Gesichtet

Das Ende des Antisemitismus

Die Antisemitismus-Verschwörungstheoretiker sind mit ihrem Wahn an einem neuen Extrempunkt angekommen, der gleichzeitig das Ende dieser geistigen Verwirrung sein wird.

Eine sehr unterhaltsame Sache ist der jüdische Witz. Hierbei handelt es sich um eine von Juden selbst begründete eigentümliche Art des Humors, der die stereotypischen Eigenschaften von Juden, bzw. die Beziehung zwischen ihnen und den Nicht-Juden aufs Korn nimmt. Ein beliebter Topos dieses Genres ist die Schilderung von Verhaltensweisen, die man als „Chuzpe“ begreift. Viele ähnliche aus dem Jiddischen übernommenen Begriffe haben einen derartigen humorvollen Unterton.

Witze spielen mit Klischees und das funktioniert nur, wenn am Klischee auch etwas Wahres dran ist. „Was trifft, trifft auch zu“, stellte der jüdische Schriftsteller Karl Kraus richtig fest. Unterschiedliche ethnokulturelle Gruppen haben eben auch divergierende Mentalitäten. Niemand regt sich auf, wenn man beispielsweise feststellt, dass das Temperament eines Italieners üblicherweise hitziger ist als das eines Norwegers. Ganz anders sieht es aus, wenn man andeutet, dass es etwa auch zwischen Afrikanern und Europäern gewisse Unterschiede geben könnte. Hier verletzt man dann ein Tabu der politischen Korrektheit, nämlich das religiöse Dogma der angeblichen Gleichheit aller Menschen. Ein Klischee sagt natürlich niemals etwas über den Einzelnen aus, der selbstverständlich auch ganz anders sein kann.

Satire muss erlaubt sein

Eine andere heilige Kuh der herrschenden Zivilreligion sind die Juden, über die man immer nur ausschließlich in den höchsten Tönen reden darf. Wenn ein Nicht-Jude z.B. einen Witz macht, der auf genau die gleichen Klischees anspielt, die auch der jüdische Witz selbst behandelt, dann wird er als „Antisemit“ beschimpft.

Satire muss aber natürlich zum Mittel der Übersteigerung greifen. Wie weit man dabei gehen kann, ist eine Frage des Geschmacks. Wenn Linke sich auf primitive Art über etwas lustig machen, das anderen heilig ist, dann heißt es stets „Satire darf alles“. Parodien über jüdische Themen gelten jedoch in der politisch-korrekten Öffentlichkeit immer und ausschließlich als schrecklich-böse „Hetze“ oder als „Stürmer-Karikatur“.

Wenn man einen blöden Witz über Polen macht, glaubt niemand, dass man von krankem Hass auf Polen zerfressen ist. Es ist davon auszugehen, dass auch die Polen unter sich zuweilen Witze über sich selbst und auch uns Deutsche reißen und es gibt sicherlich niemanden in Deutschland, der sich darüber auch nur im Allergeringsten den Kopf zerbricht. Es gilt hingegen als heiliges Vorrecht der Juden niemals kritisiert oder satirisch dargestellt zu werden. Dies gilt auch für Auseinandersetzungen mit Einzelpersonen. Beispielsweise werden regelmäßig Kritiker von George Soros als „Antisemiten“ diffamiert.

Politische Akteure müssen kritisiert werden dürfen

Das allergrößte Tabu ist es aber, Kritik an jüdischen Organisationen und Lobbys zu üben, die eine linke Gesellschaftspolitik fördern, was in der westlichen Welt der ganz klare Trend innerhalb des organisierten Judentums ist. Zu unterstellen, dass Juden Politik betreiben um ihre eigenen Interessen oder zumindest das, was sie dafür halten, zu befördern, gilt als „antisemitische Verschwörungstheorie“. Es ist z.B. offensichtlich, dass die Nahostpolitik der USA von der starken jüdischen Lobby in Washington beeinflusst wird. Absolut jeder weiß das, doch keiner will es aussprechen, denn ansonsten muss man sich anhören, man sei ein „Nazi“ der an die „jüdische Weltverschwörung“ glaube.

Die Beschreibung von Tatsachen kann niemals anstößig sein. Die Antisemitismus-Theoretiker haben sich jedoch selber in eine verschwörungstheoretische Wahn-Welt hineingesteigert, in der sie in einer ständigen Angst vor gemeingefährlichen Antisemiten leben. Die Antisemitismus-Theoretiker sind davon überzeugt, dass jeder, der ihr Weltbild nicht vollständig unterstützt, das glaubt: „Ausnahmslos alle Juden der Welt haben sich geheim verschworen, um aus purer Bosheit heraus die Menschheit zu quälen. Die Juden sind an absolut allen Dingen Schuld, die nicht gut laufen. Ohne die Juden gäbe es überhaupt keine Probleme und alle wären glücklich“. Obwohl ich mich laut den Erkenntnissen von etablierten Politikwissenschaftlern am rechten Rand der Gesellschaft bewege, ist mir noch nie jemand begegnet, der so einen Blödsinn für wahr halten würde.

