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Alan Posener = Holocaust-Leugner?

Hat Alan Posener etwa den Holocaust geleugnet? Ich bin erschüttert! Aber nein, nicht deswegen, sondern weil sie ihn noch nicht weggesperrt haben!

Nachdem er sich mit den Machern der Achse des Guten überworfen hatte, gab er dem Freitag ein Interview, indem es sich anhörte, als bestreite er die Existenz der Gaskammern. Hallo? Was ist denn da los und wieso darf der Mann immer noch sein Maul aufreißen, wenn andere für solche Sätze ins Kittchen wandern müssen?

Die Gaskammern wurden nur erfunden, um die Mörder zu entlasten. Aber das nur nebenbei.

Das ist O-Ton Alan Posener. Steht da einfach so. Rotzfrech. Bis heute. Stellt Euch vor, dieser Satz fiele im sächsischen Landtag. Ich verspreche Euch bundesweite Lichterkettenprozessionen würde es geben. Netz gegen Nazis und Matze Brodkorb wären in Partystimmung.

Oder er fiel gar bei der Jungen Freiheit. Es gäbe Razzien und Dieter Stein säße schnurstracks im Gefängnis. Von Einträgen im Verfassungsschutzbericht mal ganz zu schweigen.

Dass sich Holocaust-Papst Posener damit auf derselben Stufe befindet wie etwa Paul Rassinier, haben andere findige Leute schon festgestellt, entbehrt aber jedenfalls nicht einer gewissen Komik. Oder ist jetzt etwa der Linksextremismus schon von den Nazis gekapert worden. Ich bin völlig verunsichert.

Nachtrag: Liebe klugscheißenden Mitleser, denkt ihr eigentlich wirklich, dass das hier immer alles wortwörtlich ernst gemeint ist? Was hier wirklich ernst gemeint war, ist hingegen die Tatsache, dass man einen Satz wie den zitierten aus dem Zusammenhang gerissen, jederzeit benutzen würde um eine hysterieerzeugende Schmutzkampagne gegen jeden aus dem nationalen Kontext zu fahren. Oder glaubt jemand von Euch tatsächlich, dass bei dieser Wortwahl der Versuch einer »korrekten Interpretation« in Betracht käme? Ich meine vor der Verleumdungsklage… Danke. Gute Nacht.

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8 Kommentare zu “Alan Posener = Holocaust-Leugner?

  1. Oh Mann! Unter Juristen würde man sagen, der Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsanwandung. Oder wie so oft in Internetforen geschrieben wird: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    Wenn man den ganzen Kontext um diesen Satz des Interviews liest, wird vollkommen klar, das mit »entlasten« hier ziemlich eindeutig gemeint ist, dass die Gaskammern eine Arbeitserleichterung für die Schinder in ihrem Handwerk sein sollten, sie also »erfunden« (= entwickelt, konstruiert, gebaut) wurden, damit diese Mordbrenner »entlastet« sind, also nicht mehr so schwere Mordarbeit leisten mussten.

    Jetzt Herrn Posner eine Holocaust- Leugnung zu unterstellen ist einfach nur lachhaft!

    Der Schuss ging aber sowas von daneben … ich würde ausnahmsweise mal diesen gesamten Blogeintrag schnell löschen.

  2. Er meint ja offensichtlich, daß die *Nazis* die »Gaskammern erfunden« hätten, damit sich nicht mehr soviele Leute die Hände mit Einzeltötungen schmutzig machen müssen…

  3. Die Lesart nach Paul Rassinier ist zweifellos auch möglich.

    Im Kommentarbereich von Freitag hatten sich die Leser auch gefragt, was Posener denn damit meinen könnte.

    Der Deutsch-Brite Posener hat in letzter Zeit ja einige solcher Böcke geschossen:

    So schrieb er in der Welt jüngst über den Sinn der politischen Korrektheit als »Gesellschaftsknigge« und hielt das scheinbar für einen großen Gedanken. In der Süddeutschen wurde ihm kurz darauf widersprochen. Daß sich der Autor dort nicht ausdrücklich nicht auf Posener bezog, dürfte aus reiner Pietät geschehen sein.

    Oder die ziel- und maßlose Papstkritik, wegen derer kath.net zum Ave Maria für Alan Posener aufgerufen hatte.

    Das Mindeste, was sich daraus ableiten läßt, ist, daß der Umgang mit Worten nicht unbedingt Poseners Sache ist.

  4. Nix kapiert, Kommentatoren?
    Der Beitrag zeigt geradezu beispielhaft die Vorgehensweise der Kämpfer »gegen rechts«. Es wird akribisch nach Formulierungen gesucht, um sie sinnig aus dem Zusammenhang reißen zu können. Um somit einen »Beweis« für »Nazigesinnung« präsentieren zu können. Oben wird demonstriert, wie es auch umgekehrt funktionieren kann. Da wird der stramme Antifant plötzlich zum Heloten aus der rechten (unbelehrbaren) Ecke. Tagtägliche Übung in dieser feinen Demokratie der Verleumder.

