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Warum Einigkeit wichtig ist

Anmerkung der Redaktion: Wir bringen diesen Text eines Lesers, weil wir der Meinung sind, daß über jedes Thema kontrovers debattiert werden sollte.

Sonntag der 26. Oktober 2014. 5 000 Gewaltbereite, rechtsradikale Hooligans treffen sich zu einer Gewaltorgie zusammen; der Gewalt wegen. Gegen die Polizei, normale Bürger, linke Gegendemonstranten und das unter dem Deckmantel einer Demonstration gegen Salafisten. So zumindest lautet das allgemeine Medienecho zwei Tage nach besagter Demonstration von »HoGeSa« – Forderungen von Politikern nach Einschränkungen der Versammlungsfreiheit inklusive.

Und es sind mitnichten nur die Massenmedien, die sowieso fast immer in das gleiche politisch korrekte Horn blasen, welche die Demonstration und vor allem die Initiatoren und Teilnehmer kritisieren. Auch bürgerliche, konservative Medien berichten ablehnend und distanzieren sich von den »Ausschreitungen« und den Teilnehmern, denen es »nur um Krawall« gegangen sei.

Dies lässt sich ganz einfach damit erklären, dass der durchschnittliche Konservative ruhig, analytisch, besonnen ist und ein humanistisches, moralisch gefestigtes Weltbild besitzt. Physische Provokationen, Einschüchterungen oder gar Gewalt zur Durchsetzung seiner politischen Ansichten lehnt er strikt ab und möchte mit solchen SA-Methoden nichts zu tun haben. Sogenannte »linke Aktivisten«, »Autonome« oder »Antifaschisten« nehmen es da meist nicht so genau und auch das weiß der Konservative selbstverständlich und sieht sich somit bestätigt, wenn er dieses Verhalten komplett ablehnt.

Wundert es also, dass sich eifrig von der HoGeSa Demonstration distanziert wird, selbst wenn objektiv festgestellt wird, dass es kein »rechter Aufmarsch« war und das 4. Reich nicht kurz bevorsteht, was hingegen die Massenmedien glauben machen wollen? Wundert es uns? Es sollte.

Denn noch ist völlig unklar, inwieweit es wirklich zu Ausschreitungen gekommen ist. Es wurden Polizisten verletzt, soweit richtig. Es wurden Glasflaschen und Böller geschmissen, auch das kann man nicht widerlegen. Und auch ein Polizeifahrzeug wurde umgeworfen.

Einmal abgesehen von der Tatsache, dass jede 1. Mai Randale in Berlin oder eine x-beliebige »antifaschistische« (Gegen-)Demonstration weitaus mehr Sach- und Personenschäden fordert: Es ist bisher vollkommen unbewiesen, wer die Flaschen auf wen warf und wie die Polizisten verletzt wurden. Laut Augenzeugenberichten entstanden die meisten Verletzungen auf Seiten der Polizei durch den eigenen, massenhaften Einsatz von Reizgas und zudem von Gegenständen und Glasscherben, die von den Wasserwerfern unabsichtlich auf die eigenen Kollegen geschleudert wurden. Zudem wurde berichtet, dass die Flaschenwürfe auf das Konto der autonomen Gegendemonstranten gehen, so wie man das bisher schon vom »Kampf gegen Rechts«, bei dem der Zweck alle Mittel heiligt, kennt.

Auch steht derzeit der Vorwurf im Raum, eine Eskalation sei seitens der Polizei angestrebt worden, indem es die Forderung für die Demonstranten gab, den Platz zu räumen und gleichzeitig bis dahin friedliche Demonstranten einzukesseln und am Verlassen der Demonstration zu hindern. Daraufhin soll ein einziger Demonstrant angefangen haben zu randalieren, worauf die Lage eskalierte. Hier wird hoffentlich der Bericht des Außerparlamentarischen Untersuchungsausschusses APU 26/10 Klarheit geben, welcher sich genau diesen Fragen in den kommenden Wochen widmen wird.

