Gesichtet

Metapolitiker des Jahres

In der Metapolitik entwickeln sich neue Führungsstile. Richard Spencer, der Präsident des National Policy Instituts, ist einer der Pioniere.

Wo im Kampf gegen ein machthabendes System der metapolitische Weg eingeschlagen wird, der Kampf der Ideen, dort ist die alles entscheidende Frage die der Führung. Anders für den Metapolitiker, der sich vorhandenen Machtstrukturen an- und eingliedert, er hat es hier einfacher. Als Philosoph, als Ideenlieferant ist er Teil eines arbeitsteiligen Apparates. Für Macht und Machtausübung, Strategie und Organisation sorgen andere. Für den solchermaßen eingegliederten Metapolitiker bedeutet das nicht nur Bindung und Vereinnahmung durch „das System“, sondern auch die Freiheit von allen Aufgaben, die mit denen eines Intellektuellen in Konflikt geraten können. Idealerweise ist solch ein eingegliederter Metapolitiker im wörtlichen Sinne ein Vor-Denker der praktische Politik.

Wie entsteht aus Ideen eine Bewegung?

In der Fundamentalopposition ist die Metapolitk jedoch zunächst auf sich gestellt. Diejenigen, deren einzige Handlungsfähigkeit im Reich der Ideen liegt, müssen wirkliche Handlungsfähigkeit durch Metapolitik überhaupt erst erzwingen. Siegreiche Ideen müssen neue Wege überhaupt erst denkbar machen. Doch das Denken ist hier nur der eine Teil. Der Andere, allzuoft übersehene, besteht in der Führung. Sie erst macht aus intellektuellen Diskurszirkeln eine politische Kraft, eine Bewegung.

Seit dem Zweiten Weltkrieg sind „rechts“ wie „links“ alle Ansätze gescheitert, den bestehenden Verhältnissen eine solche Kraft entgegenzusetzen. Die Dichter und Denker, die in der Zwischenkriegszeit eine der erstaunlichsten Blüten des abendländischen Geistes hervorgebracht hatten, waren ebenso machtlos wie zuvor. Jene Organisationen „wie von Stahl“ (so schon Ferdinand Lassalle), die zuvor unwiderstehliche Kräfte entfesselt hatten, liefen in den befriedeten Nachkriegsgesellschaften gegen die Wände einer Gummizelle. Die Einen wie die Anderen gliederten sich entweder dem machthabenden System ein, übernahmen dessen Leitbilder und Ziele, oder versanken in der Bedeutungslosigkeit. Nicht selten geschah beides.

Neue Führungsstile

Erst seit kurzem entstehen Führungsstile und Methoden, die über diesen toten Punkt hinausreichen. Richard Spencer ist einer der Pioniere auf diesem Gebiet. Der 1978 in Boston geborene Erfinder der Marke „AltRight“ machte zunächst schlechte Erfahrungen mit dem herkömmlichen Konservatismus. Dann gründete er 2010 die Netzseite AlternativeRight. Der Name war eine bewusste Abgrenzung von der Rechten der Ära Bush, den Marktfanatikern, Neokonservativen und Irakkriegspatrioten. Drei Jahre später legte er die Seite auf Eis, um sich RadixJournal, dem Netzmagazin des seit 2011 von ihm geleiteten National Policy Instituts zu widmen. Die heutige Blogspotseite Alternative-Right hat deshalb nichts mit Spencer zu tun.

Doch der Name „AltRight“ ist hängengeblieben. Heute bezeichnet er ein ganzes politisches Milieu. „AltRight, dass ist größer geworden als ich.“ Spencers Umgang mit dieser lapidar festgestellten Tatsache stößt zum Kern der heutigen Führungsaufgabe. Es geht nicht mehr nur um feste Organisationen mit Mitgliedslisten und eingetragenem Vereinsstatus. Das Internetzeitalter bedeutet auch eine große Aufwertung loser, informeller Zusammenschlüsse ohne Zentralstelle mit Befehlsgewalt. Die entscheidende Frage ist: Wie können diese hochaktiven Milieus die notwendige Festigkeit und Richtung erlangen?

