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Den 17. Juni feiern – aber wie?

Wir sind Zeitzeugen, wie eine ehemalige FDJ-Funktionärin die deutsche Nachkriegsdemokratie zerschlägt. Kein Wunder, dass mehrere freiheitliche Organisationen im Internet dazu aufgerufen haben, einen Gegenakzent zu setzen und den 17. Juni wieder zu feiern. Der 17. Juni ist aber nicht nur ein „Tag der Freiheit“, sondern im heutigen Deutschland auch ein heimlicher Nationalfeiertag, ein Seitenhieb gegen den drögen 3. Oktober mit seinem weihevollen Geschwafel über Islam und Bunte Republik. Den 17. Juni feiern heißt also: frech und selbstbewusst feiern. Hier sind zehn Ideen:

  1. Das große 17. Juni-Feiertagsfrühstück: Der 17. Juni ist in diesem Jahr ein Sonntag. Zeit genug zum Ausschlafen und dann für ein langes gemütliches 17. Juni-Frühstück oder einen 17. Juni-Brunch im Lieblingscafé. Feiern sollten feierlich sein: Das Glas Sekt und ein gemeinsames Prost auf die Freiheit der Deutschen und unser Recht auf Selbstbestimmung setzt den passend feierlichen Akzent für einen guten Start in den Tag.
  2. Das 17. Juni-Outfit: Bei www.konmo.de gibt es mittlerweile eine ganze Kollektion von 17. Juni-Hemden. Wer am 17. Juni einen klaren patriotischen Akzent setzen möchte, wählt im Kleiderschrank natürlich nur aus den Farben Schwarz, Rot oder Gold. Wem das in diesem Jahr zu fußballerisch wirkt, muß kreativ sein.
  3. Die 17. Juni-Wohnungsdeko: Für die besonders stilvolle 17. Juni-Feier lässt sich die Wohnung ansprechend herrichten: Schwarz, Rot, Gold sieht überall gut aus. Auch hier gilt: falls in diesem Jahr zu fußballerisch, kann man auf jede Menge andere Fahnen zurückgreifen, auf die wir stolz sein können. Im Trend z.B. ist die Stauffenberg-Fahne.
  4. Die 17. Juni-Gartenparty: Auf gar keinen Fall ist der 17. Juni ein Tag, den wir allein feiern. Die Freiheit der Nation geht alle gemeinsam an. Also: Freunde einladen und Party machen! Es ist sowieso völlig unverständlich, dass sich die Deutschen den 17. Juni, den fast längsten Tag im Jahr, als Nationalfeiertag wegnehmen ließen. Grillen und chillen bis abends um elf. Wann, wenn nicht am 17. Juni?
  5. Der 17. Juni-Spielenachmittag: Gemeinsam den Nachmittag im Garten feiern und mit ein paar Gartenspielen auflockern. Zum Beispiel Eierwerfen: Wer Barrosos Nase trifft, hat gewonnen (das gilt natürlich auch für Herrn Schäuble und andere). Im Wohnzimmer bei schlechtem Wetter: Euro, Du musst wandern. Wer den Euro zuletzt in der Hand hat, hat verloren.
  6. Die 17. Juni-Aktion: Für eine politische Aktion braucht man mindestens einen Aktionisten. Zur Not kann man gern auf sich selbst zurückgreifen. Im 17. Juni T-Shirt in der Fußgängerzone Unterschriften gegen die EUdSSR sammeln. „Bringt natürlich nichts“, aber wenigstens einmal im Leben ein paar Unterschriften zu sammeln, ist besser als seinen Enkeln Rede und Antwort zu stehen, warum man „damals nichts getan“ hat. Und außerdem stellt man bei solchen Aktionen nach spätestens zehn Minuten fest, dass man gar nicht so allein ist, und bei der nächsten Aktion ist man dann schon zu zweit.
  7. Die 17. Juni-Demo: Da das freiheitliche und konservative Spektrum in Deutschland sprichwörtlich unorganisiert, unkreativ und unaktiv ist, sollte man nicht erwarten, dass irgendeine Organisation auf die Idee käme, am 17. Juni vor dem Rathaus eine Mahnwache abzuhalten, z.B. für die Freiheit der Rede in Deutschland. Also muss man alles selber machen. Für die selbstgebastelte Freiheit-der-Rede-Demo braucht man mindestens zwei gute Freunde, ein Schild mit der Aufschrift „Redefreiheit!“ und eine Rolle Pflaster, um sich bildwirksam den Mund zu verkleben. In vielen Städten braucht man solche spontanen Mahnwachen nicht einmal anzumelden.
  8. Der 17. Juni-Kirchgang: Mit der Kirche hält es jeder, wie er will, aber wer will, der sollte die Gelegenheit an diesem Tag nicht verpassen. Grundsätzlich gilt: Die Allianz zwischen Staat und Kirche ist immer nur eine Allianz auf Zeit. Die Kirche hat irgendwann immer die Kurve gekriegt. Und sie wird auch diesmal die Kurve kriegen. Darauf kann man am 17. Juni gern eine Kerze anzünden.
  9. Die 17. Juni-Rede: Man kann den 17. Juni auch ohne Rede feiern, aber ganz ohne Rede ist der 17. Juni wie die Suppe ohne Salz. Erst ein paar Worte zum richtigen Zeitpunkt sorgen für den wirklich stimmungsvollen Ton. Für Schüchterne: Eine Rede kann auch leise sein und sich auf einen einzigen Satz beschränken.
  10. Der große 17. Juni-Umtrunk: Die Bunte Republik ist eigentlich nur betrunken zu ertragen. In diesem Sinne: Auf unsere deutsche Freiheit!

(Quelle: eingegangen in der Redaktion; Autor ist der Redaktion bekannt)

Mehr zum 17. Juni (Aktionen der BN aus dem letzten Jahr):

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