Anstoß

Kritik des ästhetizistischen Monarchismus

In manchen konservativen Kreisen genießt alles Blaublütige oft ein hohes Ansehen. Doch unterstützen diese Reminiszenzen aus vergangenen Zeiten wirklich die Bewahrung des Eigenen?

Ja, es gibt sie noch, die Monarchisten. Damit sind nicht diejenigen gemeint, die gerne in Boulevardblättern Tratsch über Blaublütige lesen, sondern jene, welche den Monarchismus als Staatsform gut finden. Dies geschieht leider oft in einer sehr oberflächlichen Art und Weise, welche ich als „ästhetizistischen Monarchismus“ bezeichnen möchte.

Von vorne weg sei einmal gesagt, dass ich die Idee des Monarchismus an sich für legitim erachte. Wenn ich etwa an meine Heimat Österreich denke, so habe ich persönlich weitaus mehr Bezug zum alten Kaiserreich, denn zur heutigen Republik. Der Doppeladler wird immer mehr Glanz haben als der aktuelle Adler, der in seinen Klauen die kommunistischen Symbole Hammer und Sichel hält.

Prinzipien erkennen, anstatt Erscheinungen verehren

Bei manchen Monarchisten wird Geschichtsbewusstsein jedoch mit romantisierendem Eskapismus verwechselt. Man betet das Vergangene an und sehnt sich nach Zeiten, die in dieser Form nie wieder kommen werden und können. Die Historie erfährt eine Verklärung und ihre großen Akteure werden als sakrosankt dargestellt. Reale Misstände und menschliche Fehler der damaligen Eliten werden ignoriert oder verneint. Ebenso kommt es zuweilen zu einer schwärmerischen Bewunderung für die formal noch bestehenden europäischen Monarchien.

Man verwechselt hierbei eine konkrete Erscheinungsform, sei es eine gegenwärtige oder vergangene, mit dem Prinzip an sich. Ob jetzt die Idee dem Ding vorausgeht, soll hier gar nicht diskutiert, sondern bloß das eine vom anderen unterschieden werden. Wer ein wahrer Monarchist ist, der muss vor allem den liberalen Staat und die pseudo-egalitaristische Gesellschaft ablehnen und stattdessen eine hierarchische Ordnung in einem organischen Gemeinwesen, in dem die Abstammung enorm wichtig ist, fordern.

Er muss also den Mut haben maximal politisch unkorrekt zu sein. Doch man versteckt sich oft gerne hinter einer harmlosen Traditionspflege und traut sich nicht seinen Ekel über die herrschende Elite und ihre Ideologie, insofern dies denn auch wirklich so empfunden wird, auch offen Ausdruck zu verleihen.

Oberflächlichkeiten werden bewundert

Eine große Liebe besteht vor allem zu Oberflächlichkeiten und Reminiszenzen aller Art. Am besten können wir das gegenwärtig in Großbritannien sehen, wo die Dichte an nach wie vor gelebten Ritualen und Ehrentiteln extrem hoch ist. Das gesamte Staatswesen ist durchsetzt von antiquierten Begrifflichkeiten, endlosen Sonderregelungen, Privilegien, traditionellen Gepflogenheiten und Umgangsformen.

Georg Simmel hat erkannt, dass vieles, was als „vornehm“ gilt, an sich keinen Zweck hat, außer, sich von der Mehrheitsgesellschaft abzuheben. So schön und durchaus altehrwürdig viele dieser Brauchtümer auch sein mögen, haben sie doch an sich keinen Wert, wenn sie nur noch zu einer leeren Form ohne Inhalt, zu einem oberflächlichen Brimborium ohne Kraft herabgesunken sind.

War nicht beispielsweise ein germanischer König, der in einer von Palisaden umzäunten Hütte hauste, aber dafür in Kriegszeiten seinen Männern voran in die Schlacht zog, viel mehr von Adel, als ein zeitgenössischer britischer Aristokrat, der zu Lasten der Staatskaste ein dekadentes Lotterleben führt ohne dem Gemeinwesen irgendwie von Nutzen zu sein?

