Anstoß

Wer hat das Gras weggeraucht?

Was passiert, wenn Sozialisten den Drogenhandel organisieren? Das Gras wird knapp. Da ich nicht libertär bin und schon aus Altersgründen nicht als Kalter Krieger infrage komme, fand ich solche Witze immer etwas abgedroschen. Wäre da nicht Kanada.

Trudeau-Land

Kanada ist dafür bekannt, daß Premierminister Justin Trudeau sein Land bei einem Staatsbesuch in Indien blamierte, indem er sich in eine merkwürdige Klamotte hüllte, die er für die Landestracht hielt.

Im Inland besetzt der Stargast jeder Gay-Pride-Parade sein Kabinett geschlechterparitätisch und verbietet dem öffentlichen Dienst den Gebrauch der Wörter Vater und Mutter, sowie der Anreden Mr., Mrs. und Miss. „Diversity Our Strength“ ist offizielles Motto von Toronto, der größten Stadt des Landes.

In diesem Land verklagt gerade ein Mann, der sich für eine Frau hält, 16 Schönheitspflegerinnen vor einem Menschenrechtstribunal genannten Sondergerichtshof, weil sie sich weigerten seine Genitalbehaarung zu entfernen.

Seit dem 17. Oktober diesen Jahres ist auch „der Gebrauch von Cannabis zu Erholungszwecken“ legal. Jedenfalls halb. Erlaubt ist nun der Besitz von 30 Gramm getrocknetem Cannabis, oder eines umgerechneten Äquivalents dieser Menge in anderer Form (Umrechnungstabelle legt das Justizministerium bei). Für den Privatgebrauch darf jeder erwachsene Kanadier zudem bis zu vier Pflanzen ziehen.

Damit soll nicht nur die Kriminalisierung des Hobbys von etwa 4,6 Millionen Kanadiern (16 % der Bevölkerung) beendet, sondern auch der Schwarzmarkt ausgetrocknet werden. Doch die Selbstversorgung ist bis auf weiteres die einzig legale Möglichkeit den Kiffergrundbedarf zu decken. Wer keine Fensterbank in Sonnenlage sein Eigen nennt, oder mehr kifft als vier Hanfpflanzen hergeben, der steht für Gras Schlange, wie einst die Ossis für Bananen.

Kifferläden schließen aus Warenmangel

Um die Grasqualität zu sichern und den verantwortlichen Drogengebrauch zu fördern, dürfen nur staatlich lizenzierte Hersteller Cannabis sowie Cannabissamen und Cannabissetzlinge verkaufen. Doch selbst wer alle Vorschriften eingehalten und alle Formulare ausgefüllt hat, kann bis zu einem Jahr auf seine Lizenz warten.

Hält man endlich die Ernennungsurkunden zum staatlich geprüften Drogendealer in Händen, heißt dies noch lange nicht, daß man auch an die Waren kommt. Die Steuersiegel lassen auf sich warten. Außerdem verfügen kanadische Cannabisproduzenten zwar über Reserven. Der medizinische Gebrauch ist seit 2001 legal. Doch daß dieses ärztlich geprüfte Gras auf den Markt kommt, verhindert – das Gesundheitsministerium.

Obwohl nicht genug Grasverkäufer vorhanden sind, um den kanadischen Bedarf zu decken, schließen die ersten aus Warenmangel bereits wieder die Tore. Um den konventionellen Markt zu entlasten, betreibt die kanadische Regierung gleichzeitig einen Onlineversand, der allerdings auch nicht in der Lage ist, die Versorgungslücke zu schließen, schon aufgrund streikender Postboten nicht.

Bewährte Versorgungswege

Branchenexperten hatten die Versorgungsengpässe vorausgesagt. Nun schätzen sie, daß die Grasknappheit noch bis zum Jahr 2020 periodisch wiederkehrend andauern wird. Ob dies Auswirkungen auf Justin Trudeaus Chancen bei den Wahlen im Oktober 2019 haben wird, ist nicht erforscht.

Dahingegen stellen die Finanzbehörden sich bereits auf Steuereinbrüche ein. Ursprünglich hatte man gehofft, aus dem 4-Milliarden-Geschäft ganze 1,3 Milliarden kanadische Dollar für den genderneutralen Staat herauszuquetschen. Nun winken dem Fiskus nach neuesten Schätzungen gerade einmal 490 Millionen.