Markenpolitik

Ihr Dreh- und Angelpunkt ist die gemeinsame „Marke“, die Selbstbezeichnung, die gemäß der Dialektik des Politischen auch eine Bestimmung des Anderen erlaubt. Spencers Autorität beruht darauf, dass er die Marke „AltRight“ nicht nur erschaffen hat, sondern ihre Bedeutung bis heute maßgeblich mitbestimmt – nicht kontrolliert, das wäre unmöglich. Er prägt sowohl das Selbstbild, als auch die Außenwahrnehmung der AltRight wie kein zweiter.

Neben seinem Talent für Öffentlichkeitsarbeit verdankt er diese Erfolge vor allem der Tatsache, dass er das National Policy Institut zur Adresse der AltRight gemacht hat. Spencer ist selbst im Netz verwurzelt, stellt aber auch gerade die Art von Institutionen zur Verfügung, die ein internetzentriertes Milieu von sich aus nicht hat. Die Jahreskonferenzen des Instituts sind das jährliche Szenetreffen. Nach außen hin sind das Institut und sein Direktor die Anlaufstelle Nummer Eins für Journalisten aus dem Mainstream, die endlich wissen wollen, was denn diese „AltRight“ ist, von der man in letzter Zeit so viel hört.

Wichtig werden ist gefährlich

Dass die AltRight das Trump-Jahr 2016 so gut nutzen konnte, ist nicht zuletzt Spencers Verdienst. Solange ein metapolitisches Milieu in der Bedeutungslosigkeit sein Dasein fristet, halten sich innere und äußere Konflikte noch in Grenzen. Man bewegt sich in der Szene und verträgt sich auch mit denjenigen, mit denen man erhebliche Differenzen hat. Es herrscht die Atmosphäre eines Debattierklubs. Das wird plötzlich anders, wenn dieses Milieu wichtiger wird. Jetzt muss man eine Linie herausarbeiten. Es dauert nicht lange und alle fallen übereinander her.

Die Radikaleren werfen den Moderateren vor die Sache zu verraten. Die Moderateren halten die Radikaleren für den Grund, weshalb man noch nicht allgemein akzeptiert wird. Für eine metapolitische Bewegung im Internetzeitalter sind das besonders gefährliche Zeiten. Sie hat keine Stelle, die autoritativ über die Mitgliedschaften entscheiden könnte. Auch die Selbstbezeichnung ist nicht markenrechtlich geschützt. Sie kann weder jemanden offiziell zum Mitglied ernennen, noch kann sie verhindern, dass dieser jemand sich öffentlich selbst zum Repräsentanten der Bewegung erklärt. Es beginnen die Schlammschlachten darum, wer dazugehört und wer nicht.

Keine Jubelperser

Wie stehen wir zu Trump, und wer sind eigentlich wir? Das waren die beiden Fragen, die die AltRight in diesem Jahr umtrieben. Vom intellektuellen Standpunkt aus waren viele Antworten genausogut und in einigen Fällen besser als die Spencers, aber er handhabte diese Fragen mit dem größten strategischen und taktischen Geschick.

Er setzte auf Trump, ohne je einen Zweifel daran zu lassen, dass zwischen der AltRight, wie er sie vertritt, und Trump erhebliche Differenzen liegen. Er beteiligte sich nicht an dem Trump-ist-einer-von-uns-Blödsinn, übernahm aber und spielte mit dessen Ikonographie – Trump als Gottimperator. Damit setzte er den Ton, um nach der Wahl sofort klar zu machen, dass die AltRight Trump zwar unterstützt und ihn vor allem von Anfang unterstützt hat, aber nicht seine hauptamtlichen Jubelperser stellt, sondern eigene Vorstellungen davon hat, wo genau sich das Overton-Window befinden sollte.

