Anstoß

Die westerweiterte DDR

Ähnlich der DDR in ihren letzten Jahren, die bis zum Schluss mit Strebsamkeit und deutscher Disziplin sowjetische Ideale hochhielt, die in Russland längst aufgegeben oder relativiert wurden, wird in Deutschland nach wie vor alles durch die rosarote, linksliberale Mainstreambrille gesehen, in völliger Ignoranz unliebsamer Realitäten.

Beispielsweise die Realität, dass Deutschland mit seiner Mitte-Links-Regierung zunehmend zum Geisterfahrer Europas wird, während nahezu alle europäischen Völker nach und nach demokratisch rechte Parteien an ihre Spitze wählen.

Rechtsruck in Europa

In konservativen Staaten wie Ungarn bleibt die von der Süddeutschen und Frankfurter Allgemeinen Zeitung herbeigesehnte Revolution aus. In sozialdemokratischen Vorzeigeländern wie Schweden führt mit den Schwedendemokraten eine rechte Partei die Umfragen an. Österreich hat rechte Demokraten an die Spitze und die Grünen aus dem Parlament gewählt. Tschechien, Holland, Polen, die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Allerorten gewinnen Rechte, überall ist die Sozialdemokratie im Todeskampf.

„Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen einer ignorierten Realität ignorieren.“ (Ayn Rand)

Doch ähnlich, wie man in der DDR immer von der „Wissenschaftlichkeit des Sozialismus“ sprach, spricht man in Deutschland von den anständigen Demokraten hier und den bösen Rechtspopulisten mit ihren „einfachen Wahrheiten“ dort. Es ist eine Selbstvergewisserung.

Schließlich nimmt man für sich selbst nicht nur in Anspruch, die moralisch höherwertige Position zu bekleiden, was im Elfenbeinturm eines Gesinnungsethikers immer leicht ist. Man meint auch von sich, eine Position von wissenschaftlicher Unanzweifelbarkeit zu vertreten. Die Wischi-Waschi-Agenda der politischen Mitte nicht nur als Gebot, sondern auch als der Weisheit letzter Schluss?

Das Volk wendet sich ab

Nicht nur sein Scheitern in der Praxis, auch seine Hochnäsigkeit wird dem politisch-medialen Komplex in der westerweiterten DDR zum Verhängnis. Das Volk wendet sich längst ab, da helfen auch alle belehrenden Zeigefinger der Welt, die AfD sei ja eine hochgefährliche Partei, nichts. „Unser Programm heißt Realität“, plakatierte die NRW-AfD zur Landtagswahl im vergangenen Jahr. Nie war dies zutreffender als heute.

Mit der Anerkennung der Desiderius-Erasmus-Stiftung macht die Partei nun einen weiteren Schritt in Richtung Professionalisierung. Dieses Jahr wird sie in die beiden letzten Landtage mit – Stand jetzt – klar zweistelligen Ergebnissen einziehen. Nächstes Jahr stehen dann die ersten Wiederwahlen im Osten an, bei denen man stärkste Kraft werden könnte. Und das in der ehemaligen DDR – hoffentlich kann man irgendwann auch wieder von der ehemalig westerweiterten DDR sprechen.

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20 Kommentare zu “Die westerweiterte DDR

  1. Robert Wagner

    Die heutige Bundesrepublik mit der DDR kurz vor deren Niedergang zu vergleichen, nur weil hier noch keine reaktionären Rechtskonservativen an der Macht sind, die wie aktuell in Polen oder Ungarn die Pressefreiheit massiv beschneiden, die Unabhängigkeit der Gerichte bedrohen, Vetternwirtschaft und Korruption fördern und offen neofaschistische Gruppierungen tolerieren, ist dermaßen grotesk und weit hergeholt, dass man ernsthaft an der Zurechnungsfähigkeit des Autors zweifeln muss.

