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WM-Bescheuertheit und die Lust am Aussterben

Teufeltöterin (Erfurter Dom)Nach einschlägigen Rassismusdefinitionen ist Rassismus eine Eigenschaft, die nur – wie soll man es formulieren – dem klassischen »Arier« zugeschrieben wird, weil er aus einer vermeintlichen Überlegenheitssituation die Physiognomie zur Ausübung und Aufrechterhaltung seines Machtstatus benutze. Bei Judith Butler ist das anders, bei der ist alles rassistisch, was ihr nicht gefällt. Ich habe im Moment auch gar keine Lust diese steilen Thesen von den klügsten Menschen des Abendlandes en detail zu widerlegen. Wer sich mit Dekonstruktivismus, Subjektivismus, Gendertheorien, den Gegnern des sogenannten Normalismus, der kritischen Theorie und mit Spezizismus eine Weile beschäftigt hat, weiß, dass alle diese Denkresultate wirklichkeitsfremd sind und geisteszerstörend und allgemeinzersetzend wirken. Es läuft immer darauf hinaus, dass das christliche, weiße Abendland in seiner Tradition und mit seinen weißen und häufig männlichen Vorbildern im Prinzip das Böse schlechthin ist. Es ist der pseudointellektuelle Moloch der Negationisten.

Seit dem Beginn der Fußballweltmeisterschaft auf dem Heimatkontinent der Entrechteten und Enterbten (im öffentlichen Bewusstsein nur durch Weiße, orientalische/negride Sklavenhändler tauchen da nicht auf), im Lande der ach so grausamen Apartheit tobt die Propagandaschlacht um den Multikulturalismus, die Vuvuzela (»Negertröte«) und den Nationalismus wegen den Nationalmannschaften besonders einhellig.

Dem verständigen Beobachter war klar: Sollte die Deutsche Mannschaft verlieren, dann lag es daran, dass die »Junge Mannschaft« noch zu wenig multikulturell und zu übermäßig mit deutsch-faschistischen Genen unterfüttert war. Sollte die Mannschaft aber gewinnen, dann lag es an der bereits fortgeschrittenen Multikulturalisierung der Truppe. Ha, also eine Win-Win-Situation für Multikulti, wie man auf schlechtem Deutsch formulieren kann.

Dass das mehr von Bescheuertheit als von kühlem Sachverstand zeugt, steht seiner propagandistischen Wirkung im Massenzeitalter leider nicht entgegen. Unterbewusst haben die Zuschauer verinnerlicht, dass Multikulti immer siegen wird. Wer die kleine Antidiskriminierungskundgebung vor dem Deutschland-Argentinien-Spiel gesehen hat, konnte ahnen, wohin die SED-Parteitage ausgelagert wurden.

Auch der Staatsrundfunk, den jeder mit einer Steuer (entgegen dem Titel »Gebühr«)  zu finanzieren hat, beteiligt sich daran, uns deutschen Deutschen einreden zu wollen, wir hätten uns dafür zu schämen, wenn wir keinen Afrikaner,  Asiaten oder Orientalen im Stammbaum haben.

Roger Boyes, britischer Deutschlandkorrespondent der Times, ist zwar froh, dass die deutsche Mannschaft nicht »nur südländischer« geworden ist, aber er stellt fest:

Deutschland muss schon noch etwas mehr tun, wenn es sein Image verändern will. Es ist immer noch ziemlich blond. Sehen Sie sich den neuen Bundespräsidenten und seine Frau an. Wenn Cem Özdemir Staatsoberhaupt wird, dann wird sich Deutschlands Image wirklich verändern. Aber es ist auf dem richtigen Weg. Ein wenig bunter, ein wenig fröhlicher – das ist alles, was es braucht, damit Deutschland von seinen europäischen Partnern geliebt wird. Und das ist es, was Sie wollen, stimmt’s?

Klar Deutschland darf eben nicht mehr deutsch sein. Das wär ja voll Autobahn.

Und Rodrigo Zuleta erklärt uns seine Aufgabe so:

Der Multikulti-Faktor im deutschen Team wird zwar registriert, aber seine Bedeutung wird noch nicht richtig eingeschätzt. Eine Aufgabe für uns Deutschlandkorrespondenten ist zu erklären, wieviel Migrationhintergrund die heutige deutsche Gesellschaft hat.

Das ist ja auch extrem wichtig, weil Integration nämlich offensichtlich auch aus journalistischer Sicht nicht heißt, dass die Einwanderer Deutsche werden, sondern dass diese die Deutschen verdrängen.

Und Klaus Theleweit, der schon aussieht wie der typische linksliberale Medienspießer, weiß:

Wer nur eine Heimat kennt, bleibt blöd

Eldad Beck von der Yedioth Achronoth freut sich über die Popularität, die die »deutsche« Multikulti- Mannschaft im Volksstaat Israel genießt:

[Das] hat damit zu tun, dass die Mannschaft so bunt ist. Das heißt, dass wir eine Multikulti-Mannschaft vor uns sehen, die die verschiedensten Regionen der Welt repräsentiert. Man ist in Israel nicht gewöhnt, Deutschland so zu sehen. Es ist ein tolles Beispiel für eine sehr gute und funktionierende Integration.

Das prägt natürlich das Bild Deutschlands in Israel sehr – auf eine positive Art und Weise. Übrigens genauso wie nach dem Sieg der Deutschen im Grand Prix – obwohl wir Deutschland keine Punkte gegeben haben.

Dieses unsägliche Propagandagedöns nervt nicht nur, es ist im Grunde genommen eine absolut dreiste, nicht mal mehr dezente Aufforderung zum frewilligen Ausscheiden aus dem Genpool dieser Welt. So weit ist sie schon eingedrungen, die Lust am Untergang. Pervers.

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1 Kommentar zu “WM-Bescheuertheit und die Lust am Aussterben

  1. Ich würde Roger Boyes´ Aussagennicht wörtlich nehmen. 😉

    Theweileits Einlassungenn sind ein Muster ohne Wert, weil die »Multikultur« selbstverständlich vor den eigenen Pfründen, Lehrstühlen und Wohnquartieren haltmachen soll.
    … zumindest ist noch nicht zu sehen, daß im Bereich des kulturell-adminstrativen Komplexes Migranten mit Migrationshintergrund den ihnen demographisch zustehenden Anteil an Einkommen und Stellen bekommen haben.

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