Eine Großzahl kanadischer Kiffer hat nämlich lange genug Schlange gestanden und kehrt einfach zu ihren alten Dealern zurück. Die liefern nicht nur zuverlässiger, sondern auch günstiger, als der ebenso hoch besteuerte, wie regulierte, legale Markt. Kurz nach der Legalisierung stürmte die Polizei bereits wieder ein Gewächshaus und beschlagnahmte 94 illegale Hanfpflanzen.

Willkommen im 21. Jahrhundert

Die Kommunisten des 20. Jahrhunderts erreichten eine massive Steigerung der Kohlen- und Stahlproduktion bei gleichzeitiger Hungersnot. Das Wirtschaftswunder der sojagefütterten Linksliberalen des 21. Jahrhunderts besteht hingegen in der Verknappung am Drogenmarkt, bei gleichzeitig ungebremstem Rauschgiftkonsum. Glückwunsch!

(Bild: Cannabis Culture, flickr, CC BY 2.0)

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2 Kommentare zu “Wer hat das Gras weggeraucht?

  1. Die mehr als fragwürdige Kriminalisierung von Cannabisprodukten geht auf die Kappe der Konservativen.

    Die große Frage in diesem Zusammenhang ist doch: Wieso wird der Vertrieb von Tabakrauchwaren nicht als staatlich legalisierter Drogenhandel im großen Stil betrachtet, obwohl der darin enthaltene Wirkstoff Nikotin zu den am stärksten süchtigmachenden Substanzen zählt, die es auf der Welt gibt? Weder Alkohol, noch Heroin, noch Kokain, weisen ein so hohes und schnell anschlagendes Suchtpotenzial auf. Auch bei Speisesalz und raffiniertem Zucker handelt es sich in diesem Zusammenhang übrigens um Drogen dem etymologischen Sinn nach. Daher ist es auch keine Übertreibung, bei den heutigen Lebensmittelkonzernen, mit der Coca-Cola Company vorneweg, von einer verbrecherischen Zuckermafia zu sprechen.

    Die Hanfpflanze enthält jedoch prinzipiell keinen Wirkstoff, der körperlich abhängig macht, THC kann wohl süchtig machen, aber die Entzugserscheinungen beim Gras nehmen sich im Vergleich zu einem Nikotin-, Alkohol-, oder gar Salz-, bzw. Zuckerentzug, lächerlich gering aus.

    In dem folgenden Ausschnitt aus dem Film »Aguirre«, hat der Regisseur Werner Herzog den Salzentzug ganz anschaulich in Bilder gefasst:

    https://www.youtube.com/watch?v=tMon8YGjDg8&feature=youtu.be&t=4359

    Diese Erkenntnisse passen stockkonservativen Zeitgenossen natürlich nicht in den Kram, das liest man aus dem Beitrag des von mir im Grunde sehr geschätzten und häufig zitierten Johannes K. Poensgen wieder einmal deutlich heraus. Daher kann jeder, der sich vernünftigerweise eine Legalisierung des Cannabiskonsums erhofft, wohl nur auf die linke Seite des politischen Spektrums hoffen.

  2. Johannes Konstantin Poensgen

    Ad Thomas Martini

    Mir ist bekannt, daß Hanf vor allem auf Betreiben der Chemielobby kriminalisiert wurde.
    Ging nicht einmal um den Drogenkonsum. Hanf ist ein Konkurrent zur Baumwolle, der kaum chemischer Pflege bedarf. Zu Beginn der industriellen Revolution konnten Spinnmaschinen den gröberen Hanf nicht verarbeiten und deshalb musste die Textilproduktion großflächig auf die sehr schädlingsanfällige Baumwolle wechseln.

    Als im 20. Jahrhundert die Spinnmaschinen besser wurden, zwang man einen Affen 27 Joints zu rauchen. Der Affe starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

    Was die THC betrifft, möchte ich allerdings zu bedenken geben, daß es eine sehr apathieerzeugende Droge ist. Es mag weder so giftig, wie normaler Tabak, noch so suchterzeugend wie Nikotin sein, aber ein Kettenraucher ist bis zum Lungenkrebs immer noch lebenstauglich, das gilt für regelmäßige Kiffer nicht..

    Mir ging es aber weniger um die Droge als solche, als um der Affenzirkus darum.

    Ach ja, unter die »stockkonservativen Zeitgenossen« gerechnet zu werden, das nehme ich persönlich.

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