehr offenstehen. Es steht auf einem anderen Blatt, daß eine polnische Mehrheit im Westen der Ukraine und von Weißrußland nur in wenigen Orten bestanden hatte.

    Am wichtigsten in der heutigen Zeit ist es, daß die Patrioten in Europa zusammenstehen und vergangenes Unrecht untereinander aufarbeiten und auf die Politik einwirken. Die Bedrohung durch ungezügelte Zuwanderung betrifft heute auch die Siegermächte Frankreich und Großbritannien, in deren Großstädten teilweise noch stärker als in Deutschland. Eine Verständigung unter deutschen, französischen, englischen Patrioten und denen der Visegrad-Staaten ist dabei besonders wichtig.

    Beste Grüße vom Abendländer

  15. wilhelm kütt

    die reparationsforderungen polens sind völlig absurde forderungen. polen hat zehn millionen deutsche aus ihrer angestammten heimat vertrieben und sich ein drittel deutschen reichsgebietes einverleibt. bei der gewaltsamen, brutalen vertreibung kamen zwei millionen deutsche um. sicher kann man die gräuel der deutschen besatzung im 2. weltkrieg nicht außeracht lassen. trotzdem bleibt die vertreibung der deutschen aus ihrer heimat auch ein verbrechen. deswegen sind auch allzu große demutsgesten von deutschen politikern peinlich. deutschland müßte polen deutlich und in ungeschminkter sprache die hypertrophierte chuzpe ihrer forderung klar machen. auch wirtschaftliche bestrafung ob dieser forderung müßte man erwägen.

  16. Hannover

    Ihr seid doch alles dumme, revisionistische Nazi-Deppen. Vermutlich werde ich jetzt als »linksgrünversifft« bezeichnet, was mir aber egal ist. Ganz ehrlich: Kauft euch ein Gehirn. Deutschland hat 1939 völkerrechtswidrig Polen und 1941 die Sowjetunion überfallen und muss nun die Konsequenzen tragen. Alles andere wäre unlogisch. Wenn man sich halt mit Stärkeren anlegt, muss man sich halt nicht wundern, wenn man auf die Schnauze bekommt. Wir können froh und den westlichen Siegermächten dankbar sein, dass eine freie, demokratische, souveräne deutsche Nation überhaupt noch existiert. Die deutsch-polnische Grenze wird durch den deutsch-polnischen Grenzvertrag geregelt, der völkerrechtlich einwandfrei ist und von demokratischen Regierungen zwischen souveränen Staaten entstand. Ich möchte an dieser Stelle übrigens darauf hinweisen, dass sich Grenzen durch Kriege immer veränderten: Auch die Gebiete wie Ostpreußen und Schlesien gehörten vor ein paar hundert Jahren zu Polen; Preußen eignete sich diese Gebiete auch gewaltsam an, selbst nach eurer Logik hat Polen also ein Anspruch auf diese Gebiete. Die Gebiete zu fordern, die Deutschland vor 70 Jahren verlor und in denen nicht einmal mehr Deutsche leben, ist also komplett widersinnig. Leute, die die Gebiete in irgendeiner Art und Weise zurückfordern, benutzen also nur den Teil der Logik, der für sie von Nutzen ist und lassen den Rest aus. Und ganz ehrlich, den Deppen, die sich jetzt auf die Vertreibungen 1945 berufen, möchte ich nur entgegnen, dass die 10 Millionen nichts im Vergleich zu den 60 Millionen(!) toten Menschen ist, die Deutschland aufgrund des zweiten Weltkriegs zu verantworten hatte. Die Vertriebenen durften wenigstens ihr Leben behaltet. Bevor ihr also die Gebiete zurückwollt, dürft ihr erstmal die 7-8 Millionen Polen zurückholen, die Deutschland während des zweiten Weltkriegs ermordete, was wohl kaum möglich sein dürfte. Und an die Idioten hier, die ernsthaft der Meinung sind, dass Merkel die deutsche Bevölkerung mit Ausländern austauschen will: Hört auf, so dumm zu sein! Das kann doch nicht euer Ernst sein! Merkel öffnete die Grenze aus Menschlichkeit, und, selbst wenn es jetzt Menschen mit Immigrationshintergrund in Deutschland gibt, heißt das nicht, dass das nicht Deutsche sein können. Oder seid ihr etwa Rassisten, die die »arische Rasse« bewahren wollen? Dann seid ihr nicht besser als die Leute, wegen der all das Leid während des zweiten Weltkrieges enstand und die übrigens auch für den Verlust der ehemaligen deutschen Ostgebiete verantwortlich sind.

    MFG
    Der einzige nicht Hirnverbrannte in diesem Thread.

  17. Es ist schon merkwürdig: Zu einem zweieinhalb Jahre alten Artikel, in dem manches Bedenkenswertes und manches Problematisches dargelegt wurde, zu dem es einige Diskussionsbeiträge gibt, die man vielleicht für nicht ganz angemessen halten mag oder kann, und zu dem vor etwas über einem Jahr auch ausgleichende Beiträge geschrieben wurden, wo bei aller Unterschiedlichkeit, ja Unvereinbarkeit der Meinungen niemand ausfällig oder beleidigend geworden ist, meint nun ein(e) gewisse(r) „Hannover“, der/die (?) sich hier für den/die (?) „einzige[n] nicht Hirnverbrannte[n]“ hält, mit „Ihr seid doch alles dumme, revisionistische Nazi-Deppen … Kauft euch ein Gehirn“ ausfällig werden zu müssen. Nunja, wer den WIKIPEDIA-Artikel zu „Blaue Narzisse“ liest und sich nicht selbst ein Urteil bilden will, glaubt halt, hier schrieben nur NAZIS. Man weiß, was davon zu halten ist: https://www.blauenarzisse.de/denunziation-statt-information-auf-wikipedia/ Sachliche Argumente sind aus solcher Richtung nicht zu erwarten: Wer überall NAZIS wittert, ist anscheinend vollständig von denen beherrscht, ist zu kaum einem vernünftigen Argument mehr fähig, bringt Beschimpfungen vor, Drohungen und vielleicht noch Schlimmeres.

