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Alte Worte: Günter Maschke

Die Rechte ist ein rein mikroskopisches Phänomen, man muß sich sogar fragen, ob es überhaupt noch eine Rechte gibt. Ich glaube, Ernst Jünger hat einmal gesagt, daß es seit der Affäre Dreyfus keine Rechte mehr gibt. Auch die Rechte glaubt heute an die Volkssouveränität und sie ist sogar vulgär-rousseauistisch: das Volk ist gut. Bei ihr ist aber nicht der Kapitalismus schuld, sondern die Vergangenheitsbewältigungsindustrie oder die Alliierten oder das korrupte Fernsehen. Doch muß man wohl zugeben, daß das deutsche Volk seelisch und intellektuell völlig verkrüppelt und heruntergekommen ist; es ist um keinen Deut in einem besseren Zustand als die politische Klasse. Das wagt die Rechte auch nicht zu sagen. Viele Dinge, die als rechts gelten, sind es keineswegs – man denke nur an die seltsame Liebe vieler Rechter zu unserem Grundgesetz, an die Fata Morgana eines rechten Verfassungspatriotismus! Die Rechte bei uns spricht gerne über Metapolitik, landet aber nur in einer sehr kurzatmigen Bildungshuberei. Man begnügt sich mit einer Collage des rechten und konservativen Bildungsgutes der Vergangenheit – aber zu Discountpreisen. Drei Seiten hierüber, zwei Seiten darüber, da ist eine wirkliche rechte Häppchenkultur entstanden. Man sieht nicht den Sinn ambitiöser, strenger theoretischer Arbeit, man will rasch zu Potte kommen und wird es nicht, weil keine Ausmessung der Krise, der wahrhaft furchtbaren seelischen und spirituellen Situation des modernen Menschen geleistet wird, die alles Politische übersteigt.

Geäußert im Jahr 1997 von Günter Maschke in einem sehr lesenswerten Interview mit der Jungen Freiheit.

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16 Kommentare zu “Alte Worte: Günter Maschke

  1. Petrus Urinus Minor

    Eine weitere Interviewstelle von geradzu unglaublicher Hellsichtigkeit:

    JF:Wer ist Träger dieses antinationalen Konsenses?

    MASCHKE: Der Träger ist die politische Klasse selbst, die ihre Macht daraus zieht, daß Deutschland keine Macht hat oder nur eine sehr begrenzte; dabei wird unter dem Beifall dieser Klasse sogar die letzte deutsche Machtressource aufgelöst, die D-Mark! Wenn dies geschehen ist, werden aber die anderen größeren Länder ihre nationalen Prärogative wahren, wir aber buchstäblich nichts mehr in Händen halten. Wenn wir dann kein Geld mehr haben, wenn sich unsere Krise verschärfen wird, wenn wir Europa nicht mehr finanzieren können, dann werden wir die größten Schweine in Europa sein und dann wird es wieder riesige Kampagnen wegen der Vergangenheit geben. Darauf sollten wir vorbereitet sein.

    JF:Klingt unlogisch: Die politische Klasse strebt doch normalerweise nach immer mehr Macht!

    MASCHKE: Sie gewinnt, sie verstärkt und verbessert ihre Macht im Inneren durch den Verzicht nach außen. Der Verzicht nach außen verstärkt die totalitäre Formen annehmende Herrschaft im Inneren. Der Verzicht auf eine Verfolgung deutscher Interessen innerhalb Europas beinhaltet einen Machtgewinn, der sicher und kalkulierbar ist, zumal die intellektuellen Mittelschichten ähnlich denken und sich nach Entnationalisierung sehnen: sie wollen sich nicht einbringen in Europa, sie wollen sich dort auflösen. Wenn der Deutsche stolz sagen wird, daß er Europäer sei, wird ihm der Brite oder Franzose sagen, nein, du bist ein Deutscher, du Ferkel! Und da wird dieser Europäer Augen machen! …

    Quelle: http://www.jf-archiv.de/archiv/45aa5.htm

  2. Benjamin Jahn Zschocke

    …und, wer weiß es? Wer weiß es? Na? — Wieder keiner.