Probleme mit Trittbrettfahrern

Die Jubelperser Donald Trumps waren dann auch das zweite große Problem dieses Jahres. Als sie feststellten, dass die Marke „AltRight“ attraktiv wurde, kamen eine ganze Reihe von Leuten auf die Idee doch selbst unter diesem Namen zu operieren. Ihre Weltanschauung beschränkte sich oft genug auf die Sprüche Donald Trumps und den Hass auf adipöse Feministinnen. Ihre Aktivitäten bestanden oft genug im Verkauf von Selbsthilfebüchern oder der Gründung ihres eigenen Personenkultes – alles unter der Marke „Altright“ versteht sich.

Die Standardreaktion des harten Kerns bestand in Wutausbrüchen und Boykottaufrufen. Andere klammerten sich an die Hoffnung, dass diese „AltLighter“ doch irgendwie neue Leute überzeugen könnten. Diejenigen, die mitten in der Präsidentschaftswahl Kreuzzüge im eigenen Lager führen wollten (das Wort „crusade“ fiel tatsächlich), mahnte Spencer zur Ruhe. Er machte gleichzeitig unmissverständlich klar, dass er die Marke „AltRight“ verteidigen werde.

Nach Trumps Sieg setzte er dem Spuk mit einer gezielten Provokation ein Ende. Auf der Jahreskonferenz des National Policy Instituts beendete er eine nicht hundertprozentig ernst zu nehmende Rede mit den Worten: „Hail Trump, Hail our Poeple, Hail Victory!“ Zu diesem Zeitpunkt war ein Kamerateam des Atlantic vor Ort. Die Sache ging groß durch die Medien. Weil zwei oder drei übermütige Jugendliche auf Spencers Worte mit dem Hitlergruß reagierten, schlug das Ganze größere Wellen, als wohl geplant war.

Auch Spencer musste in dem Skandal Federn lassen. Medial unter Druck gesetzt, distanzierte sich sogar Trump und das passiert selten genug. Doch die Konsolidierung der eigenen Marke wurde erreicht. Viele Trittbrettfahrer konnten gar nicht schnell genug absteigen und ihr Herausstürzen aus der AltRight geriet bisweilen zur Slapsticknummer.

Schutzgeldeintreiber

Das Erkennungsmerkmal metapolitischer Führerschaft besteht in der Fähigkeit, Grenzen und Inhalt eines politischen Milieus zu setzen. Das erfordert jene seltene Mischung aus intellektuellen Fähigkeiten, Organisationstalent und taktischem Geschick. Spencer hat sich hier bisher als außerordentlich kompetent erwiesen. Man muss den Zensoren auf Twitter zugutehalten, dass ihre letzte große Kampagne den Richtigen getroffen hat. Inzwischen ist Spencer aber wieder auf Twitter.

Da Angriffe auf seine Person nichts mehr fruchten, sind einige ganz widerliche Gestalten inzwischen dazu übergegangen sein Mutter zu terrorisieren und sie durch Drohungen mit Protesten einer Menschenrechtsgruppe des Namens „Love Lives Here“ zum Verkauf ihrer Geschäftsimmobilie in Withefish, Montana zu zwingen. Die Initiatorin des Ganzen schreckt nicht einmal davor zurück sich als Maklerin anzubieten. Die Forderung: ein entsprechender Teil der Verkaufssumme soll als Spende an „Love Lives Here“ wandern. Diese Art von Schutzgelderpressung verbreitet sich unter linken Aktivistengruppen in den USA immer mehr. Sie richtet sich meist gegen eigentlich unbeteiligte, unpolitische Personen, die einiges springen lassen um die antirassistischen Demonstranten wieder los zu werden.

Kann ein weißer Separatist in den Kongress?