    Ich will das zum Anlaß nehmen, eine sachliche Überlegung beizutragen, die hier noch nicht vorgebracht worden ist, ohne der einen oder anderen Seite zuzustimmen. Beide Seiten – die polnische mit Reparationsforderungen wie deutsche mit Gebietsforderungen – berufen sich auf Gerechtigkeit. Aber was ist das? Ist es gerecht, Zahlungen für Schäden von Leuten zu verlangen, die Vorfahren, mit denen sie vielleicht nichtmal verwandt sind, angerichtet haben? Ist es gerecht, Gebiete zurückzuverlangen, die Vorfahren einst besessen haben und zu denen man selbst eigentlich kaum noch eine Beziehung hat? Was ist eigentlich Gerechtigkeit? Muß ich hier daran erinnern, daß die SPD, die im letzten Bundestagswahlkampf 2017 Gerechtigkeit zu ihrem zentralen Wahlkampfthema gemacht hat, damit grandios gescheitert ist, weil niemand genau sagen kann, was „Gerechtigkeit“ eigentlich ist? Ist es nicht so, daß jede Herstellung von „Gerechtigkeit“ zugleich neue Ungerechtigkeiten schafft? Gibt es überhaupt soetwas wie „historische Gerechtigkeit“?
    War es gerecht daß man die Deutschen aus Polen und aus der Tschechoslowakei vertrieben hat nach den Verbrechen der NAZIS? War es gerecht, daß die Westalliierten Stalin geglaubt haben, als der auf der Potsdamer Konferenz versicherte, in diesen Gebieten gäbe es garkeine Deutschen mehr? War es gerecht, daß nur die USA, Großbritannien, die Sowjetunion und Frankreich am Verhandlungstisch im Schloß Cecilienhof saßen? War es gerecht, daß die polnische Vertretung dort nur allenfalls am Katzentisch mal was sagen durfte und man dem Land – ohne daß es gefragt wurde – zwar die deutschen Ostgebiete zuschlug, ihm dafür aber ein Drittel seines Staatsgebietes im Osten wegnahm und der Sowjetunion gab? Was es gerecht, daß man noch vor der Potsdamer Konferenz der polnischen Exilregierung in London die Anerkennung entzog und Polen damit den Kommunisten auslieferte? War es gerecht, daß Churchill, Roosevelt und Stalin in Jalta Europa in einen freien westlichen Teil und einen von Stalin beherrschten Osten aufteilten? War es gerecht, daß die NAZIS die noch verbliebenen Reste des polnischen und jüdischen Bürgertums vernichteten und in den Gebieten ihrer Macht die Sowjets ebenso? War der sogenannte Hitler-Stalin-Pakt gerecht? Zweifellos nicht! Waren die Kämpfe um die Wiederherstellung eines souveränen polnischen Staates im I. Weltkrieg und danach gerecht? War die dreimalige Aufteilung Polens zwischen Österreich, Preußen und Rußland gerecht? Zweifellos nicht! War es gerecht, daß sich Friedrich II. König von Preußen nannte und damit das Lehnsgebiet des polnischen Königs endgültig selbständig machte, gleichzeitig aber mit dem Frieden schloß? War es gerecht, daß sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg zum König in Preußen krönte, obwohl Preußen polnisches Lehen war? War es Gerecht, daß der Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Preußen Prinz von Ansbach, dem polnischen König den Treueeid verweigerte und aus dem Ordensstaat mit der Reformation ein Herzogtum machte? War es gerecht, daß Herzog Konrad von Masowien den Deutschen Ritterorden um militärische Unterstützung im Kampf gegen die Preußen bat und denen das eroberte Gebiet zum Lehen gab? War es gerecht, daß die Hanse ins Baltikum expandierte, diese Gebiete reich machte vor allem mit einer exportorientierten Getreidewirtschaft und mit den Getreidelieferungen vor allem nach Holland viel Geld verdiente? usw., usw. An welchem historischen Zeitpunkt will man anfangen, über Ungerechtigkeiten zu reden? Welche historischen Ereignisse – und wieweit zurückliegend – will man wie rückgängig machen?

    Es gibt keine historische Gerechtigkeit! Fehler in der Vergangenheit, Ungerechtigkeiten der Altvorderen lassen sich nicht rückgängig machen und jeder Versuch, das zu korrigieren führt zu neuen Ungerechtigkeiten.
    Wir müssen uns weitgehend mit dem abfinden, was uns unsere Vorfahren hinterlassen haben und versuchen, das Beste für und uns unsere Nachkommen daraus zu machen. Deutsche und polnische Demokraten gemeinsam!
    Gegenseite Vorwürfe bringen nichts (Gutes) – und Beschimpfungen, liebe(r) Herr/Frau (?) „Hannover“ schon garnicht.

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