  2. Henrik Mayen

    Der Vergleich ist angemessen – denken wir z.B. an die (nicht amerikanische, sondern deutsche) Billion an Target II Salden mit ihrer inhaerenten Tendenz zu weiterem Wachstum.. Nicht zu vergessen ist auch, dass gewaltbereite neofaschistische
    Gruppen nicht nur toleriert, sondern auch noch vom Staat finanziell unterstuetzt werden. Siehe etwa die Rote Flora oder, wenn es um die Konsequenzen geht, die durch Gewalt solcher Gruppen ins Nirwana befoerderte Pegida in NRW. Dazu das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, die DSVGO und auch die »Karrieren« der Journalisten Matussek und Fest. Ich kenne schon Leute, die Ihre Zelte deswegen lieber in Ungarn aufbauen.

  3. @ Robert Wagner

    Man erkennt den politischen Glaubensirren daran, dass er, während er sich mit der Titanic einschifft, der Überzeugung ist, auf der Santa Maria zu sitzen. (M. Klonovsky)

    Sie werden den Untergang, auch ihren ganz persönlichen, noch schnell genug erleben.

    Die Tugend besiegter Völker ist die Geduld, nicht die Resignation.

    Oswald Spengler

  4. Robert Wagner

    Die üblichen, ritualartigen Reaktionen auf die hier so seltenen kritischen Stimmen. Nein, ich schreibe hier unter meinem Klarnamen – im Gegensatz zu manch anderem hier halte ich es nicht für notwendig, mich hinter dem Namen einer historischen Figuren zu verstecken. (Ja, ich denke dabei genau an dich, Carl. ;-)) Und warum sollte ich ausgerechnet den Namen eines NS-Gauleiters als Pseudonym wählen? Denk doch mal nach, Junge.

    @ Henrik Mayen

    Sie sind sich offensichtlich nicht darüber im Klaren, was gerade in Polen passiert. Dort werden mittlerweile Kriegsverbrecher, die in den letzten Zügen des Zweiten Weltkriegs in ihrem Hass auf alles vermeintlich Unpolnische ganze Dörfer orthodoxer Christen massakriert haben, ganz ungeniert von polnischen Ultranationalisten als Kriegshelden gefeiert, unter dem Beifall der PiS-Regierung. Von offen auftretenden Neofaschisten, die etwa im vergangenen November – nicht zum ersten Mal – anlässlich des Unabhängigkeitstages mit dem Segen ebendieser Regierung in Warschau demonstrierten, ganz abgesehen.

    Das ist etwas völlig anderes als Steine werfende und leere Autos anzündende Linkschaoten, die möglicherweise über Umwege an staatliche Gelder gelangen. Dass der Staat diese Leute nicht wirklich toleriert, sieht man beispielsweise an der massiven strafrechtlichen Verfolgung im Zuge der G20-Ausschreitungen. Dass solche Leute, die sehr gut darin sind, anonym zu bleiben, vor Gericht schwierig zu überführen sind, ist in einem Rechtsstaat wie dem unseren kein Indiz dafür, dass sie vom Staat protegiert werden. Genauso wenig ist übrigens das Netzwerkdurchsuchungsgesetz ein Beleg dafür, dass wir hier in einer Diktatur leben würden. Dort wird eine gute Idee (Strafverfolgung von Beleidigungen und Aufrufen zu Straftaten) lediglich schlecht umgesetzt, indem man die Entscheidung über die Justiziabilität in die Hände von Konzernen legt.

    Alles in allem ist das also ein völlig unangemessener Vergleich.

    Quellen zu Polen:

    https://m.youtube.com/watch?v=kMUD2e5nUsU

    https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/unabhaengigkeitstag-warschau-polen-rechtsextreme-marsch

  5. Erzreaktionär

    Lieber Wagner, es heißt NetzwerkdurchSETZUNGSgesetz. Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens, nicht wahr 😉

  6. Carl Sand

    Hej, Robby – ich finde einfach nur, dass du voll der Faschist bist.

