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Geblitzdingst

Mit einem angekündigten »Blitzmarathon« will die Polizei gegen Raser vorgehen. Die Aktion, an der fast 15.000 Polizisten beteiligt sind, diene ausschließlich der Sicherheit auf den Straßen und nicht der Autofahrer-Abzocke, beteuert die Polizei. Bei Verkehrsunfällen kamen vergangenes Jahr 3.600 Menschen ums Leben, überhöhte Geschwindigkeit war häufig die Ursache.

Der ADAC begrüßte die groß angelegte Kontrolle, um das Bewußtsein für zu schnelles Fahren zu schärfen, kritisierte aber die Positionen der Blitze vor allem an Ortsausgängen. Anders der Liberale Jörg-Uwe Hahn, Justizminister in Hessen. Er ätzte: »Dies ist Volkserziehergehabe, wie es in autoritären Staaten üblich sein mag.«

Um das Sicherheitsbewußtsein der Bürger auf den Straßen zu stärken – vor allem wenn sie gerade nicht in einem Auto sitzen, sondern abends in der U-Bahn – sollten die Beamten, statt sich bei einmaligen Blitzoffensiven hinter ihren Radarpistolen zu verstecken, lieber regelmäßig wieder auf Streife gehen, um sich Kriminelle anstatt Autofahrer vorzuknöpfen.

(Bild: DirkVorderstraße/flickr.com/CC)

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3 Kommentare zu “Geblitzdingst

  1. Diese Herstlochmeldung ist mir auch untergekommen (Lokalzeitung). Gesehen habe ich aber keine Blitzer. Fleißig sind die Polizisten im Aufsammeln von angetrunkenen Radfahrern. Die sitzen in Lauerstellung ihre Arbeitsstunden runter. Sind aber okay und souverän, wenn man höflich bleibt. Dann kommt man auch mal nur mit Strafandrohung davon. So gefällt mir das, und so solls auch bleiben.

  2. Was aber vernachlässigt wird, sind LKW-Kontrollen auf Landstraßen und vor allem in Ortschaften. Die rasen als gäbe es kein Morgen. Das raubt den Anwohnern die letzten Nerven, auch am Sonntag. Das wird überhaupt nicht kontrolliert. Auch eine Begrenzung auf 30 kmh in der Ortschaft würde nichts nützen. Die Busse des öffentlichen Nahverkehrs machen dabei mit. Hier sind Hopfen und Malz verloren. Da nützt keine konservative Kultukritik mehr. Alle habens eilig.

    Der U-Bahn Nutzer braucht ein frisches Pfefferspray und, ganz wichtig, viel Selbstbewusstsein.

  3. Ich erinnere ungerne daran, daß der Polizeiberuf jedem Schulversager offenstand. Es waren nicht viele, oft aber die widerlichsten Kerle und Weiber, denen man heute nur noch ungern begenet. Auch damals, zu Schulkindzeiten, war es leider so. Diese Leute waren so ätzend, so untalentiert, so unmusikalisch, so unfassbar brutal, daß es einem die Sprache und die Bildungsbereitschaft verschlug. Stasikinder, Osten.

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