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SZ: Weder Identität noch Niveau

Identitäre BewegungIn der Samstagsausgabe der Sächsischen Zeitung fragte Michael Bittner »Wer bin ich?« und beschäftigt sich mit der Frage nach Identität. Dort darf zum Schluß natürlich auch nicht ein Keulenschlag gegen »die Identitären« fehlen. Mit hanebüchenen Argumenten!

Wie die Faust aufs Auge passt die Nachricht: Es gibt eine neue politische Bewegung, die sich »die Identitären« nennt. Sie kämpfen »gegen Masseneinwanderung und Islamisierung«, »distanzieren« sich aber von »Nationalsozialismus, Rassenchauvinismus und Antisemitismus«. Ihnen gehe es um einen »gesunden Patriotismus«. Sie haben sich Uniformen gebastelt, ein eigenes Symbol erfunden und sich Flaggen zugelegt. Maskiert marschieren sie mit Fackeln durch Städte, besetzen Moscheen und greifen Flüchtlinge an. Kurz und gut: Die Identitären sind die neueste Sekte für Klemmnazis, für Faschisten und Rassisten, die nicht gerne bei ihrem wirklichen Namen genannt werden möchten. Sie befehlen uns, so zu werden wie sie: stumpfsinnig und hasserfüllt, ängstlich und bösartig, engstirnig und freudlos. Aber diese Identität können sie gern für sich behalten. Mein persönlicher Tipp: Wer sich gar nicht erst eine Identität zulegt, der kann sie auch nicht verlieren.

So eine Position, gespickt mit Unwahrheiten, darf nicht unkommentiert bleiben. Daher verfasste ich folgenden Leserbrief an die Sächsische Zeitung:

Herr Bittner darf seinem Tip gerne selbst folgen und ein identitätsloser Typ bleiben, der dann nichts zu verlieren hat. Es scheint aber so, daß bei Herrn Bittner der Mangel an Identitätsbewußtsein auch mit fehlendem Charakter, zumindest aber mit mangelnder journalistischer Sorgfaltspflicht einhergeht.

In seinem Artikel heißt es: »Sie [die Identitären] haben sich Uniformen gebastelt, ein eigenes Symbol erfunden und sich Flaggen zugelegt. Maskiert marschieren sie mit Fackeln durch Städte, besetzen Moscheen und greifen Flüchtlinge an.«

Hier offenbaren sich gleich mehrere Fehler: Das benutzte Symbol haben die Identitären nicht neu erfunden, es ist schlichtweg ein altes: der griechische Buchstabe Lambda. Des weiteren zogen nicht »die Identitären« maskiert mit Fackeln durch Städte, sondern »die Unsterblichen«. Das besetzen einer in Bau befindlichen Moschee gelang »Identitäten« in Frankreich – bei Deutschen wartet man noch vergeblich auf so viel Schneid, sich ihrer Identität bewußten Muslimen entgegenzustellen. Und den Beweis, daß »Identitäre« Flüchtlinge angegriffen haben, sind Sie, Herr Bittner, dem Leser auch noch schuldig.

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2 Kommentare zu “SZ: Weder Identität noch Niveau

  1. Herr Bittner ist doch eh nur ein ganz kleines licht am Horizont und wer andere schlecht machen muss um selber besser dazustehen und sich besser zu fühlen hat eh kein Gehör verdient.

  2. V.a. als uncoole Loser sollen die Identitären dargstellt werden. Das ist m.E. noch wichtiger als das »Gefährliche« an ihnen. Aber es funktioniert leider. Wen die Medien als »Rassisten« und »Faschisten« verunglimpfen, der rückt im inneren Bild auch der jungen Leute in NPD-Nähe.

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