Halten wir fest: Die Umstände der Eskalation sind bis dato völlig unklar und auch, welche Seite nun die Gewalt wie ausgeübt hat. Es ist bis dato völlig unklar, ob es zehn Neonazis oder zehn Prozent Neonazis bei der Demonstration gab. Und doch distanzieren sich Deutschlands Konservative eifrig und anständig von der Demonstration und den Teilnehmern. Schließlich sei man ja gegen Gewalt, möchte nicht mit Randalierern oder gar diesen allgegenwärtigen »Nazis« und »Rassisten« in einen Topf geworfen werden. Das schadet doch nur der eigenen Sache, wieder eine Politik mit Vernunft in Deutschland zu etablieren. Also muss man sich schnell von diesen abgrenzen.

Divide et imperat – Teile und Herrsche?

Fragen wir uns nun einmal selbst, was passiert, wenn sich herausstellen sollte, dass keine Gewalt aktiv von den Hooligans und anderen Teilnehmern ausging. Oder noch besser: Fragen wir uns ganz objektiv und hypothetisch, was passiert wäre, wenn es keine Gewalt auf der HoGeSa-Demo gegeben hätte. Wie hätten die Mainstreammedien berichtet? Wie würden wir darüber denken? Welche Forderungen würden die Altparteien stellen?

Das ist im Prinzip sehr einfach, nämlich so, wie immer. Wie über die Bildungsplangegner in Baden-Württemberg, wie über den Marsch für das Leben, über die AfD, die Bücher von Thilo Sarrazin, Akif Pirincci, etc. pp. Wir kennen das. Wir kennen das bereits, weil es immer passiert, wenn sich Menschen abseits des Mainstream und politisch inkorrekt formieren oder auch nur in der Öffentlichkeit dementsprechend äußern.

Es würde entweder gar nicht berichtet werden, totgeschwiegen, so wie dies die erste Zeit nach Erscheinen mit Akif Pirinccis Bestseller Deutschland von Sinnen geschah – oder aber es würde gelogen, verfälscht, verleumdet werden und zwar dann, sobald man es nicht mehr aus der Welt schweigen kann.

Durch das Internet, das von den deutschen Bürgern heutzutage lieber zur Informationsbeschaffung genutzt wird als die meisten Printmedien, Fernsehen und Radio, da sich hier (noch) nicht so leicht zensieren lässt, ist jedoch zu vermuten, dass es auf die zweite Variante hinauslaufen würde. Ich zitiere nun ein paar Schlagworte zu den oben genannten, von Gewalt und Gewaltaufrufen freien Demonstrationen und Publikationen, so wie sie in der Mainstreampresse aufkamen:

»Rechte Spinner«, »fundamentalistische Christen«, »gefährlicher geistiger Brandstifter«, »Schande für Deutschland«, »Europahasser« und so weiter. Und genau so wäre auch über die HoGeSa-Demo berichtet worden: »5000 Rechtsradikale demonstrieren in Köln parolengröhlend gegen Ausländer«, ist nur eine von vielen möglichen Schlagzeilen zu diesem Szenario. Und das selbst wenn die Demonstration so friedlich verlaufen wäre, als wäre sie von der Reinkarnation Mahatma Gandhis angeführt worden und niemand einen Mucks von sich gegeben hätte.

Ich denke, die meisten werden mir hier zustimmen. Was bleibt, ist das Argument, dass es jedoch, ob gewollt oder nicht, von irgendeiner Seite zur Gewalt und einer Eskalation kam und dies nun von den politisch korrekten Medien ausgeschlachtet und dem Bürger serviert wird, wie ein ganz besonders köstlicher Festtagsbraten und dies »unsere Sache« schädigt. Ich wage zu behaupten, dass sie das nicht tut. Zwar genießen Hooligans im Rest der Bevölkerung keinen guten Ruf und gelten zurecht erstmal als Krawallmacher bei Fußballspielen, was es nun auch wirklich einfach macht, sie in diesem Licht erscheinen zu lassen.