    Aber extra für Dich habe ich noch einen kleinen Tretbuckler gefunden. Passt auch, Junge!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Wagner_(Radsportler)#/media/File:Diksmuide_-_Ronde_van_België,_etappe_3,_individuele_tijdrit,_30_mei_2014_(A037).JPG

  7. Immer wieder die gleichen Propaganda, immer wieder die gleichen »Argumente«. Man widerlegt Sie und 3 Wochen später, daß gleiche Spiel wieder von vorne. Der Linksstaat existiert, keine von Ihren Auslegungen negiert diese Tatsache. Die arme, arme Justiz, die leider nicht in der Lage ist, Straftäter, die anonym agieren entsprechend zu verfolgen. Dieses saudumme Argument, gehört echt zu meinen persönlichen Highlights! Die Infoläden, die Stadtteilcafes, die Juzis, alle von Staatsknete bezahlt, aber die Roten werden nicht protegiert. Die »massiven« strafrechtlichen Verfolgungen? So wie bei Fabio? Richterin krank, Prozeß geplatzt.. Ich habe den Linksstaat, in einem meiner letzten Posts ausgiebig dargestellt. Wie erwartet keine Reaktion. Einfach ein paar Wochen gewartet und die gleichen Phrasen wieder raus gehauen. Wird das nicht irgendwann langweilig?

    Also da haben in Polen doch tatsächlich Leute demonstriert, die nach Ihrer persönlichen Meinung kein Demonstrationsrecht haben sollten? get over it! Was genau, ist denn auf der großen Demo so vorgefallen, was den Blutdruck vom Hr. Wagner in die Höhe getrieben hat? Wieviele Autos wurden abgefackelt? Wieviele Verletzte und Tote gab es denn in dem Zusammenhang? Oder wurde doch nur den falschen Kriegshelden gedacht? Was genau, geht Sie das eigentlich an? Wer in Polen demonstriert und wem dort gedacht wird? Hat das irgendwas mit ihrem persönlichen Leben zu tun? Ich könnte auch kotzen, wenn ich mir anschaue, wem hierzulande alles »gedacht« wird. Was für Kreaturen hier auf den Sockel gestellt werden. Muß ich aber auch mit leben! Deshalb noch einmal: Komm drüber hinweg! ( zon? echt jetzt? die zensieren fast wie in china)

    Ja, das Sie ein Fan davon sind, das Schneeflocken, die im Internet beleidigt werden, durch ein eigenes Gesetz geschützt werden sollen, ist jetzt keine richtig große Überraschung. Ach wäre die Welt doch ein einziger, großer Safe Space, wo ich niemals nie, mit anderen Ansichten konfrontiert werde. Nein das NetzDG ist für sich genommen, kein Beweis dafür, daß wir in einer Diktatur leben. Aber da Sie ja sowieso alle totalitären Tendenzen in diesem »demokratischen Rechtsstaat« leugnen, ist es sowieso sinnlos sich darüber zu unterhalten. Und jetzt werfe ich auch noch mal 5€ ins Phrasenschwein:
    Für ein Mitglied in der Partei, die alles total knorke fand, war 1936 auch ein tolles Jahr, in dem alles in Butter war. Ist halt alles eine Frage der Perspektive. Ihre haben Sie ja jetzt schon sehr oft deutlich gemacht. Sie als angepasster Mainstreamler profitieren von diesem System und sind deshalb logischerweise ein Fan davon. Das haben Sie mit dem Parteimitglied von oben gemeinsam.