  3. Petrus Urinus Minor

    @BJZ

    Ähm, das ist jetzt nicht der Stoll, das geht hier nur randwärts um freie Energie, als Implosionsstrudel nach INNEN! Ist ja völlig klar. Alles andere ist unnötig. So einfach ist das!

  4. Sich zu fragen, ob es noch »eine Rechte« gibt, ist so abstrakt wie unnötig. Kommt es immer darauf an, welchen Stempel man auf etwas drückt und ob dieser Stempel im Laufe der Zeit auf verschiedenen Inhalten prangte? Wo ist der Mehrwert daran, dies auch noch genüsslich vorzuführen und damit in eine allgemeine Weinerlichkeit abzugleiten? Inwiefern trägt das dazu bei, die deutschen Probleme HEUTE auch nur beim Namen zu nennen, gar zu lösen?

    Wenn man schon konstatiert, dass die eigene politische Richtung sich zurzeit nicht durchzusetzen vermag, ist es das Allerfalscheste, sich ständig um sich selbst zu drehen. Im Rückstand hilft nur Offensive.

  5. Dichter und Denker

    »Die Rechte« oder der Rest davon beschäftigt sich einfach viel zu viel mit sich selbst und versinkt bei jeder Diskussion, bei jedem Thema in ihrer Larmoyanz und Nostalgie. Für wen soll das attraktiv sein? Solange man diese Weinerlichkeit und dieses Irgendwie-doch-noch-am-Dritten-Reich-Hängen nicht konsequent überwindet, wird auf der rechten Seite gar nichts ernstzunehmendes mehr wachsen. Selber schuld, könnte man fast sagen.

  6. Ich bitte um Belege für die vorgertragenen Weinerlichkeitsvorwürfe!

  7. Die Infragestellung der Existenz einer »Rechten« ist schon Beweis genug für eine weinerliche Grundstimmung, die in sich schon wieder relativistisch ist.

  8. Deine Logik erschließt sich mir nicht. Schon weil es im Grunde lächerlich ist, Maschke gerade nach dessen Leben Weinerlichkeit vorzuwerfen, glaube ich nicht, dass du verstanden hast, worum es ideengeschichtlich geht, wenn er die Existenz einer echten Rechten bezweifelt. Denn das Problem, das er sieht, ist vielmehr, dass selbst die vermeintlichen Rechten die Dummheiten der Aufklärung nachplappern, weil es sich schickt, und folglich zu den Kernproblemen der Moderne nicht mal im Ansatz vordringen.
    Das ist genau die Frage nach dem Nationaljakobinismus, die Menzel angeschnitten hatte.

    Im Übrigen: Student Bundeswehruniversität?

  9. Was hab ich denn nicht verstanden? Die mangelnde Kontinuität hinsichtlich konkreter Positionen, die im Text oben bemängelt wird?

    Btw, dieser für Rechte typische, bloß apodiktische Verweis auf dies und jendes, gesagt durch den oder die (»Nationaljakobinismus«, »Menzel«) ist gerade ein Beispiel für das Collage-Denken. Der Vorwurf trifft mMn auch.

  10. Zunächst nochmal zur Larmoyanz. Mir scheint es, als diene der Verweis auf eine etwaige – im Übrigen nicht weniger apodiktisch vorgetragene – Weinerlichkeit bei Rechten bisweilen zur reflexhaften bloßen Abwehr bestimmter grundsätzlicher Einwände.

    Da sind besonders – aber nicht nur – immer diejenigen, die ihr Soldatentum in der Bundeswehr meinen verteidigen und rechtfertigen zu müssen, indem sie dieses als Dienst am deutschen Volk verklären. Wer dann darauf hinweist, dass die objektive Lage aus den und den Gründen eine andere ist bzw sein könnte, der ist dann weinerlich, weil er gar nicht einsieht die falschen Freunde als echte zu behandeln.
    Mir jedenfalls, war noch keiner der bislang vorgetragenen Larmoyanzvorwürfe im argumentativen Kern schlüssig vorgekommen, unabhängig vom Erscheinen einzelner Kommentatoren, deren Duktus zu einer solchen Vermutung zugegebenermaßen manchmal Anlass gibt. Stets war es so ein gute Miene zum bösen Spiel machen. Wahrscheinlich liegt das aber daran, dass ich selbst der Larmoyanz verfallen bin.