Spencer ist aber schon wieder im Angriffsmodus. Der Kongressabgeordnete Montanas, Ryan Zinke, soll bald zurücktreten. Falls das passieren, gedenkt Spencer zur Wahl anzutreten. Nicht um als Hinterbänkler seine Zeit totzuschlagen, sondern um des Symbols willen, um die Frage zu stellen: „Wenn ein schwarzer Separatist wie Keith Ellison Vorsitzender des Nationalkongresses der Demokraten sein kann, kann dann ein weißer Separatist für den Kongress antreten und gewinnen?“

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10 Kommentare zu “Metapolitiker des Jahres

  1. »Metapolitik« – ich halte Wort und Sache (sic) für unglücklich. Es ist doch das alte Problem, wie Intellektuelle gesellschaftlich Einfluss ausüben, d.h. die effektiven Machtauswirkungen, die von denjenigen ausgehen, die sich irgenwie theoretisch »mit abstrakten Prinzipien« befassen, weil sie darin den archimedischen Punkt erkannt zu haben glauben. Politik und Theorie gehen aber auch weiterhin getrennte Wege. Der sokratisch-platonische Wahn, dass einer richtigen Erkenntnis die richtige Handlung schon folgen wird, ist immer noch ein Wahn. Wer sich theoretisch mit der Realität auseinandersetzt, sollte schon nüchtern und »enttäuscht« sein, genauso wie der, der praktisch veranlagt ist, keine Zeit mit der Theorie verschwenden sollte. Die macht nämlich nur skeptisch und stört somit alle Handlung. Der Praktiker ist wesentlich blinder Willens- und Instinktmensch, der Theoretiker ein lebensferner Betrachter. Den Praktiker darin aufbessern zu wollen, dass man ihm ein wenig Weit- und Umsicht gibt, ist ein edles Unterfangen. Den Theoretiker der Nützlichkeit zuzuführen, indem man von ihm verlangt, sich an der »Wirklichkeit«, an den FAKTEN zu orientieren, kann wirklich nützlich sein. »Metapolitik« ist aber in diesem Zusammenhang nur ein Zauberwort, was wir hingegen brauchen ist Entzauberung und Sehendmachung. Der Politiker, der beides für sich erreicht hat, und noch dazu Erfolg hat, ist eine Gnadengabe und eine Hoffnung. Und es geht doch, wenn ich an den »konservativen Revolutionär« Oktavian-Augustus denken. Der aber war ein politisches Vollblut.

  2. Sehr guter Artikel zur Alt Right und Richard Spencer. Ich habe höchsten Respekt vor dem, was diese amerikanische Bewegung in den letzten zwei Jahren geleistet hat. Sie haben es geschafft, sich von einer unbekannten Internetbewegung zu einer landesweit bekannten rechten Opposition zu mausern. Eine echte, rechte Opposition, die eben auch Leute anzieht und nicht nur abschreckt. Ich denke das liegt unter anderem an der zuversichtlichen und humorvollen Art vieler Leute der Alt Right. Bei uns herrscht bei vielen Mitstreitern Untergangsstimmung, wenn es um die Zukunft unseres Volkes geht (sind möglicherweise auch die älteren Semester. Siehe PI News…).

    Wie im Artikel richtig geschrieben, konnte sich die Alt Right auch von faulen Eiern trennen, die den aufstrebenden Namen Alt Right genutzt hatten, um sich ins Rampenlicht zu stellen (insbesondere Milo Yiannopoulos und Paul Joseph Watson). Diesen Pseudo-Rechten hat Spencer mit seiner NPI Rede im November den Appetit gründlich verdorben. Gerade auch weil er über solche wichtigen Themen wie die Zukunft der weißen Amerikaner sprach. Er hatte diese rassische Komponente sehr stark betont (das Wort Rasse ist für uns etwas befremdlich, aber in Amerika durchaus gesellschaftsfähig). Die Alt Right ist mehr als nur eine Protestbewegung gegen Linke, Gutmenschen, Feministen, BlackLivesMatter und ein paar radikale Moslems. Sie ist eine Bewegung für die europäisch-stämmigen Amerikaner und die weiße bzw. europäische Kultur im Ganzen.

