Gesichtet

Die Zukunft des Euro

In der Theorie könnte der Euro sehr wohl funktionieren. Nur mit der Praxis hapert es. Was ist folglich zu tun? Sollten wir die Realität so lange mit dem Hammer malträtieren, bis alles eingeebnet ist, was früher vielfältig war? Oder sollten wir die Realität anerkennen und das Experiment Währungsunion beenden?

Zwischen diesen zwei Polen verläuft die Diskussion über den Euro und doch gibt es Tausende Wege in die Zukunft. Den bisherigen deutschen Weg skizzierte gestern in einem Vortrag beim ifo-Institut Dresden der Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann (CDU). Ihm zufolge sollte „Solidität vor Solidarität“ stehen. Sprich: Alle Mitglieder der Eurozone sollen verantwortungsbewußt haushalten und ihre Schulden reduzieren. Erst dann können sie im Krisenfall Hilfe erwarten. Ist dies dagegen nicht gewährleistet, ist ein „Moral Hazard“ vorprogrammiert, wie dies die letzten Jahre schließlich auch bewiesen haben. Einzelne Staaten werden immer über ihre eigenen Verhältnisse leben, wenn sie die fiskalischen Risiken externalisieren können.

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1 Kommentar zu “Die Zukunft des Euro

  1. Alles, was sich jetzt und in Zukunft ereignet, war genau so von Anfang an geplant und in die Wege geleitet.
    Man lasse sich nie mehr erzählen, das hätte doch niemand ahnen und vorhersehen können, dass der Euroraum sich derart verheerend entwickeln wird. Das war Schritt für Schritt genau so und nicht anders geplant und wurde gegen alle Warnungen und guten Ratschläge durchgesetzt.
    Man lese dazu besonders Greg Palast: The Confidential Memo at the Heart of the Global Financial Crisis

    Eine gemeinsame Währung erfordert eine gemeinsame Konjunkturpolitik, bei der nicht ein Land künstlich seine Löhne senken darf, um dann alle anderen Länder mit den billiger erzeugten Waren nieder zu konkurrieren. Das ist so ziemlich die Grundlage jeder Währungsunion und das weiß auch jeder Depp, also auch jeder Politiker oder VWL-Professor. Dass in Deutschland mit der Agendapolitik von SPD und GRÜNEN sofort mit dem Beginn der Währungsunion durch Lohndumping und Sozialabbau und Rentenkürzung die Zwangsverschuldung der Handelspartner durch deutsche Exportüberschüsse erfolgte, war reine Absicht.

    Es war die Absicht der neoliberalen Kreise, die für diese Agendapolitik sämtliche Massenmedien gleichgeschaltet hatten. Dumme Ausbeuter, die ihren Arbeitern möglichst keinen Lohn zahlen und an den Sozialausgaben sparen wollen, gibt es in allen anderen Staaten auch. Die Medien befinden sich in allen anderen Staaten ebenfalls in denselben Händen. Dass es also ausgerechnet nur in Deutschland zur Agendapolitik kam, war nicht die Schuld der Deutschen, sondern folgte aus dem Umstand, dass man eine Währungsunion sinnvoll damit in eine Krise treibt, dass man gerade in der leistungsstärksten Ökonomie das Missverhältnis zwischen Produktion und Konsum durch Rentenkürzung, Lohndumping und Sozialabbau auf die Spitze treibt und in den schwächeren Ökonomien dagegen einen kreditgetriebenen Boom entfacht.

    Die Lösung des Problems wären selbstverständlich kräftig steigende Löhne, Renten und Sozialleistungen in Deutschland und nicht eine deflationäre Depression in Griechenland, Spanien, Portugal und demnächst noch Italien oder gar Frankreich, um dort die Löhne um bis zu 30% wieder zu senken. Auch das ist trivial und jeder Depp sollte es in wenigen Minuten kapiert haben, es gibt also keine Ausrede für Politiker und VWL-Professoren. Wer ganze Völker über Jahre in eine deflationäre Depression treibt, ist ein Verbrecher.

    Zuerst flieht das Kapital noch nach Deutschland, mit dessen Belastung durch die gemeinsame Haftung für alle Schulden aller Staaten und Banken im Euroraum wird das Kapital später zur Wallstreet und zur City of London (CoL) fliehen. Damit ist das eigentliche Ziel der neoliberalen Politik erreicht: Eine Krise wie 2001 in Argentinien wird die Eurostaaten zerrütten und sie werden so wie Lateinamerika eine Goldgrube für das angloamerikanische Finanzkapital durch den Ausverkauf der Firmen und die Privatisierung (Verschleuderung) der Volksvermögen aller Eurostaaten.

    Die richtige Maßnahme zum Abbau der seit vier Jahrzehnten neoliberaler Stabilitätspolitik überhöhten Geldvermögen(=Schulden) wäre die keynesianische Inflationierung. Mit nur 5% realer Lohnsteigerung im Jahr ist die Schuldenlast der Staaten in nur 10 Jahren real halbiert, bei etwas Vermögenssteuer ginge es mit entsprechend weniger Inflation. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Entschuldung genau so umgesetzt. Aber doch keine Anleihenausfälle oder gar Staatsbankrotte!

    Dabei wird der Ausfall staatlicher Anleihen zur Destabilisierung der Staatsfinanzen schon seit mindestens dem Jahr 2000 in ersten Diskussionspapieren angedacht:

    Bailing in the private sector: On the adequate design of international bond contracts (PDF)

    Der Euro war von vornherein dazu vorgesehen, die Staaten in eine Krise zu treiben und ihnen die Möglichkeit zu einer keynesianischen Politik zu nehmen:

    »It puts monetary policy out of the reach of politicians,« he said. »[And] without fiscal policy, the only way nations can keep jobs is by the competitive reduction of rules on business.«

    Robert Mundell, evil genius of the euro

    Sobald es zur Krise kommt, würden die Politiker gezwungen sein, Politik nach dem Vorbild von Reagan und Thatcher zu betreiben, weil sie ohne Einfluss auf die Geldpolitik sein würden, da der Euro für jedes Land praktisch eine Fremdwährung ist.

    Der Euro wirkt heute genau so, wie von 1929-33 der internationale Goldstandard: Die ideale Voraussetzung für eine verheerende Krise.

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