  5. Sorry,

    aber dieses Beispiel taugt für diesen Verusch »des Vorführens« einer was auch immer gearteten »Methode« überhaupt nicht, da es einfach zu eindeutig ist, was der Herr Posener gesagt hat.

    Im Gegenteil, wundert Euch nicht, wenn ihr für diesen Beitrag – Nachtrag hin oder her – einen Brief vom Anwalt von Herrn Posner bekommt – falls er überhaupt etwas mitbekommt, von dem, was hier versucht wurde.

    Diese Art von Paranoia, der hier versucht wird, das Wort zu reden, teile ich im übrigen nicht.

    Wenn nicht jeder vermeintliche »rechte«, oder Salon- oder Paukbodenrechte nicht immer so eine verwunderliche Furcht um seinen »Ruf« hätte und einfach einmal zu seinen Standpunkten stehen würde, gäbe es diese Diskussionen nicht. Es gehören immer zwei dazu, Verfolgte und Leute, die sich verfolgen lassen …

    Klar gibt es bei uns ein mittlerweile vom Verfassungsericht abgesegnetes politisches Strafrecht, aber wer Angst hat, sich schmutzig zu machen, der soll zu Hause bleiben und irgendwelche Weblogs verfassen und hoffen, dass er sich damit dann nicht trotz aller Dementis und Nachträge und Stilmittel der Ironie etc. die Finger verbrennt.

  6. Nils Wegner

    Tzeh… Wirklich mal wieder sehr amüsant hier. 😀

    Trotzdem der Ursprungsbeitrag ja nun eine Fingerübung in absichtlicher Fehlzitation darstellt, kann ich im Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema des Zitats nur das Anhören des Vortrags »Vom Sinn und Hintersinn der Antiwehrmachtsausstellung« von Dr. Koch empfehlen.

    Schadet nicht, sich einmal über gewisse Semantiken klarzuwerden.

  7. Wenn man den ganzen Kontext um diesen Satz des Interviews liest, wird vollkommen klar …

    Alan Posener macht es doch nicht anders.

    In diesem Artikel hatte er bspw. »die Erinnerung an die Shoah kommt in Deutschland mittlerweile einer Form der Zwangsneurose gleich« übernommen und den Rest des Artikels seinen Lesern einfach verschwiegen. Und im Gegensatz zu allen anderen Artikeln, auf die er sich dort bezieht, hatte er diesen dann nicht mal verlinkt! Wenn das keine gezielte Desinformation ist, was ist es denn dann?

    Bei meinen Artikel und Kommentaren sind immer alle Quellen ordentlich verlinkt, damit jeder sich ohne viel Aufwand von Allem selbst ein Bild machen kann.

  8. Ach ja:

    Evelyn Hecht-Galinski über Peres‹ Holocaust-Rede im Bundestag, bei der er von den nicht existierenden »Nuklearraketen« Irans redete und den »geistigen Bürgerkrieg“ der »Broder-Gang“:

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14763

    Daß ausgerechnet in der Neuen Rheinischen Zeitung, die einst ja von Karl Marx gegründet wurde, vor einem »geistigen Bürgerkrieg« gewarnt wird, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

    Vom Grundsatz her gebe ich Frau Galinski teilweise Recht. Daß Peres im Bundestag von »Nuklearraketen« redet, die der Iran jetzt schon besitze

    http://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/gastredner/peres/rede.html

    und (fast) niemand widerspricht, zeigt, wie wenig souverän wir Deutschen speziell bei diesem Thema sind. Meine Position ist mittlerweile, daß man uns vor einem eventuellen Krieg sowieso nicht fragt. Das haben die Herrschenden nämlich noch nie gemacht. Von daher ist es auch belanglos, was ich davon halte und ich sehe auch nicht mehr ein, daß ich mir eine »historische Verantwortung« für künftige oder vergangene Kriege, Massaker oder Genozide an die Stirn kleben sollte. Es ist nämlich nicht mehr als eine geschickt gemachte Illusion, daß durch das allgemeine Wahlrecht »jeder Bürger« Einfluß auf derart heikle politische Entscheidungen hätte, daß man ihm solch eine Verantwortung aufhalsen kann. Theoretisch hätten wir das vielleicht, aber praktisch eben nicht.

    Das hier finde ich auch nochmal amüsant:

    Wo blieb die Nachfrage auf die unglaublichen Äußerungen von Peres schon vor Beginn seines Besuches, dass alle deutschen Juden nach Israel kommen sollten? Wofür haben wir also die ganzen Synagogen und Zentren? Wo bleibt die Antwort des Zentralrats der Juden in Deutschland? Oder geht dieser mit ihm konform? Stellen wir uns nur einmal vor, der türkische Premier Erdogan hätte so etwas den deutschen Türken vorgeschlagen. Wie groß wären das Entsetzen und die Kritik gewesen. Und die Islamophobie hätte damit neuen Auftrieb bekommen.

    Daß jemand aufschreien würde, wenn Erdogan alle Türken zurückholen würde, glaube ich dann eher doch nicht …

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