    Übrigens: Auch Spencer’s Auftritt bei der Texas A&M Universität vor ein paar Wochen war ausgezeichnet und er ließ sich weder von den vielen Schwarzen, noch den paar Linken und weichgespülten Konservativen beeindrucken. Er hatte dort ordentlich ausgeteilt und ist keinen Millimeter zurückgewichen. Sollte man sich unbedingt im Internet anschauen.

    Wie gesagt: Hut ab. Leute wie Spencer könnten wir dringendst gebrauchen.

  3. Jürgen Graf

    Ein vortrefflicher Kommentar von J. K. Poensgen, der unlängst mit seinem ersten Beitrag auf sezession.de sehr positiv auffiel; derart deutliche Töne vernahm man bisher bei der Blauen Narzisse selten. Es ist sehr wichtig, dass sich die Rechte von der leidigen Gewohnheit des Distanzierens von Menschen, die etwas radikaler gesinnt sind als man selbst, löst. Distanzieren sollten wir uns nur von offensichtlichen Provokateuren sowie von allen, die Gewalt anwenden oder dazu aufrufen.

    Die Alt Right in den USA hat gegenüber der patriotischen Rechten in Deutschland und anderen europäischen Ländern den Vorteil, dass das First Amendment die Meinungsfreiheit konsequent schützt. Die in Europa überall wuchernden Maulkorbparagraphen, die vielerorts die freie Forschung zur Zeitgeschichte (oder auch zum Thema der genetisch bedingten Rassenunterschiede) de facto verhindern, kennt Amerika nicht. Deshalb sollte die Forderung nach Wiederherstellung der Meinungs- und Forschungsfreiheit eine zentrale Forderung unsererseits darstellen. Bisher wurde sie leider nur sehr selten erhoben, offenbar weil die meisten Rechten befürchten, allein schon aufgrund dieser Forderung als »Neonazis« oder »Rassisten« beschimpft zu werden. Dies sollte man gelassen hinnehmen. Das Schnäuzchenanmalen ist ja das einzige, was die Gegenseite noch kann.

  4. Bringen Sie mehr über die AltRight., denn hier ist etwas entstanden, das eine große Zukunft haben wird. Dort erscheinen immer mehr tiefschürfende Theorie-Artikel und -Bücher mit Tiefgang.

    Wer auch nur ein wenig Englisch beherrscht, sollte dort besonders das lesen, was uns hier nicht möglich ist auszusprechen.

    Ich empfehle für den Einstieg The Occidental Observer, Counter Currents Publishing, VDare, Amren, NPI, Taki´s und Ramz Paul, um sich selbst ein Bild darüber zu machen. Wer sich für die »AltRight Light« interessiert, sollte vor allem Vox Day ansehen (Vox Populi, Infogalactic, Castalia House, Gamergate). Es gibt viel zu entdecken.

    Dem Autoren, Herrn Poensgen, gilt mein Dank. Dafür übrigens auch ein kleines, symbolisches Autorenhonorar per Paypal.

  5. Felix Menzel

    Danke für die Spende. Alle unsere Autoren erhalten übrigens pro Artikel eine Aufwandsentschädigung. D.h. das Geld kommt auch bei den Autoren an.