    Zum zweiten. Nun mag es sein, dass Maschke ein einzelner, böser Mann ist, der dir sagt, was du nicht hören willst und was du schon gar nicht für hilfreich halten magst. Dennoch weist er zurecht daraufhin, dass im Denken (!) jede falsche Grundposition ins Schiefe führt. Er macht der Rechten gerade den Vorwurf, dass sie ihre eigenen politischen Gegenwartswünsche nicht in Bezug zu einer philosophia perennia der Rechten setzt. Die fehlende Klarheit in den eigenen Positionen führt dazu, dass immer wieder dieselben Fehler gemacht und immer wieder dieselben Enttäuschungen erlebt werden. Und hinterher reibt man sich verwundert die Augen, wieso das alles so kommen konnte.

    Und warum ist das zwangsläufig so?
    Weil solche wie die von dir erhobenen Vorwürfe das Denken schon abschneiden bevor es begonnen hat. Erst die Erkenntnis und danach das strategische und taktische Handeln. Solange wie die Rechte im Denken keinen festen Grund hat, steckt sie im Griff der gegenläufigen politischen Strömungen. Sie bleibt in deren Begriffen und Vorstellungen befangen und agiert nur situativ bremsend, indem sie als Antipode auftritt. Im Kern bleibt so nicht mal die Wahl, ob man eine opportunistisch geleitete Entscheidung treffen will. Ein agenda setting bleibt aus. Es ist die permanente Reaktion auf vorgezeichneten Wegen. Und wenn man darauf dann hinweist, ist man derjenige, der auch noch weinerlich genannt wird. Das ist lächerlich. Der Wille ist nur notwendige aber eben kein hinreichende Bedingung für den Erfolg.

    Die echte Weinerlichkeit tritt nur da zutage, wo die konkrete Handlung nicht vorgenommen, also das Schreiten zur Tat unterlassen wird, und dadurch die objektive Lage sich noch verbösert, obwohl man einen gangbaren Weg sieht, der nicht becschritten wird, weil das Vorhaben scheitern könnte. Sicher gibt es das. Der Täter wird aber, und in der Vergangenheit war das auch reglemäßig beobachtbar, wenn er aufgrund falscher Erwägungen tätig wird, von den fürchterlichen Konsequenzen seiner Taten in den Abgrund gezogen, sodass am Ende die falsche Richtung noch schneller und vehementer eingeschlagen wird. Das ist an den letzten zweihundert jahren Geschichte ablesbar.

    Man muss also gründlich unterscheiden, ob die Begründungen für ein Nichthandeln nur vorgeschoben sind, dieses mithin Feigheit aus guten Gründen ist, oder nicht. Oder ob nicht vielmehr der Handlungsmodus abgelehnt wird, weil seine Grundlagen falsch sind.

    Mit einer vernünftigen Anthropologie und deren Konsequenz für die politische Ordnung wäre anzufangen. Und wenn man darüber mal konsequent nachdächte, käme man jedenfalls nicht zur Sinnhaftigkeit der Massendemokratie, sondern näherte sich Vorstellungen von anzustrebenden Mischverfassungen. Dann gäbe es auch keine Rechten mehr, die aus echter innerer Überzeugung mehr Demokratisierung und Transparanz fordern würden. Sondern wären das nur noch stategische bzw. taktische Forderungen, die man gezielt ohne Selbsttäuschungspotenzial vorbringen könnte, um seinen Kernpositionen mehr Geltungskraft zu verleihen.

    Die extreme Rechte der Gegenwart, die zahlenmäßig und vom Einflusspotenzial her den radikal Konservativen weit überlegen ist, glaubt aber bis heute, dass das Volk gut sei, und dass es auf die Wünsche seiner Mehrheit ankomme, anstelle der Notwendigkeit der Wiederaufrichtung der unabänderlichen Sittenordnung, die nicht vom Menschen stammt.