Es gibt keinen echten Adel mehr

Es sei gesagt, dass ich Angehörige ehemaliger Adelshäuser kennengelernt habe, welche mir gegenüber liebenswürdig waren und die gewissen positiven Klischees durchaus entsprochen haben. Jedoch machte ich auch ganz gegenteilige Begegnungen, mit degenerierten und im höchsten Grade arroganten Individuen. Wie dem auch sei, es spricht nichts dagegen, insofern die eigene Familie eine althergebrachte Tradition hat, diese auch in Ehren zu halten und zu bewahren. Den Adel als Stand, als wahrnehmbare Größe gibt es jedoch im Allgemeinen nicht mehr.

Die „parlamentarischen Monarchien“ der heutigen Zeit sind nur noch ein lebender Kadaver. Die gekrönten Häupter haben keine Macht und ihr Dasein ist bloße Staffage. Am weitesten gehende Rechte hat nach wie vor wohl noch der Fürst von Liechtenstein. Dessen Territorium ist aber leider eine quantité négligeable. Von Einzelpersonen ausgenommen ist in keiner Weise zu erkennen, dass der Adel in irgendeiner Form eine Quelle von gesellschaftlichem Konservatismus darstellen würde.

Während auf Albion der Pomp der Royals wie eh und je gelebt wird, schauen die feinen Herrschaften dabei zu, wie England sich in eine Mischung aus Pakistan und Afrika verwandelt. Auch diese Eliten haben das Volk verraten und sind daher nichts weiter als Staatsparasiten. Wer die Völker Britanniens retten will, kann auf diese Kaste nicht bauen, sondern muss sie vielmehr zusammen mit der restlichen politischen Klasse in die Verbannung schicken.

Windsors afrikanisieren sich

Die „Windsors“ (eigentlich Sachsen-Coburg und Gotha) sind de facto nur noch eine überkommene Disneyland-Truppe, deren Zweck hauptsächlich in karnevalesken Inszenierungen besteht. Als willfährige Marionetten der multikulturellen Strippenzieher haben sie der Öffentlichkeit kürzlich ein skurriles Stück vorgeführt. Prinz Harry, der außer fürs Partymachen und diverse Späße, wie das Tragen einer Hakenkreuzarmbinde, für kaum etwas Produktives bekannt geworden ist, wurde anscheinend auserkoren, um das blaue Blut seiner hochwohlgeborenen Sippschaft etwas zu verdünnen, sprich zu afrikanisieren.

Seine Eheschließung mit der wohl schon recht verbrauchten, alten, bereits einmal geschiedenen, US-amerikanischen Schauspielerin Meghan Markle, soll der Welt zeigen, dass sich nun endlich auch die Adelskaste der Multikulturalisierung bereitwillig hingibt. Während die nunmehrige „Herzogin von Sussex“ allseits von der linken Presse nur deshalb abgefeiert wird, weil sie „schwarz“ sei, hat man jedoch ironischerweise darauf geachtet zwar eine Frau von gemischter Abstammung zu haben, jedoch eine solche, bei welcher der afrikanische Anteil augenscheinlich sehr gering sein dürfte, so dass sie trotz allem überwiegend mehr weiß denn schwarz wirkt und somit auch gewissen weit verbreiteten Traumprinzesschen-Idealen entsprechen kann.

Der oberflächliche, rein ästhetizistische Monarchismus muss also endlich auf dem Müllhaufen der Geschichte landen. Er hat einer neuen, wahren Ordnung Platz zu machen. Das neue Europa wird sich dazu auch neue Eliten schaffen müssen.

(Bild: Northern Ireland Office, flickr, CC BY 2.0)


Jahrgang 1986, aus Wien, Studium der Philosophie, begreift sich als Vertreter der deutschen Alt-Right (Alternative Rechte) und ist seit 2014 als Journalist bei diversen Medien tätig und veröffentlichte mehrere Bücher. Maßgeblich war er beteiligt an PEGIDA in Österreich. Zudem ist er Gründer und Obmann von "OKZIDENT - Verein zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit". - www.georgimmanuelnagel.at

9 Kommentare zu “Kritik des ästhetizistischen Monarchismus

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