Rezension

Zwischen Quarten und Küssen

Der moderne Studentenroman „Ein Traum in Schwarz, Rot, Gold“ von Bodo F. Hagen beinhaltet Paukereien, Romanzen und viel Weltanschauung.

Der Studentenroman, also eine Erzählung, die im Milieu der schlagenden Verbindungen angesiedelt ist, war einst eine blühende Gattung der Literatur. Heutzutage ist sie de facto nur noch ein Gegenstand der Literaturgeschichte. Mit Ein Traum in Schwarz, Rot, Gold präsentiert Bodo F. Hagen eine moderne Form des Genres.

Die klassischen Hauptthemen sind jedoch die gleichen geblieben: Fechten, Zechen und natürlich die Damen. Der Hauptcharakter ist Hans Roemer, der aus einer österreichischen Kleinstadt nach Wien kommt, um Chemie zu studieren. Es handelt sich hierbei um einen bodenständigen, naiven Burschen vom Lande, der sich in der großen Metropole und der weltfremden Uni, die voller linkem Gesocks ist, erst einmal verloren fühlt. Orientierung findet er bald über einen Kommilitonen, der ihn bei der fiktiven Burschenschaft Germania einführt, bei der er schon bald begeistert ein Einsprungsgesuch unterfertigt.

Eine authentische, aber idealisierende Schilderung des Korporationswesens

Wenngleich die B! Germania nur fiktiv existiert, so schildert der Roman durchaus detailliert und korrekt das Alltagsleben einer Verbindung und das Korporationswesen in Wien. Wer den akademischen Boden in der Bundeshauptstadt und seine Institutionen kennt, wird hier sicher manches Detail wiederfinden, das ihm bereits aus der Wirklichkeit bekannt ist und vielleicht auch herausfinden, an welchen realen Bund die „Germania“ vermutlich angelehnt ist.

Ein „Schlüsselroman“ voller Enthüllungen ist das Werk aber nicht. Man könnte den Roman durchaus auch manchen Linken empfehlen, die sich gerne allerlei Unsinn über Burschenschaften ausdenken, ohne vom Gegenstand ihrer Betrachtung im Eigentlichen die geringste Ahnung zu haben.

Idealisierend wird auch die Liebesgeschichte mit der unschuldigen Hannelore geschildert. Ihre spießigen, nur karriereorientierten Eltern wollen sie lieber mit einem langweiligen CVer verkuppeln und halten gar nichts von Hans’ nationaler Weltanschauung. Sie jedoch ist eine junge Dame von Anstand und mit einer Reinheit des Herzens, wie sie heutzutage wohl nur noch selten anzutreffen ist.

Obwohl die Geschichte in der Gegenwart spielt, finden sich hier einige Kleinigkeiten, die vielleicht heutzutage als Anachronismus gelten müssten. Vermutlich ist dies der Generation geschuldet, aus der der Autor stammt. Das ist aber nicht notwendig ein Schaden, denn schön wäre es ja, wenn die Sitten noch nicht so komplett verfallen wären, wie sie es gegenwärtig nun einmal sind.

Neben den Eroberungen auf diesem Gebiet kommen selbstverständlich auch authentisch dargestellte Mensuren aller Art, Ehrenangelegenheiten und die Auseinandersetzungen mit den Linken an der Hochschule nicht zu kurz. Gewisse Dialoge, wie sie wohl jeder aus unseren Kreisen auch selbst aus dem alltäglichen Umgang mit Anhängern des politischen Hauptstroms kennt, sind witzig und bringen einem zum Schmunzeln.

Erbauungsliteratur für Buxen und Artverwandte

In Zwischenbemerkungen und Ansprachen der Figuren ist der intertextuelle Bezug auf Klassiker des rechten Denkens, von Martin Heidegger bis Carl Schmitt, sei es wörtlich oder in Anspielung, immer wieder sehr klar vorhanden. Dabei ist die Schrift aber von einem „Professorenroman“ ganz weit entfernt. Hier wird nicht abgehoben intellektualisiert, sondern vielmehr Weltanschauung ausgebreitet.

Es ist ein geradliniges Denken, ein in eine Richtung geformter Geist, der sich hier präsentiert: Der vitale deutsche Burschenschafter, unbeirrbar und gefestigt! – Wenngleich die Charaktere vielleicht manchmal ein wenig holzschnittartig gezeichnet werden.

„Buxig“ würde womöglich der eine oder andere die Gedankenwelt des Autors nennen. Ja, hier ist das sich selbst stilisierende Ideal der Burschenschaft portraitiert und das durchaus in Reinform. Selbstkritik findet man hier nicht, sondern ein Idealbild. Dem in diesen Zeiten so oft verfemten und missverstandenen Farbenträger mag aber womöglich gerade dies als Balsam auf der Seele wirken.