Kahane dreht mittlerweile völlig frei

Ein wunderschönes Beispiel für den Wahn der Antisemitismus-Verschwörungstheoretiker, die glauben, dass die omnipräsenten Antisemiten, die an die jüdische Weltverschwörung glauben, sich verschworen haben, um den jüdischen Verschwörern zuvor zu kommen, ist die ehemalige Stasi-IM und deutschfeindliche Aktivistin Anetta Kahane. In einer kürzlichen Pressekonferenz offenbarte sie ihr irres Weltbild. In den friedlichen Protesten gegen die überzogenen Corona-Zwangsmaßnahmen will sie eine Verschwörung der Antisemiten erkannt haben. Angeblich würde „das Netz von Antisemitismen“ in letzter Zeit „immer enger“ werden. Es gäbe eine „Eskalation, eine Verdichtung und eine Bedrohung“ durch die teuflischen Antisemiten.

Die weiteren Ausführungen von Kahane sind ein echter Knaller: „Verschwörungstheorien haben immer, immer ein antisemitisches Betriebssystem, weil Antisemitismus selbst sozusagen die älteste Verschwörungstheorie überhaupt ist, die nämlich behauptet, dass die Juden irgendwelche bösen Absichten haben und immer hinter allem Bösen und Schlechten in der Welt stecken. Das heißt, der Antisemitismus selbst ist die Idee vom bösen Juden, den man sozusagen beschuldigen kann für alles, was schief läuft und deswegen sind Verschwörungsideologien immer auch antisemitisch, selbst wenn sie sich mit Leuten wie Bill Gates [der kein Jude ist] beschäftigen, sind sie in ihrer Form und ihrer Struktur genuin antisemitisch.“

Alles und jeder ist antisemitisch

Wir haben es gehört. Jede Kritik an allem und jedem, egal ob Juden bei der Sache überhaupt involviert sind oder nicht, gilt jetzt als antisemitisch. Kahane hat hier offen ausgesprochen, was schon seit Langem zu beobachten war, nämlich, dass das Schimpfwort „Antisemit“ genauso willkürlich und inflationär verwendet wird wie „Nazi“ oder „Rassist“ und dadurch jedwede Bedeutung verloren hat. Egal was man tut und sagt, es ist eben immer ausnahmslos alles antisemitisch. Da kann man eben nichts machen. Die Antisemitismus-Verschwörungstheoretiker sind nun offenbar am finalen Endpunkt ihres Irrsinns angekommen.

Kahane meint, dass jetzt „der offene, gerade, direkte Antisemitismus“ zurückkehren würde. Was sie hier voller Panik beschreibt, ist einfach eine gesellschaftliche Normalisierung, eine Abschüttelung der Dogmen der politischen Korrektheit. Immer mehr Menschen erlauben sich über Juden so zu sprechen, wie auch über andere Menschen, nämlich frei und ungezwungen. Seit 2016 verbreiten sich auch zahlreiche Memes zu jüdischen Themen rasant im Internet. Der dabei zur Schau gestellt oft saublöde Humor ist Ausdruck der Freude am Brechen eines ebenso dummen Tabus.

Eine gesunde Normalisierung tritt ein

Das, was Kahane den von ihr imaginierten Antisemiten unterstellt, klingt verdächtig, wie das, was viele Linke z.B. über „alte, weiße Männer“ oder generell über Weiße sagen, nämlich dass wir von Grund auf bösartige Menschen seien, die an absolut aller Unbill der Welt die Schuld trügen. Wir müssen dieses dumme Gerede und noch viel mehr auch ständig ertragen. Frau Kahane wird es jetzt eben aushalten müssen, dass die Menschen nun vermehrt Dinge sagen, die ihr nicht passen. Willkommen in der Demokratie!

Wenn es auch leider viele Juden gibt, die genauso wie Kahane auftreten, vor allem unter denen, die medial hochgehoben werden, so sind zum Glück eben nicht alle so. Eine patriotische Demonstration von mir wurde kürzlich von einem Juden besucht, der sagte, dass er eine Verwandte habe, die von meinen YouTube-Videos hellauf begeistert wäre. Zudem meinte er, dass sehr viele Juden in Österreich die Meinung der linksradikal auftretenden Israelitischen Kultusgemeinde, die von den Medien gerne als Sprachrohr der Österreichischen Juden dargestellt wird, nicht teilen würden. Wie überall hätten die Leute aber Angst, abweichende Meinungen zu äußern.

Genauso, wie die teilweise skurrile Judenfeindschaft des 19. Jahrhunderts heute noch maximal zur Belustigung dienen kann, sind auch die wahnhaften Antisemitismus-Verschwörungstheorien à la Kahane endlich auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern.

(Bild: Karl Kraus)


Jahrgang 1986, aus Wien, Studium der Philosophie, begreift sich als Vertreter der deutschen Alt-Right (Alternative Rechte) und ist seit 2014 als Journalist bei diversen Medien tätig und veröffentlichte mehrere Bücher. Maßgeblich war er beteiligt an PEGIDA in Österreich. Zudem ist er Gründer und Obmann von "OKZIDENT - Verein zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit". - www.georgimmanuelnagel.at

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