Aber ob das auch hier den Tatsachen entspricht, ist noch nicht klar und wir sollten alles daran setzen die Sache aufzuklären und die Bürger über die Fakten zu informieren. Sonst ist zu viel Platz für die politisch korrekte Propaganda und das ist es, was uns, also den konservativen, den liberalen und allen Vernunft- und Freiheitsliebenden, wirklich schadet. Distanzieren ist hier fehl am Platz – erst die Sachlage aufzuklären und dann die Bürger zu informieren, ist die richtige Strategie. Wer glaubt, dass einen ständiges Distanzieren von allem möglichen weiterbringt, der irrt. Dies tun weder die »friedlichen Moslems«, noch die Linken und Gutmenschen und daher bringt es auch nichts, wenn man es selbst tut. Das symbolisiert nur Unterwürfigkeit.

Und eins sollte uns klar sein: Je mehr »normale Bürger« an HoGeSa und ähnlichen Demonstrationen teilnehmen, desto schwieriger wird es für die Mainstreammedien diese absolut bewusst fälschlicherweise als Aufmarsch von Rassisten und Nazis abzustempeln.

Und auch sollten wir uns erinnern, dass die Teilnehmer der ersten Montagsdemonstrationen in der DDR von Staat und Presse als »Rowdies« abgestempelt wurden. Somit sind alle Menschen, die für Freiheit in Deutschland eintreten, aufgerufen gemeinsam zu demonstrieren und keinen unnötigen Keil zwischen sich treiben zu lassen!

Denn schon August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Vater unserer Nationalhymne, wusste: Nur mit Einigkeit erkämpfen und bewahren wir unser Recht auf Freiheit.

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3 Kommentare zu “Warum Einigkeit wichtig ist

  1. Mögen die Hools bei ihrem Marsch durch Hannover zeigen, dass von ihnen selbst keine Gewalt ausgeht und dass sie sich auch nicht von wem auch immer zu Gewalttaten provozieren lassen.

  2. Herr Lindenstadt

    Einigkeit um jeden Preis?
    Wenn ich im Kampf um gewisse Werte und Prinzipen eben jene Werte und Prinzipen fallen lasse gerät der Kampf an sich ad absurdum.
    Der Hooligan, als Symbol der Dekadenz und des Nihilismus unserer Zeit, ist alles andere als Bruder im Geiste.
    Selbst wenn man die Hauptstrom-Presse übersieht bleibt nicht viel Substanz über. Ist die intellektuelle Rechte so verzweifelt das sie schon jeden dahergelaufenen Esel vor ihren Karren spannt, nur weil dieser sich kurzzeitig auf dem gleichen Pfad bewegt? Nach dem Motto: Direkte Aktion anstatt Metapolitik? Sturm anstatt Leuchtturm? Dazu hatt sie keinen Grund. Die Ereignisse der letzten Monate spielen so schon genug in die Hände unserer Sache. Selbst die negativ Presse wäre unserer Sache zu Gute gekommen, hätte man sich gleich geschlossen und öffentlichkeitswirksam von den »Rowdies« zu distanzieren gekonnt und im Gegenzug auf eben solche Verwerfungen und Probleme hingewiesen, den Finger in die Wunde gebohrt, nach dem Motto:
    »Je länger Ihr eure Augen vor diesen Problemen verschließt desto öfter kommt es zu solchen Ausschreitungen. Wir wollen das ja auch nicht.«
    Das wäre der richtige Weg gewesen die »Hooligang« vor unseren Karren zu spannen. Michael Paulwitz hat das kapiert. —>
    http://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2014/zweck-hooligt-die-mittel/ Siehe letzter Satz.

  3. und dass sie sich auch nicht von wem auch immer zu Gewalttaten provozieren lassen.

    Völlig illusorisch, sowas kann nur von jemandem kommen, der seinen Alltag ausschließlich zuhause verbringt. Die Polizei hat genügend Taktiken in Petto, um selbst eine Demo von Lebensschützern eskalieren zu lassen. Wenn die politische Order kommt, das die Presse bestimmte Bilder braucht, dann wird sie die auch kriegen. Mal abgesehen von der Tatsache, das soetwas auf einer Demo mit einem derart hohen Testosteronanteil auch nicht besonders schwer ist. Face it!

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