Rezension

Alles außer links

Liberalismus und Konservativismus – das müssen keine Gegensätze sein. Im Herbst 2017 startete die „Krautzone“ mit der ersten Ausgabe. Alle zwei Monate erscheint ein gedrucktes Heft.

Die Macher haben sich zum Ziel gesetzt, ein unterhaltsames Magazin fernab von intellektuellen Trockendebatten zu etablieren. Humor geht vor. Politisch unkorrekter ganz besonders. Trotzdem hält das Heft einen gewissen Anspruch, ist informativ und lockt mit vielfältigem Hintergrundwissen. Zum aktuellen Thema gibt es zwei Leitartikel, Pro und Kontra, danach kommen die „Bunten Seiten“, mit Witzen wie: „Was ist der Unterschied zwischen Asiaten und Rassismus? Rassismus hat viele Gesichter!“ Die Autoren scheuen sich vor keinen Sprachverboten und gehen vehement den radikalen Weg. Das mündet dann in mitunter heftigen Texten wie „Hip Hof ist Ohrenkrebs“.

In jeder Ausgabe wird ein „Konservativer Hipster“ vorgestellt – und zwar so, dass die Geschichten wirklich hängen bleiben. Bisher Edgar Julius Jung und Ernst von Salomon. Dazu ein informativer Teil übers Geldanlegen, die Vorstellung libertärer Ansichten, ebenso wie Film, Musik und Literatur.

Das Heft versucht eine Querfront zu schlagen. Echter Liberalismus, fernab von „liberalen“ Selbstverwirklichungsfantasien, pseudofreiem Gendermainstreaming und rosagelbem FDP-Feminismus. Gepaart mit nationalen und patriotischen Ansichten. Zusammengefasst kann man sagen: Alles außer links – auch wenn einem akzeptablen Sozen, im Stile Herbert Wehners, zumindest eine kleine Kolumne zugestanden wird.

Ob den Verlegern die Brücke zwischen den beiden ältesten Denkrichtungen der Welt, Freiheit und Tradition, gelingen wird, werden die kommenden Monate zeigen. Bisher erschienen Ausgaben zu „Universitäten“ und dem „Islam in Deutschland“. Im Februar folgt das dritte Heft zum Thema „Geld und Kapitalismus“. Man darf gespannt sein!

Und nun geht es hier entlang zur Krautzone!

Verwandte Themen

„Älterwerden ist schön.“ Samstagabend. Sie redet ununterbrochen. Wir hören gar nicht mehr auf zu quatschen. Quälend langsam schiebt sich die Schlange nach vorne. Was soll man ...
Greg Gutfeld: Ein „konservativer“ Komödiant? Nicht brüllendes Gelächter sondern selbstzufriedenes Schmunzeln bewirkt der „konservative“ Komödiant Greg Gutfeld. Wie Tomi Lahren bei den republ...
Invasion der Farbkleckse Diesen Monat fand die lange Ankunft der AfD in Berlin ihren vorläufigen Abschluß. Die letzten Bundestagsabgeordneten der Partei konnten aus ihren prov...

1 Kommentar zu “Alles außer links

  1. Carlos Wefers Verástegui

    »Liberalismus und Konservatismus müssen keine Gegensätze sein« – meint der Liberale. Auch »Liberalismus und Sozialismus müssen keine Gegensätze sein«, meinte Harold Laski, der Liberale. Liberalismus und, und, und… müssen keine Gegensätze sein. Im Liberalismus muss überhaupt nichts Gegensatz sein, im Liberalismus gibt es überhaupt gar kein »Müssen«, sondern nur ein »Können« und »Dürfen«. So bodenlos probabilistisch und wischi-waschi ist dieses überdehnte alte Elastomer »Liberalismus«

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo