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Empfehlung: Alexander Kluge

Alexander Kluge zeigt, was wirklich Fernsehen ist:

Sollten Nationalsozialisten das „Theater des Schreckens« (Grand Guignol) in Paris verbieten oder fördern?

In Paris existierte seit Ende des 19. Jahrhunderts ein populäres Horror-Theater: das Théatre du Grand Guignol. Es setzte das aus der Aufklärung entwickelte „Theater der Empfindsamkeit« mit den rabiaten Mitteln des Boulevards fort. Die meisten Einfälle Hitchcocks und des Horrorfilms haben ihre Wurzeln in diesem Theater. Abend für Abend wurden detailliert Mord-, Vergewaltigungsepisoden, Geistererscheinungen, ansteckende Seuchen und Selbstmorde vorgeführt.

Als Paris 1940 von den deutschen Truppen besetzt wurde, ging es für die Besatzungsmacht um die Frage, ob man das Gräueltheater verbieten oder angesichts der Ziele des Nationalsozialismus fördern sollte. Das SS-Reichssicherheitshauptamt war für Förderung, die Kulturabteilung der Deutschen Botschaft für Zensur.

Peter Berling in einer Dreifach-Rolle: als französischer Theaterdirektor, als Kultur-funktionär der NSDAP und als regimekritischer SS-Standartenführer.

Spannend und informativ.

["Das Bühnen-Böse", in sechs Teilen, für den Rest bei Youtube weiter klicken]

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8 Kommentare zu “Empfehlung: Alexander Kluge

  1. L'ancien régime

    Es gab unterschiedliche Meinungen im Dritten Reich?

    Ist jetzt die Botschaft spießig-intolerant und das RSHA liberal, oder die Botschaft behutsam und das RSHA ideologisch verblendet….da würde ich ja Letztes behaupten.

  2. Das ist eine Improvisationssatire. Daher weder noch.
    Hast du dir die anderen Teile auch angesehen? Der Humor ist subtil.

  3. Abend für Abend wurden detailliert Mord-, Vergewaltigungsepisoden, Geistererscheinungen, ansteckende Seuchen und Selbstmorde vorgeführt.

    Interessant. Das klingt als ob sich dort Kachelmann hätte inspirieren lassen. Wobei ich noch ergänzen muß, daß ich es für unsere Zeit absolut passend fände, wenn er nach seinem Prozeß bzw. seinem möglichen Knastbesuch, eine Neuauflage seiner ›riverboat‹-Talkshow bekäme. Eigentlich bin ich sogar sicher, daß das passieren wird, denn erstens muß man nicht nur über Resozialisierung reden, sondern auch aktiv dafür was tun … und zweitens wären die Einschaltquoten mit Sicherheit phänomenal! In diesem Sinne: Starten Sie das Fernsehen der Zukunft, Kachelmann! Kachel on BDSM …. oh bondage, up yours – oh bondage, up yours…

  4. # L‹ancien regime

    Es gab unterschiedliche Meinungen im Dritten Reich?

    Leider weiß ich die Quelle nicht mehr … möglicherweise habe ich es irgendwann bei SiN gelesen … in Berlin wurde in den Kriegsjahren in einigen Etablissements Jazz gespielt. Und was das MeinungsKLIMA angeht … nun, ich war nicht zugegen … aber ich wäre nicht überrascht, wenn sich – verglichen mit unserer Gegenwart – herausstellte, daß es im III. Reich offener zuging als in unserer freiheitlichen Gegenwart. Zumindest stellenweise…

  5. L'ancien régime

    Es kam darauf an, bei wem man Unterschlupf finden konnte. Hin und wieder konnten Dinge recht offen geäußert werden. Je nach dem, worum es ging.

  6. L'ancien régime

    Zumal war die Substanz noch größer…

    ansonsten dürfte man sich in NS-Kreisen teils typisch jakobinisch verhalten haben, in erstarrendem Sinne freilich, wie man es ja auch aus der SBZ oder eben in gewisser Weise von heute kennt. WObei die Hilfstruppen freilich immer verfügbar sind…(das machte aber offensichtlich keinen so großen Unterschied zu vorher, denn Ernst Jünger schreibt schon 1923, daß nach der Revolution die politische Unterdrückung gestiegen sei… und Spengler meint, es gebe 1920 mehr Zeitungsverbote als 1820. )

    Im Kriege spitzte sich das freilich zu. Dennoch, Jazz gab es teils immer noch. Oder Tschaikowsky.

    Das Grundklima der neueren Zeiten ist eben ein tendenziell totalitäres, links gefärbtes. DIe Frage bei Reaktion darauf ist immer, ob man nicht selbst in dieses Muster verfalle. Beim NS stellt sich die Frage gar nicht, der nur scheinbare Reaktion ist, geistig im Übermaße eklektisch und gleichsam dilettantisch, durchaus Teil der Revolution, wenn es auch andere Kräfte gab, sich in den Ring warfen, aber im ganzen Dilettantenstadl wenig erreichen konnten… das ist eben das Tragische am Aufstieg Hitlers, daß er die Rechte teils an die Wand drückte, teils mit sich riß…

    Die Frage stellt sich aber bei diversen rechtsautoritären Régimes wie in Österreich, Portugal, Spanien, Chile et c. Wobei das Urteil da wohl meist recht zurückhaltend ausfallen kann bzgl. einer Übernahme solcher totalitärer Tendenzen bei ihrer Bekämpfung. Weltbürgerkrieg…

  7. Der Grinch

    Ich mag Hitler.

  8. järpälä

    @der grinch.ich nicht 🙁

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