  6. Antillectual

    »Drei Jahre später legte er die Seite auf Eis, um sich RadixJournal, dem Netzmagazin des seit 2011 von ihm geleiteten National Policy Instituts zu widmen. Die heutige Blogspotseite Alternative-Right hat deshalb nichts mit Spencer zu tun.«

    Das stimmt in doppelter Hinsicht nicht. »Alternative Right« wurde niemals eingestellt und es besteht eine direkte personelle Kontinuität von den Anfängen bis heute: http://de.metapedia.org/wiki/Alternative_Right

    »Viele Trittbrettfahrer konnten gar nicht schnell genug absteigen und ihr Herausstürzen aus der AltRight geriet bisweilen zur Slapsticknummer.«

    Das ist so einseitig wie unzutreffend. Salutegate ist ein Fiasko gewesen, das die offene Abspaltung der Alt-Lite (Paul Joseph Watson, Mike Cernovich) und die Distanzierung vieler weiterer (z.B. Ramz Paul) bewirkt hat und selbst die engsten Verbündeten wie VDARE stark verstimmt hat. Deren Reichweite auf Twitter und Youtube und damit Einfluß auf die US-Wahl übersteigt die von Spencer um ein Vielfaches. Hailgate hat Spencers politische Unerfahrenheit gezeigt. Nazi-LARPen geht NIEMALS gut, das ist die allererste politische Regel für die Rechte überhaupt.

    Spencer ist mit seinem Auftritt an der Texas A&M University ein feines Comeback gelungen, aber das Familiengeschirr, das auf der NPI-Konfrerenz kaputtgegangen ist, wird man wohl nie wieder kitten können. – zumindest nicht solange Andrew Anglin und die 1488er nicht in ihre Schranken gewiesen und aus der AltRight geworfen werden. Die 14 hat eine Zukunft als Idee, aber nur ohne den Ballast der 88.

  7. Soweit ich das mitbekommen habe, gab es zwischen Spencer und einigen sehr moderaten »Rechten« mehrere inhaltliche Auseinandersetzungen bzw. Meinungsverschiedenheiten. Deshalb hat Spencer sich von Radix als Internetseite getrennt. Offiziell wurde ebenso verbreitet, daß Spencer überlastet sei und sich mit anderen, für ihn wichtigeren Projekten, beschäftigen wolle.

    Auch hier war eine Frage, wie weit die AR sich vom NS distanzieren soll. Offensichtlich war besonders die Art und natürlich auch der Inhalt der Anti-NS-Polemik für Spencer zu weitgehend. Nach meiner Erinnerung wurde da z.B. auch von »brauner Scheiße am Schuh« der AR geschrieben.

    Schon Michael Colhaze hat mit seinem Buch »This wow! I Say« einige Kritik einstecken müssen, weil er dort breit dargestellt hat »Why Hitler won´t work«. ›Das ging vielen zu weit, jenen vor allem, die das Thema erst gar nicht öffentlich diskutieren wollten.

    Dennoch halte ich das »Salutegate« nicht für besonders relevant, auch wenn sogar Greg Johnson hier regelrecht hysterisch reagiert hat. Die Karawane ist längst weiter gezogen und außerdem wird der politische Gegner sowieso immer alles in einen Topf werfen, um die AR zu diffamieren.

    Die AR lebt und wächst. Es ist eine breite Bewegung, die bestimmt keine NS-Variante ist. Besonders Greg Johnson hat hierzu bei Counter Currents Publishing die Unterschiede klar herausgearbeitet, wie z.B. die Ablehnung eines alleinherrschenden Führers, die Beibehaltung eines Parlamentes, die Ablehnung einer Einparteienherrschaft und die Anerkennung des Existenzrechtes der Nichtweißen, einschließlich der Juden – er will keinen Terror und keinen Genozid. Interessant sind übrigens auch seine Stellungnahmen zu den »Revisionisten«, mit denen die AR mit wohl erwogenen Argumenten für den politischen Kampf kaum etwas anfangen kann.

    Die überwiegend im Internet aktive AR hat nach den neuesten Zugriffzahlen durch »Salutegate« eher noch mehr Interesse gefunden (z.B. AmRen, Counter Currents oder VDare).

    Als Beobachter in Europa kann man gespannt sein, wie weit der Höhenflug der AR noch geht und ob es gelingt, jenseits des PCs mehr als wenige hundert Leute zu mobiliseren und zu aktivem Handeln zu bringen.