  8. Robert Wagner

    @ Erzreaktionär:

    Soll diese unangebrachte Unterstellung auf der Grundlage eines Flüchtigkeitsfehlers ein Argument sein? Ob Sie es glauben oder nicht: Man kann der Überzeugung sein, hier in einem ordentlichen Rechtsstaat, fern der Verhältnisse in der ehemaligen DDR, zu leben, und dennoch nicht das Bedürfnis nach irgendwelchen (vermeintlichen) Internetzensurgesetzen haben, die die strafrechtliche Verfolgung von Diffamierungen und Mordaufrufen in die Hände zweifelhafter Konzerne wie Facebook legen.

    @ Carl Sand:

    Ich habe dir und deinen idiotischen Spekulationen nun genug Aufmerksamkeit gewidmet. Geh wieder Bierjungen trinken auf eurem Haus.

    @ Schildkröte (Tortuga):

    Ich habe schon vor längerer Zeit aufgehört, dich und deine nicht enden wollenden Tiraden ernst zu nehmen. Die Erfahrung lehrt, dass Diskussionen sinnlos sind mit jemandem, der ein völlig fehlgeleitetes ethisches Koordinatensystem hat. Dass dem so ist geht daraus hervor, dass du kein Problem darin siehst, dass in Polen Kriegsverbrecher verherrlicht werden, die unschuldige Menschen brutal massakriert haben, einzig und allein, weil sie nicht polnisch genug waren (Quelle hatte ich angeführt). Ich denke, das spricht für sich.

  9. Carlos Wefers Verástegui

    Ayn Rand ist natürlich eine Klamauk-, Spass- und Afterphilosophin, also gar keine Philosophin. Sie hat Glück, dass es den Habermas gibt, und den Popper, sonst würde sie wirklich auf den allerletzen Plätzen rangieren. Übrigens kann man sehr wohl »die Konsequenzen einer ignorierten Realität ignorieren«, sehen wir ja jeden Tag, und mancher im Leben hat es sogar selbst schon gemacht.

    Ich würde die BRD so nicht mit der DDR in ihren letzten Zügen vergleichen. Eher mit den letzten Tagen des »Reiches«, mit Merkel, von Feinden nur so umgeben, eingesperrt in ihrem mentalen Kanzlerbunker. Bis dann endlich der Zusammenbruch kommt.

  10. Carl Sand

    Hej Robert, ich habe noch einen feigen Mitläufer gefunden, der auf dich passt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Snowtown_murders

    Weißte, Robby, das ist da Problem am rumtrollen – wenn man einen Gegentroll findet.

    Und weißte Robby, das ist das einzige Problem hier bei uns – dass viele zu nett zu dir sind…

    Haste nicht verdient.

  11. Wie üblich, keine Argumente, nur eine Menge Empörung und Entrüstung. Dabei bin ich noch nicht einmal darauf eingegangen, daß den real existierende Linksstaat, oder neudeutsch deep red state, ja soviel mehr ausmacht, als die direkte und indirekte Unterstützung, von seinen kleinen, roten Schlägertrupps. Das ist lediglich ein winziger Aspekt, dieses roten Parteienstaates. Wenn man in Göttingen wohnt, könnte man z.B sehr genau wissen ( wissen wollen, ist natürlich die Voraussetzung) daß man schon das richtig gefärbte Parteibuch haben muß, um an die gut dotierten, städtischen Pöstchen heran zu kommen. Das gleiche Spiel im Kulturbetrieb, in den Medien etc. Kennt man alles. Nur Idioten streiten diesen roten Filz, der das ganze Land wie Mehltau überzieht, ab.

    Ja richtig erkannt, mir ist es scheißegal, wer in anderen Ländern verherrlicht wird. Im Gegensatz zu Ihnen, ist mein moralisches Ross auch nicht so hochgewachsen, um darüber bestimmen zu wollen. Außerdem bin ich in der Lage, historische Dinge, in einem zeitlichen Kontext einzuordnen und sie nicht, zeitgeistig gefärbt, aus einer scheinbaren, moralisch überlegenen Position heraus zu be und verurteilen. Deshalb verstehe ich auch, warum man in Lemberg einem Stepan Bandera huldigt, ohne ihm selbst einen kleinen Altar hier, errichten zu müssen.

