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»Kunst ist nicht demokratisch«

hr_Nymphomaniac-_Part_One_23Essay-Film?

Sexueller Waldgang?

Authentischer Porno?

Wozu Nymphomaniac?

Seit Monaten steige ich um diesen Film herum, wie um ein zu heißes oder überwürztes Gericht, wie um ein unlösbares Problem; überlege, halte inne, stagniere. Lars von Trier ist der wichtigste Filmkünstler der Gegenwart. Die PR-Maschine erzeugt hingegen einen Hype um diesen Film, der einen nur anekeln kann. Ich versuchte mir bislang einen Standpunkt zu bilden und blieb erfolglos.

Den bislang wichtigsten Beitrag zu diesem Film-Epos hat Wolfgang M. Schmitt jun. formuliert. Er hebt nicht nur hervor, daß Antichrist, Melancholia und Nymphomaniac im Zusammenhang betrachtet werden müssen, sondern auch, daß man das Marketing um den Film einfach ignorieren sollte.

Bemerkenswert auch, wie er Lars von Triers Demokratiekritik herausarbeitet:

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4 Kommentare zu “»Kunst ist nicht demokratisch«

  1. Ron Swanson

    Immer wenn man hier das Wort Porno lesen kann, kommt der Beitrag darüber, vom selben Autor. Man bekommt fast den Eindruck von einer krankhaften Fixierung.

  2. Benjamin Jahn Zschocke

    Lieber Ron!

    Das 21. Jahrhundert ist nicht nur das Jahrhundert der Globalisierung, mit welcher die mediale Globalisierung einher geht. Es ist auch das Jahrhundert der Pornographie. Die Leute wollen »was Authenitsches« sehen, sie wollen maximale (demokratische) Trasparenz. Pornographie ist so erfolgreich, weil sie Nähe und Echtheit suggeriert, weil sie die Leute glauben macht, diese »Echtheit« wäre medial transportierbar. Pornographie soll den vereinsamten Mensch des 21. Jahrhunderts wärmen – und ruhig stellen. Sie ist überall, man muß sich dieser Herausforderung stellen, besonders, wenn Zehnjährige auf dem Schulhof über Iphones Pornographie konsumieren.

    Wenn jemand wie Lars von Trier sich diese Problems künstlerisch annimmt, ist das ein Ball, den ich gern aufnehme.

    Ich empfehle auch diesen Text: https://www.blauenarzisse.de/index.php/gesichtet/item/4626-pornos-werden-unterschaetzt

    Grüße!

    BJZ.

  3. Ron Swanson

    Pornographie ist, seitdem sie problemlos durch das Internet immer und überall zu haben ist, vor allem eines: langweilig! Sasha Grey mag vielleicht selbst denken, sie wäre eine Künstlerin, Philosophin, Schriftstellerin, Sängerin, Wissenschaftlerin, Göttin, in der Realität, ist sie aber nur eine dumme Hure mit einem stumpfen Gesicht. Wenn die Leute ( was zu beweisen wäre..) wirklich »authentisches« wollen und sie glauben es im Porno gefunden zu haben, dann sind das Menschen die ich gerne hinter mir lasse und mit denen ich mich sicher nicht beschäftigen werde.
    Natürlich ist es furchtbar, das 10jährige Jungen und Mädchen heutzutage die Möglichkeit haben, sich die abnormsten Sexualpraktiken auf ihrem Handy anzusehen, allerdings ist das wohl eher eine politische und technische Herausforderung ( bei der absolut kein Interesse besteht sie zu lösen)
    So gesehen stimmt es natürlich, das Pornos, was ihre gesellschaftlichen Auswirkungen angeht, unterschätzt werden, dennoch kein Grund sich ständig damit zu beschäftigen.
    Das einzige was man diesem LvT Film zu verdanken hat ist, das man überall im Internet mit dem PR Bild von der Ollen und ihren beiden Negern belästigt wird. Die ewige Werbekampagne im Vorfeld war schon unerträglich. Das dürfte wohl auch der wahre Hintergrund für den Film sein. Die Anzahl der Menschen, die sich wirklich komplett durch den Film gequält haben, liegt sicher im Promillebereich. Melancholia ist ja schon nur zu ertragen, wenn die Bong dabei kreist.

  4. Caterina Maack

    Lieber Ron,

    niemand _muss_ sich mit irgendwas beschäftigen – auch wenn er erkennt, dass ein Thema in irgendeiner Hinsicht wichtig sein könnte. Ich mag auch nicht, dass rumänische Straßenhunde ersäuft werden und ich beschäftige mich trotzdem nicht übermäßig damit. Man muss immer sehen, was im eigenen Handlungsspielraum liegt und was nicht.

    Wenn allerdings mein Kind irgendwann (noch ist es glücklicherweise zu klein) mit Pornos auf dem Handy ankommt, dann würde ich ihm gerne etwas anderes sagen können als: »Das ist furchtbar, beschäftige Dich einfach nicht damit und lass diese Leute hinter Dir.«
    Weil das wird sicherlich nicht besonders viel Wirkung haben. Es gibt also eventuell schon (uU sehr lebensnahe) Gründe, sich damit ein bisschen mehr auseinanderzusetzen und sich eine etwas stabilere Haltung dazu zuzulegen, als es eben blöd zu finden und zu ignorieren. Und nicht immer verbirgt sich dahinter eine krankhafte Fixierung.

    Man muss das Kind ja nicht immer mit dem Bade ausschütten.

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