Anstoß

Katzenrufen streng verboten!

Antonia Quell – kindlich-neckisch-dümmlich grinsend thront sie mit schrägem Kopf oberhalb einer „Open Petition“ unter dem Titel „Es ist 2020. Catcalling sollte strafbar sein“.

Bezeichnenderweise erscheint zunächst die englische Version des Textes, dann die deutsche – aus „Schnecke, komm doch mal rüber“ wurde dabei Ayy nice ass“. Wie inzwischen üblich sollen wir mit einem Dauerbombardement aus Englisch, Denglisch, Genderschrott auf Linie gebracht werden. Hier zunächst Fräulein Antonias zentrale Aussagen, für die sie schon eine Gefolgschaft von 60.000 Mitläufern sammelte:Nicht jeder Mann macht es, aber jede Frau kennt es.

Catcalling, so wird verbale sexuelle Belästigung genannt. Catcalls sollten nicht mit Komplimenten verwechselt werden: „Ey Blondie“„Schnecke komm doch mal rüber“, Kuss- und Pfeifgeräusche oder anzügliche Gesten sind keine Komplimente. Catcalling ist vielmehr das Ausnutzen von Dominanz und Macht. … Lassen Sie uns alle gemeinsam dafür sorgen, dass man es nicht mehr kann.“

Präventiv die Hosen voll

Das gefährliche Lebensabenteuer im Spannungsfeld von Liebe, Sexualität und Eifersucht soll von spießigen Jungfräulein und ideologiebefrachteten Kastraten auf Null gebracht werden. Es ist jener zumindest vorläufig verlorene Teil einer überversorgten und ständig gepamperten Jugend, der sich vor den harten Wirklichkeiten in Hypersensibilität flüchtet und ständig nach Trigger-Warnlampen sucht, um allen möglichen Auslösern aller möglichen Traumata aus dem Weg zu gehen. Schon präventiv haben sie die Hosen voll, bis obenhin.

Natürlich müssen körperliche sexuelle Übergriffe und erst recht Vergewaltigungen verhindert oder zumindest mit äußerster Härte bestraft werden – inklusive konsequenter Abschiebung importierter krimineller Superspreader. Das sind die realen Probleme – und sie werden ohnehin nur unzureichend gelöst, weil Polizei und Gerichte kaputtgespart wurden, weil kuschelpädagogische Richter herumeiern, weil lautstarke Minderheiten Druck machen.

Die Privatisierung staatlicher Diskriminierung

Statt durch Gespräch oder kritischen Anpfiff in der Gesellschaft für Ordnung zu sorgen, wird bei mißliebigen oder lästigen Worten nach dem staatlichen Büttel gerufen, sollen Prüderie und Puritanismus zur Norm werden. All die selbsternannten Verfassungsschützer, Nachbarndenunzierer und Naziausrotter setzen auf eine brisante Mischung aus dem dicken Knüppel staatlicher Organe und privaten Feldzügen per „Shitstorm“ oder Kantholz.

Auch unter jungen Leuten gibt es eben solche und solche. Es gibt phantastische Jugendliche, die sich für die geistige und politische Wiedergeburt Deutschlands und Europas begeistern, sich mit selbstbewußter Kraft einbringen, die Leistungen und Erfahrungen der Älteren respektieren, ohne Arroganz und Karrierismus ihre Ziele anstreben.

Aber es gibt auch reichlich Herdenphänomene unter Jüngeren: Gegen die demokratischen Rechte der AfD ins Feld ziehende Schüler, die mitmachen, weil Lehrer es empfohlen haben und „weil alle es tun“; freitags für unterrichts- und gedankenfreien Klimaschutz demonstrierende Greta-Klone; die bunt bekiffte Party-Szene, also all das, was Otto Waalkes einst als die in Reih und Glied marschierenden Vereine der Deutschen Trinker-Jugend verspottete.

Catcalling in der Politik, oder: Hilf dem Horst

Allerdings haben sie in ihren Neuröschen und Wahnanwandlungen die allerbesten Vorbilder in akademischen Koryphäen und wohldotierten Staatskünstlern. Da betrachtet die Berliner Akademie der Künste die größte Krise der Kultureinrichtungen in der Nachkriegszeit (durch Corona-Schließungen, Besucherbegrenzungen usw.) als zu vernachlässigende Kleinigkeit und zieht stattdessen im Regierungsauftrag ins Feld gegen die bösen Rechtspopulisten, weil diese angeblich die Freiheit der Kunst bedrohen.

59 Akademien aus Kleineuropas EU-Ländern will sie vor diesen Karren spannen. Als erstes dürfte er diejenigen Künstler niederwalzen, die nicht auf der Linie der Berliner Bonzokraten sind. Immerhin ist noch Hoffnung, wenn auch eher im Ausland: Priti Patel, Großbritanniens Innenministerin, kündigte an, daß 2021 eine Asylreform kommt, die u. a. allen Illegalen die Krallen zeigt und das Asyl verweigert.

Vielleicht sollte man diese mutige Frau bitten, zeitweise in Berlin auszuhelfen und so dem Horst zu erlauben, im heimischen Keller bei seiner geliebten Modellbahn Führungsaufgaben zu übernehmen. Wenn Priti Patel gerufen würde, wäre es dann schon „Catcalling“?

(Bild: Pixabay)


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