    Des weiteren muß ich klar sagen, wenn Sie mich nicht eines « völlig fehlgeleitetes ethisches Koordinatensystem« bezichtigen würden, dann würde ich mir wirklich Gedanken machen. Denn wenn mir ein Vertreter ihrer Sklavenmoral beipflichten würde, dann hätte ich wirklich etwas falsches getan/gesagt/geschrieben. Doch wenn Sie sich wohlfühlen, als Vertreter der hypermoralischen Empörungsindustrie, so sei Ihnen das natürlich unbenommen. Da bin ich tolerant.

  12. Robert Wagner

    @ Carl Sand und Schildkröte (Tortuga):

    Schon irgendwie amüsant, wie manch einer hier regelrecht besessen von mir zu sein scheint und das Internet nach Namensvettern von mir absucht. Nur ganz kurz, Carl. Ich bin sicherlich kein Gegentroll: Weder verstecke ich mich hinter Pseudonymen noch beleidige oder bedrohe ich jemanden, im Gegensatz zu dir. Aber schön, dass du wenigstens dazu stehst, dass du nichts weiter als ein unverschämter Internettroll bist.

    [Achtung, Sarkasmus!] Natürlich, Tortuga: Massaker sind natürlich völlig in Ordnung bzw. durch die historischen Umstände entschuldbar. Solche Dinge wie Menschenrechte oder Recht auf Leben sind eben verhandelbar und 1945 galten ja sowieso völlig andere ethische Maßstäbe… Und bevor du mit einem erwartbaren Winkelzug um die Ecke kommst: Ja, auch die Westalliierten haben im Zweiten Weltkrieg Verbrechen begangen. Nur werden die entsprechenden Militäreinheiten eben nicht zu Helden des Vaterlandes verklärt – ist ein kleiner Unterschied.

    Wie du sicher schon ahnst, lege ich keinen Wert darauf mit so abgestumpften, in Verschwörungstheorien abgedrifteten Menschen wie dir dasselbe höchst flexible Koordinatensystem zu teilen.

  13. Witzig, der Hinweis auf Verschwörungstheorien, ist wohl das linke Äquivalent zum Hinweis auf fehlerhafte Rechtschreibung und Interpunktion? Man muß nicht auf das Thema oder die Argumente des Gegenüber eingehen, glaubt aber, als Sieger vom Feld zu gehen? Da Sie das nicht näher ausführen, gehe ich davon aus, Sie meinen meine Auslassungen zum Thema Filz und Parteienstaat? Da würde sich für jeden Leser hier, der nicht völlig retardiert ist die Frage stellen: Sind Sie so dumm oder lügen Sie bewußt so schamlos? Da Sie in Göttingen zur Uni gehen, gehe ich, zu ihrem Vorteil, von Option 2 aus?

    Ehrlich gesagt, die Massaker der Westalliierten sind mir auch völlig gleichgültig. Die Einheiten welche Kriegsverbrechen verübt haben, sind vielleicht keine Helden des Vaterlandes, aber sie werden auch nicht aus dem Kanon der »goldenen Generation« ausgenommen. Wenn doch, lasse ich mich gerne eines besseren belehren? Wer weiß es? Wer weiß es? Die Klasse? Irgendjemand? Weiß es jemand? Bueller?