    Der Hauptstrom-Konservative ala CDU ist sowieso Sozialdemokrat mit ethischen Prinzipien, die vielleicht(!) von Gott gekommen sind. Die Gutenchristen der Gegenwart wären so oder so nochmals ein eigenes Thema. Sich in diese Verbände einzureihen ist eben noch keine Metapolitik, sondern lachhaft. Aber gerne wird so getan, als wäre das schon Metapolitik, um sich mit dem Anschein des Handelns zu umgeben. (Von einer Beteiligung in solchen Verbänden abzuraten, könnte auch schon wieder als Larmoyanz abgetan werden.)

    Aber wer bleibt nun noch übrig?
    Weder mit den einen noch mit den anderen ist etwas Substantielles anzufangen. Noch dazu, wenn der Handelnde selbst nicht weiß, wie er handeln soll, und dann so handelt wie es andere erwarten. Es sind also nur ein paar einzelne, und das sind die, die nicht zugleich über die Masse an Finanzkraft verfügt, um aus der kalten zu starten.

    Man kann diese Einwände erheben und das Wiederbegehen ausgetretener Sackgassen verweigern. Und wer meint, dass das alles nicht diskussionswürdig sei, der soll sich zurückhalten und durch sein Tun beweisen, dass das Geschick ihm Hold ist. Dagegen hat ja keiner was.

    Die mangelnde Kontinuität konkreter Positionen ist nicht das Problem. Wer es darauf reduzieren will, kratzt nur an der Oberfläche der Misere des modernen Menschen. Das Problem ist die weithin mangelnde Kontinuität der Substanz im Geschichtlichen und im Transzendentalen, die behindernd wirkt, da viele Positionen kaum noch herkömmlich (d.h. massentechnisch) kommunizierbar sind. Der fehlende, wenn auch intuitive, Weitblick im Hinblick auf die Grundlagen des Seins und damit auch der fehlende Wille im Hinblick auf die vergangenen und noch vielmehr auf die ungezählten zukünftigen Generationen unseres Volks sind wesentlich.

  11. In der Passage oben kommt es abseits deiner Ausführungen – die ich richtig finde, wobei ein »Überwinden von 1789″ derzeit nicht einmal denkbar ist – eher zum Ausdruck, dass ein Abgehen von Positionen PER SE zu kritisieren ist und das, was dabei rumkommt, sich eben nicht länger rechts schimpfen darf. Diese Position ist lächerlich infantil, und nur diese Position habe ich auch angegriffen.

    Nur noch ein (wie immer apodiktisches) Wort zur Bundeswehr – deren Angehöriger ich im Übrigen nicht länger als 9 Monate war: »Es kommt nicht darauf an, wofür man kämpft, sondern wie man kämpft.« – Jünger.

  12. Nun der Abschnitt sollte ja auch nur Interesse wecken, das ganze Interview zu lesen, weil da noch mehr interessante Spitzen versteckt sind. Und der Auszug sollte auch keinen Bekenntniszwang in Bezug auf Maschke auslösen, der ist auch nur ein Mensch. Aber die Frage, auf die Maschke hier, gestellt seitens der JF, antwortet, lautet: »Woran liegt die desolate Lage der intellektuellen Rechten in Deutschland?« Eingebettet in den Gesamttitel:>>Vergangenheitsbewältigung als Staatsräson: Günter Maschke über die Auflösung der deutschen Nation und die íntellektuelle Lage der politischen Rechten – »Die Genußsucht wird mit Zerknirschung bezahlt«<<

    Ich unterstelle Maschke schon, dass er diese Antwort auch in Richtung JF gibt.
    Aber wie schon angedeutet, man muss das Gesamtinterview interpretieren, nicht nur die herausgerissene Passage.

    Zum Jüngerzitat:
    Hehe. Das gilt aber auch nur außerhalb politischer Gestaltungsansprüche. Im rein Ästhetischen. Im Übrigen ist gegen ein paar apodiktisch vorgetragene steile Thesen nichts einzuwenden. Zumal man in Blogs nicht jedesmal so einen Sermon wie vorhin produzieren kann, außer man hat zuviel Zeit. Es gibt Autoren (z.B. Sigmund Freud) die kommen über weite Strecken damit aus, irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen, um auf deren Grund "wissenschaftliche" Diagnosen über den Geisteszustand anderer Menschen abzuleiten. (Und das war jetzt schon wieder von mir apodiktische Polemik in Reinform. Aber du siehst, dass solche Vorwürfe schnell zu einem Gesprächsverhinderungsregress werden können.)