So kommentiert der Erzähler etwa das Wesen des mittlerweile durch Antifa-Krawalle berühmt gewordenen Wiener Akademikerballs so: „Der Ball war das Spiegelbild einer Gesellschaft, die in völliger Harmonie mit sich war, die von der unsichtbaren Klammer der waffenstudentischen Wertvorstellungen zusammengehalten wurde, die wohl viele Spielarten kannte, aber keine Ausreißer ins Gemeine, ins Unehrenhafte.“

Die echten Waffen- und Couleurstudenten sind die nationalen. Für diese Kreise ist das Buch gewisslich sozusagen als Erbauungsliteratur zu empfehlen. Wer aber einer Verbindung angehört, in der Volkstum und aufrechte Gesinnung wenig Stellenwert besitzen, dafür aber umso mehr auf Schnöseltum, Rumgepaule und Ötti-Pressen bis zum Erbrechen geachtet wird, dürfte sich hier wohl nur in weit geringerem Ausmaße wiederfinden. Ist es Weltliteratur? Das wohl nicht. Aber kurzweilige Literatur über unsere Welt.

Bodo F Hagen: Ein Schwarz–Rot–Goldener Traum. Hans Roemer – Ein Burschenschafter aus Wien, Zur Zeit Edition, 350 Seiten, ISBN 978-3-900052-30-0

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Jahrgang 1986, aus Wien, studiert Philosophie (MA) und ist regelmäßiger Autor bei der Blauen Narzisse, Zur Zeit und Der Eckart. Maßgeblich war er beteiligt an PEGIDA in Österreich. Zudem ist er Gründer und Obmann von "OKZIDENT - Verein zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit".

4 Kommentare zu “Zwischen Quarten und Küssen

  1. Harald Sitta

    Finde ich nett und gut, auch wenn ich katholischer Coleurstudent bin! CVer sind NICHT (per se ) fad & es waere gut, wenn beide Korporationsbereiche sich einmal zusammensetzen und Vergangenes wegraeumen wuerden.

    Christliche und Nationaliberale Korporationen sollten in Zeiten wie diesen zusammenarbeiten und nicht ur – ur – ur – alte Konflikte pfegen. Pflege des galuabens und plfege der Nation sind heute wichtiger denn je, odrr ??

    Harald Sitta Baj ! St !

  2. Carl Sand

    Das Thema Korporationen ist heutzutage ein schwieriges.

    Zunächst könnte man anführen, der Rückzug auf Verbindungshäuser bedeute auch den selbstgewählten Rückzug aus der Öffentlichkeit in ein „alte-Burschenherrlichkeit-Museum“.

    Man muss unter den Verbindungen zwischen verschiedenen Strömungen differenzieren:

    Zunächst gibt es da die bösen Rechtsausleger. Grundsätzlich nicht schlecht, wenn sie nicht ständig vor der „Deutschlandkugel“ davon schwadronieren würden, dass man „Russland von der Flanke hätte angreifen sollen“, von angeblich (sehr angeb-lich) stattgefundenhabenden Säbelduellen in ungarischen Forsten drölften Grades schwallerten und sich unglaublich deutschnational vorkämen, wenn sie im Anzug grillen.

    Weiterhin gibt es hamsterige Schmierfrisur-Bubis, eine Mischung aus Herrenmenschenattitüde und Neureichengehabe, die es für den Gipfel der Nonkonformität halten, wenn man mal ein bisschen Kotze säuft. Trotz arrogantem Lümmeltum distanziert man sich stets von rechts, schließlich war man stets so tolerant, dass einer der Altvorderen sogar dem Adolf seine Nationalhymne schreiben durfte.

    Und die größte Gruppe stellen jene Clubs dar, gegen die die Henkel-Clique in der AfD eine wüste Horde von fanatisch todesmutigen Revolutionären darstellte. Deutsches Vereinsleben mit Satzungskomission und Kassenwart, dominiert von ebenso mitläuferhaften wie autoritätsgeilen Frührentnern, dazu hält man sich eine Aktivitas zum Bierschleppen, wenn man sich einmal jährlich selbstbeweihräuchert.

  3. Scheiss Buxen die sollte man alle abschieben. Ein offenes und lockeres Corps ist deutlich besser und nicht besetzt mit völlig unsicheren Menschen, die ihre Unsicherheit hinter Fremdenhass verstecken. Ich schluck euch alle ab

  4. Carl Sand

    Q.e.d.

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