  8. gelegenheitsleser

    @antiintellectual

    Diese Seite hat durch die Einführung der Kommentarfunktion und Beiträgen wie den ihren deutlich an Attraktivität gewonnen.

  9. Elementarsatz

    Ich möchte an dieser Stelle Herrn Poensgen vor allem für die gelungene Erwiderung auf Sellner in der aktuellen Sezession danken. Der fünfte Punkt darin ist von besonderer Bedeutung. Es hat sich in der Tat ein Wust an Daten angesammelt, den man nicht mehr ignorieren kann. Ich kann jedem nur den NPI-Vortrag von Kevin MacDonald [1] (und das Gespräch mit Spencer [2]) empfehlen; er geht darin darauf ein, daß – wie auch Vonderach in »Völkerpsychologie« anschneidet – die Europäer die einzigen individualistischen Kulturen hervorbrachten. Überall sonst herrscht Kollektivismus und Nepotismus. Das sollte man neben den IQ-Unterschieden unbedingt bedenken, was in der HBD-Szene (»Human Biological Diversity«) jedoch nur selten geschieht. Man ist hier sehr auf Intelligenz fixiert.

    In dieser Hinsicht bin ich nicht ganz im Klaren darüber, wo Greg Johnson steht, wenn, wie im oberen Kommentar vermerkt, er für das Existenzrecht der Juden ist. Damit ist wohl eher ein eigener Staat gemeint. Zumindest in diesem [3] Interview-Ausschnitt führt er aus, daß es ein Fehler ist, Juden die Staatsbürgerschaft zu geben, da diese ebenfalls gruppenorientert sind.

    Vox Day ist übrigens knallharter Nationalist, und lehnt die Aufnahme von Nicht-Europäern strikt ab (»help them there or don’t help them at all«). In seinem mit John Red Eagle geschriebenen Buch »Cuckservative« geht er z. B. auf die »Magic Dirt Theory« ein (die zerpflückt wird), darauf, daß Einwanderung und Krieg immer schon eng zusammenhingen (van Creveld schrieb den Essay »War and Migration« dazu [in: There Will Be War Volume X]); auch daß Rasse existiert und die Daten hier eine klare Sprache sprechen wird in einem eigenen Kapitel behandelt.

    Das widerspricht ganz klar den Ansichten eines Cucks wie Cernovich, oder eines Performance Artists wie Milo, der, wie Spencer schreibt, die »low hanging fruit« des SJWtums aufs Korn nimmt, aber über Identität und Rasse nicht spricht (er lehnt diese ab, siehe das Molyneux-Interview mit Milo).

    Das kann ein MacDonald jedoch ohnehin besser, wie die beiden YouTube-Videos zeigen.

    [1]: https://www.youtube.com/watch?v=7ZLD31C3cdE
    [2]: https://www.youtube.com/watch?v=1FthBbk8VJw
    [3]: https://www.youtube.com/watch?v=IKy3fCvMz-8

  10. Elementarsatz

    Wie in meinem oben verlinkten Greg-Johnson-Interview-Ausschnit zu vernehmen ist, sieht auch Johnson, daß die Moslems für die Juden eine weitaus geringere Gefahr darstellen als weiße Europäer, denn Israel existiert ja sogar in einem »sea of muslims«. Hierauf geht auch MacDonald ein, der darauf hinweist, daß es sich bei den Moslems, anders als bei den Europäern, nicht um eine Hoch-IQ-Population handelt, daß also von diesen keine große Gefahr ausgeht, sie leicht lenkbar sind.

    Solche tiefschürfenden, politisch unkorrekten Einsichten kann jemand wie Cernovich, der mit einer Nicht-Weißen verheiratet ist, nicht bringen. Er ist eben, wie Paul Joseph Watson, ein klassischer Liberaler.

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