Gesichtet

Der Tanz um das goldene Corona-Kalb, Teil 2

Ältere Menschen igeln sich aus Angst vor Corona zu Hause ein. Würden sie ihre alten Lexika zum Thema Grippe aus den Wohnzimmerschrankregalen bemühen, entdeckten sie schnell, dass mit Covid-19 nichts Neues in die Welt gekommen ist.

Der Bertelsmann Lexikon-Verlag hält in der Lizenzausgabe 1971 fest, dass „die Spätfolgen einer Grippe in schweren Fällen auch herdförmige Lungenentzündungen mit blutigem Auswurf, Darmentzündungen und auch Komplikationen, besonders von Seiten des Kreislaufs und des Nervensystems sein können“. Letzteres wird 50 Jahre später als Neuro-Covid gelabelt, so als handelte es sich bei Covid-19 um ein Produkt, dass massenhaft auf dem Markt abzusetzen wäre.

Epidemische Infektionskrankheit, die sich über die gesamte Erde ausbreitet

Der neue Brockhaus aus dem Jahr 1978 malt ein drastisches Bild, indem er die Grippe als eine „akute fieberhaft Infektionskrankheit bezeichnet, die gewöhnlich epidemisch gehäuft auftritt, sich rasch über Kontinente und in größeren Zeitabständen als Pandemie über die ganze Erde verbreiten kann.“

Bei einem Freund fische ich noch Meyers Großes Universallexikon aus dem Regal. In der Ausgabe von 1982 bezeichnet es „eine Lungenentzündung (Grippepneumonie), der eine bakterielle Superinfektion vorausgeht, als weitaus häufigste Ursache von Grippetodesfällen, vor allem bei alten Menschen und Kreislaufkranken“. Weitere Komplikationen der Grippe seien „Nasennebenhölen-, Mittelohr- bzw. Gehirnentzündung, Nervenentzündung, Augenmuskellähmung sowie die Reaktivierung einer Lungentuberkulose“.

Trotz Epidemie und Pandemie, Gehirnentzündung und Nervenentzündung sorgten sich damals nur Angehörige und Arbeitskollegen des Grippekranken, während heute ein totalitär regierendes Corona-Regime den politischen und wirtschaftlichen Ausnahmezustand ausruft, nicht ohne die breite Unterstützung der Bevölkerung zu genießen. Fehlt es den Menschen schlicht an Medienkompetenz, um Propaganda von Information zu unterscheiden? Denn neu ist nicht die virale Bedrohung, sondern nur die Eindringlichkeit mit der Massenmedien und Regierungsbehörden jede Virusbewegung transparent machen und sie den Menschen pausenlos einhämmern.

Wirrologen

Doch kommt dies nicht von ungefähr. Schon vor Jahren bilanzierte der Philosoph Peter Sloterdijk über Deutschlands Medienlandschaft: „Moderne Gesellschaften werden durch die Themenmaschine der Massenmedien ständig animiert, synchronisiert und integriert. Wenn 80 Millionen Deutsche ständig mit Erregungen versorgt werden müssen, damit soziale Kohärenz entsteht, ist das keine Kleinigkeit.“

Die gute Nachricht aber ist, dass wegen Hitze und UV-Strahlen die Grippesaison schon lange vorbei ist. Was es noch gibt, sind „seit einigen Jahren grippale Infekte, die auch vermehrt im Sommer auftreten“, wie uns ein Ergänzungsband des Bertelsmann Lexikon-Verlags aus dem Jahr 1984 wissen lässt. Diese Sommergrippen mit den Symptomen einer Erkältung würden meist von Coxsackie-oder Echo-Viren ausgelöst, was auch ca. 40 Jahre später noch Stand der Dinge ist.

Neuinfektionen ohne Symptome

Jeder könnte also völlig entspannt sein Leben und seine Freiheit genießen, würde der Wahnsinn der Wirrologen nicht immer weitergesponnen. Jeden Morgen schriller Alarm in den Medien von ständig steigenden „Neuinfektionen“ und einer wieder ausgreifenden Pandemie, ohne ein Wort darüber, dass die positiv Getesteten fast nie Symptome haben bzw. entwickeln.

Das Bedrückendste aber ist die zu große Trägheit bzw. der Unwille der meisten Deutschen, den Anstieg der positiv Getesteten ins Verhältnis zu der Anzahl der Tests zu setzen, die sich seit Anfang Juli auf mittlerweile ca. eine Million pro Kalenderwoche verdoppelt haben, und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Würde zum Beispiel die Polizei durch eine Verdoppelung ihrer Radarkontrollen eine Verdopplung von Geschwindigkeitsübertretungen feststellen, behauptete ja anschließend auch niemand, dass sich die Zahl der zu schnell fahrenden Autofahrer verdoppelt habe.

Was ist mit Afrika?

Folgend ein weiteres Beispiel dafür, dass Dummheit  – nicht als intellektueller, sondern als menschlicher Defekt – kein geschichtlich vergangenes Problem darstellt:

Wegen des Klimas (Hitze, UV-Strahlen, hohe Luftfeuchtigkeit) bekommen Afrikaner so selten Grippe wie sie orthopädische Schuheinlagen tragen. Trotzdem proklamierten der WHO-Chef Ghebreyesus und der Verkäufer Bill Gates für den Kontinent das Schlimmste bzw. zehn Millionen Corona-Tote. Die afrikanischen Regierungen, den alten kolonialen Mustern verhaftet, nahmen sich die Anti-Corona-Maßnahmen des Weißen Mannes zum Vorbild und verschärften sie teilweise noch.

Dadurch schickten sie Abertausende ihrer ärmsten Menschen in Tod und Verderben. Massenhaft Tote in Afrika gibt es jetzt schon, nur eben anders. Seitdem rätseln weltweit Wissenschaftler, Experten, Virologen und Forscher, warum nur ein paar Tausend Afrikaner an Corona gestorben sind. Die nächste Rätselaufgabe wartet bereits auf sie: Warum sterben nur wenige Menschen in Europa an Malaria?

Die von den Medien entfesselte Coronavirus-Manie hat die Menschen betäubt und ihnen ihre innere Selbstständigkeit geraubt. Jetzt fehlt nur noch, dass die Politik Covid-19 in einer Glasvitrine ausstellt und ihre Bürger feierlich vorbeischreiten lässt. „Das Wort der Bibel, dass die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei, sagt, dass die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirkliche Überwindung von Dummheit ist“, schrieb der Theologe Dietrich Bonhoeffer 1943 in seiner Bilanz, zehn Jahre nachdem Adolf Hitler in Deutschland die Macht ergriffen hatte.

Hier geht es zu Teil 1.


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