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Die ewige Blogkade

Wozu es führt, wenn man sich im abgezirkelten Intervall tagtäglich mit nichts anderem befaßt als dem eigenen Bauchnabel und tagespolitischen Nonnenfürzen, beweist erneut Herr Lichtmesz.

Im Verlag, für welchen er selbst tätig ist, erschien letzthin ein wahrhaft visionäres Buch: Die Verachtung des Eigenen von Frank Lisson, das auch bald hier besprochen werden wird. Herr Lichtmesz hat es wohl gelesen, nicht aber verstanden. Sein einziges Hobby ist es, täglichen Irrsinn auf die Stufe singulärer Phänomene zu hebeln. Was er da schreibt, das funkelt und glänzt, entfaltet jedoch keine Wirkung außer einem wohlwollenden »So ist es!« der Saturierten. Lichtmesz erkennt nicht, daß es hirnlose Massenphänomene zu allen Zeiten gab. Er geht einem Irrglauben auf den Leim. Denn für wen kämpft die Neue Rechte mit Feder und Papier in der Hand? Wie sieht dieses deutsche Volk denn überhaupt aus und wo ist es zu finden? Wo ist die deutsche Kultur, wo das Deutschland, auf das man sich beruft? Wen gilt es zu verteidigen und zu welchem Zweck? Was Herrn Lichtmesz fehlt, ist der kühle und nüchterne Blick Lissons, ist die unabdingbare Distanz.

Lisson sagt, daß Abendland endete 1945. Welche Aufgabe haben wir dann heute? Die Antwort ist einfach: Die Kultur nicht im Durchlauferhitzer warmzuhalten, sondern selbst Akzente zu setzen und vor der eigenen Türe zu kehren – Vorbild zu sein im eigenen Wirkungskreis.

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4 Kommentare zu “Die ewige Blogkade

  1. Hallo!

    Zitat:
    „Wozu es führt, wenn man […] beweist erneut Herr Lichtmesz“

    Ja – wozu führt es denn nun?

    Natürlich ist Martin Lichtmesz ein sehr wichtiger und guter Autor in der Neuen Rechten. Jeder hat sein Spezialgebiet, und das von Lichtmesz ist vielleicht die Benennung von Missständen, die Polemik, sie auf den Punkt zu bringen:
    http://www.sezession.de/27834/911-die-usa-und-carepaket-syndrom.html
    http://www.sezession.de/28616/fremde-und-entfremdete-heimat.html
    http://www.sezession.de/27713/demokratiesimulation-und-gegenoffentlichkeit.html
    Und eben doch auch Handlungs-Ideen und Perspektiven zu geben, d. h. POSITIVEN Inhalt zu liefern, siehe etwa sein „Traktat über die verschleppte Gewalt“.
    Zu Metapolitik gehört auch, „tagespolitische“ Missstände (das sind keine „Nonnenfürze“!) zu erkennen, ja das macht sie erst möglich. Eine ewiges Dagegen-Gejammer und nie dafür findet man denke ich woanders.

    Natürlich gab es immer schon Irrsinn. Es geschah auch immer wieder in der Geschichte, dass Pflanzenarten ausstarben und Völker verschwanden oder von anderen verdrängt wurden. Was unsere heutige Situation so einzigartig macht, ist, dass die meisten Deutschen gar keinen Überlebenswillen haben. Dass es ihnen egal ist, wenn es in hundert Jahren kein deutsches Volk mehr gäbe.

    Zitat:
    „Wie sieht dieses deutsche Volk denn überhaupt aus und wo ist es zu finden? […] Wen gilt es zu verteidigen und zu welchem Zweck?“

    Die Idee, das Abendland sei 1945 untergegangen, ist meiner Meinung doch sehr abwegig und destruktiv, genauso wie die „Zyklen-Theorie“. (Warum gerade 1945? Ist das Abendland etwa der Nationalsozialismus?!)
    Ich persönlich fühle mich auch gar nicht so sehr als Abendländer, denn hier ist nicht Abend, sondern die Mitte unseres Lebens. Davon abgesehen ist unsere deutsche Identität doch sehr alt, erlebte immer wieder Glanzpunkte wie Herrmannsschlacht, Reformation, Befreiungskriege und 1848-Revolution, Konservative Revolution der 1920er Jahre.
    „Neue Rechte“ heißt meine ich auch, dass sie eben die „frische“ Rechte ist. Frisch, aber eben mit tiefen Wurzeln.

  2. 1. Das Abendland hat nichts mit Untergang, Dämmerung o.ä. gemein.
    2. Vielleicht weil der NS die letzte ernstzunehmende antimoderne Bewegung war? Alles, was sich danach in (West-)Europa abspielte, war eben eher angelsächsisch, modern etc. geprägt. (Was sich schnell zeigt, wenn man seinen Blick auf Sachen wie Gesellschaftsform, Architektur, Literatur richtet.)

  3. Naja, der Lichtmesz… im Trauerfall ist es gute Sitte, sich zurückzuhalten (selbst wenn man glaubt, einer Show beizuwohnen und selbst dann, wenn es eine ist). Karlheinz Weißmanns ist dies bewusst, Lichtmesz nicht.

    Überlegung: Zeigt sich hier eine Graben innerhalb des SiN/BN-Spektrums? Zwischen bodenständigen Konservativen und bilderstürmenden Jungtürken?

    Interessiert bemerke ich Benjamin Jahn Zschockes Erdung, Felix Menzels Föderalismusthesen, Karlheinz Weißmanns o.g. Verweis…

    Sehr schön 🙂

  4. Das Abendland endete 1933, nicht 45.

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