    Die Wahrheit ist, auch wenn Sie das natürlich niemals zugeben würden, Ihnen sind diese ganzen Massaker vor gefühlt 500 Jahren, genauso egal wie mir. Genauso egal, wie die wo tatsächlich vor 500 Jahren stattgefunden haben. Von denen in China oder Kambodscha, fang ich besser gar nicht erst an. Oder stören Sie sich auch am chinesischen Mao Kult und fordern dafür strenge Maßnahmen und Sanktionen? Oder springt ihre Entrüstung, doch erst bei bestimmten Tätern an? Für Sie sind das, genauso wie für mich, einfach Zahlen in einem Geschichtsbuch. Sie haben keinen persönlichen Bezug dazu, sind nicht davon betroffen. Auch wenn ich da von Personen wie Ihnen, schon die wüstesten Herleitungen gehört habe. Der Unterschied ist nur, ich bin wenigstens ehrlich, während Sie emphatische Anteilnahme heucheln. Empörung ist eben billig und man kann so schön punkten, im universitären Umfeld, wo es bei der Gattung Heuchler und Opportunisten ja sowieso schnell zur Rudelbildung kommt.

    Der Hinweis, das unsere Koordinatensystem sich diametral gegenüber stehen, war eigentlich überflüssig. Warum also die Selbstvergewisserung?

  14. Carl Sand

    Hej Robby!

    Warum man immer wieder mit dir das argumentative Gespräch sucht, weiß ich auch nicht. Schließlich hast du einen Riesenspaß, uns mit ein paar langweiligen sophistischen Kniffen im Kreis reden zu lassen und fühlst dich so herrlich überlegen, kleiner Mitläufer. Ganz genau so war es übrigens in jedem anderen totalitären System auch, wo Subjekte wie du mit der genau gleichen Naseweisheit ihre Mitmenschen schulmeisterten – bis die Lager kamen. Noch ist es nicht ganz so weit, aber ich weiß ganz genau, wozu du fähig bist und was du dir im geheimen wünschst.

    Jede Diskussion mit Wesen wie dir ist daher vollkommen sinnlos, da du von vorne herein keine legitime Meinung zugestehst. Im Endeffekt haben wir zu verschwinden, entweder bekehrt zu werden, oder ins lächerliche marginalisiert und letztlich ausgelöscht. Ja, ausgerottet. Darin sind Mitläuferchen, die wie du für das gerade opportune Gute streiten, sehr begabt.

    Was darf’s denn sein Robby, was planste für mich? Gas, Strick oder Hinterkopf?

    Warum wir hier uns immer wieder auf dich einlassen, liegt allein daran, dass Rechte gute Menschen sind und von dir das gleiche voraussetzen.

    Das biste aber nicht, Robby, Du bist das feige kleinbürgerliche Mitläufertum, der Blockwart, die böse Nachbarin, der bierkrugschwenkende Heimatfrontler, der Bahnfahrplanoptimierer.

    Wir wissen doch, dass der Robby hinterher auch bei uns wird mitspielen wollen. Bis dahin möchte der Robby aber seinen Spaß haben, ein bisschen schulmeistern, ein bisschen gruseln.

    Siehste, Robby – im Gegensatz zu meinen Ohrensesslern hier bin ich nun ein böser Mensch. Ich werde dich verarschen, verarschen und verarschen. Ganz wie du es verdient hast – und ich hab meinen Spaß dabei.

  15. Robert Wagner

    Du irrst dich, Tortuga. Es ist mir nicht egal, was hier in Europa vor gerade mal einem Menschenleben passiert ist. Das ist auch der wesentliche Grund, warum ich mich überhaupt auf solchen dubiosen Internetseiten wie diesen hier herumtreibe und meine Meinung äußere – damit Leute wie du, die völlig selbstverständlich kund tun, dass sie von Moral und Anstand bzw. der Demokratie nichts halten und lieber in einem autoritären Repressionsstaat leben würden, nicht den Eindruck gewinnen, sie wären die Mehrheit.