  13. Das stimmt, sehen aber viele im »neurechten Kosmos« anders (Kubitschek). Bundeswehr würde ich jetzt auch nicht unbedingt (eher gerade nicht) in die Sphäre von »politischen Gestaltungsansprüchen« einordnen.

  14. Die EINE Lösung wird es nicht geben. Wenn eine Lösung sein sollte, dann wird sie ein Konglomerat mehrerer verschiedener Sublösungen, die sich gegenseitig bedingen und unterstützen, sein.

    Auf den Werdegang der deutschen Rechten rückblickend, muß gesagt werden, dass sie das zentrale Problem zu keiner Zeit zufriedenstellend gelöst bzw. in den Griff bekommen hat:
    Nämlich die Durchdringung der Masse mit ihrer Idee.

    Dabei liegen die Gründe dieses Scheiterns nicht in der Idee an sich, denn ihr Inhalt ist der elementarste, den es für Menschen und Völker überhaupt nur geben kann – nämlich den Daseinserhalt der eigenen Gruppe sicherzustellen.

    Die Gründe dieses Scheiterns sind vielmehr in der ungenügenden Form, d.h in der unzureichenden (massen-)psychologischen Konstruktion zu finden, mit der die Inhalte unserer Idee in die Vorstellungswelt der Masse hätten eingebracht werden müssen. Hier liegt die Ursache unseres Scheiterns, wie ich meine.

    Den Schlüssel zum Zugang zur Vorstellungswelt der Masse, das »Sesam öffne dich!«; auf diesem Gebiet ist die Rechte gescheitert!

  15. Sebastian R.

    Ich stimme dem zu, was »Druide« hier geschrieben hat.

    Aber, ich zitiere »Th.R.«:

    »Dabei liegen die Gründe dieses Scheiterns nicht in der Idee an sich, denn ihr Inhalt ist der elementarste, den es für Menschen und Völker überhaupt nur geben kann – nämlich den Daseinserhalt der eigenen Gruppe sicherzustellen.«

    DAS ist wirklich veraltetes Denken, festgefahren in den Denkmustern rechter Idole wie Schmitt, ohne Bezug zur Realität. Der durchschnittliche, einigermaßen »gebildete« Europäer fragt heute: WARUM soll ich für den Daseinserhalt der eigenen Gruppe einstehen und wie ist diese überhaupt definiert? Er kann gar nicht anders fragen, weil er es nur so in der Schule und später durch die Gesellschaft gelernt hat. Wenn es der Rechten nicht gelingt, die Vorstellung aus den Köpfen zu verbannen, der Mensch sei nur ein vom Urknall dahingeschissener Fleischklumpen und der höchste Zweck von Gesellschaft sei es, dass alle ihre 80 Jahre hier »ganz nett« verbringen, dann können wir einpacken und gehen.

  16. Phantasti

    Sieht Sebastian sehr gut:
    Der Durchschnittstyp hat seiner Gegenwart keine Verbindung mit der Vergangenheit eingehen lassen, von der aus der Bezug zu einer sinnvollen Zukunft hergestellt werden könnte. Wer sind meine Ahnen, und was taten sie? Scheißegal. Ich bin auf die Welt gekommen, ohne es zu wissen, und ich werde auch ohne dieses Wissen leben können und sterben müssen. Mir egal.
    Das Weltbild dieses Typs ist egozentrisch. Gemeinschaften, deretwegen sich eine Pflicht zur Verteidigung und Bewahrung ableiten ließe, gibt es nicht; ich bin mir selbst genug und der Nächste. So komme ich ja auch durch und habe so meine privaten Vergnügungen.
    Laisser faire; laß alle in Ruhe, so wirst Du schon in Ruhe gelassen werden! Und wo Ruhe, da Frieden. So besagt es die Pädagogik der freien Welt.

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