  16. @ Robert Wagner

    »die völlig selbstverständlich kund tun, dass sie von Moral und Anstand bzw. der Demokratie nichts halten…«

    Der Hinweis auf Nelson (Leonard Nelson, Demokratie und Führerschaft) muß genügen, um die landläufige Vorstellung zu widerlegen, daß man antidemokratische Anschauungen grundsätzlich der politischen Rechten zuzuweisen habe. Es ist aber auch sonst breit belegbar, daß die Linke der Zwischenkriegszeit – und keineswegs nur die kommunistische – zumindest den bürgerlichen Republiken mit ihren liberal-demokratischen Verfassungen ein erhebliches Maß an Feindseligkeit entgegenbrachte. Davon ist nach 1945 mehr geblieben als auf der Gegenseite, was sich auch aus der Diskreditierung der Rechten und dem Sieg einer »antifaschistischen« Koalition erklärt, die den Begriff »Demokratie« über lange Zeit polemisch verwendete, zur Kennzeichnung der eigenen Seite und zur Abgrenzung gegenüber dem Feind.

    Und als im Gefolge von ›68 die Demokratieverachtung wieder sacht in Mode kam, sich neokommunistische Gruppen aller möglichen Observanzen bildeten und die Forderung nach »Demokratisierung« nichts anderes war, als der Versuch, wohlorganisierten Minderheiten unverhältnismäßigen Einfluß zu verschaffen, da notierte Max Horkheimer, einst Schulhaupt der »Neuen Linken«, wie schon die Philosophen der Antike: »Je demokratischer eine Demokratie, desto gewisser negiert sie sich selbst, … Demokratie heißt die Staatsform nach dem Willen des Volkes, jedoch, soweit es so etwas gibt, hat er mit Vernunft wenig zu tun, er neigt weit mehr zur Gefolgschaft als zur Autonomie, von den politischen Mechanismen, Wahltaktik und Manipulation ganz abgesehen. Wer immer die Demokratie bejaht, mißtraue ihr. Wie die Freiheit der Menschen, zu der sie gehört, war sie seit je ihr eigener Feind.« (Max Horkheimer, Notizen 1950 bis 1969)

    Michels hatte schon 1911 in seiner Soziologie des Parteiwesens festgestellt, »… daß die Demokratie als Bewegung wie als Gedankenwelt heute im Zeichen einer Krisis steht, aus der sie nicht heil hervorgehen kann. Sie ist auf Hemmungen, auf Barrieren, nicht vor sich, sondern in sich gestoßen, die zu überwinden ihr nur bis zu einem gewissen Grad möglich sein dürfte.« (Robert Michels, Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie, 1911, S. XX). Und zwei Jahre später kam Gustave Le Bon – wenn auch aus anderen Gründen – zu einem ähnlichen Schluß. In seinem Buch La revolution française et la psychologie des revolutions stellte er fest, daß sich im Mutterland der Revolution die ursprüngliche Kraft der »demokratischen Glaubensformen« erschöpft habe. Unter Demokratie verstehe die Politische Klasse ein System, das ihr nütze und wie jedes andere auf Absprachen, Seilschaften und Bürokratie beruhe, die Intelligenz hänge theoretisch längst widerlegten Vorstellungen über die natürliche Güte des Menschen an, während sie sich in der Praxis eine Vormundschaft über die unaufgeklärte Menge anmaße, und diese selbst – der demos – habe tatsächlich eine demokratische »Mentalität« entwickelt, insofern, als sie keine Ungleichheit mehr dulde, aber die genüge natürlich nicht, um eine Demokratie im Wortsinn zu begründen. Nach allen Erfahrung der Geschichte stehe der Umschlag in die Despotie unmittelbar bevor.

    Und zu Moral und Anstand: Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? (Mt. 7.3)

  17. Robert Wagner

    @ Carl Sand:

    Du hast offensichtlich ernsthafte psychische Probleme.

  18. Carl Sand

    Robert, du wirkst…

    irgendwie agitiert.

    Also, wenn du böse auf mich bist….

    habe ich meinen Spaß ja gehabt!

    Dankeschön!

  19. Robert Wagner

    Ich muss dich enttäuschen, Carl. Ich bin nicht böse auf dich. Das würde ja bedeuten, dass ich dich ernst nähme. 😉

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