Anstoß

Was passiert, wenn sich ein Schüler als rechts outet

Bekennt man sich heute beispielsweise zur AfD, erntet man vom Großteil seiner Mitbürger oft Spott und Häme. An Schulen sieht das nicht anders aus.

Man kann sich noch so gut in seinem Thema auskennen, die soziale Ächtung bringt einen oft an einen Punkt, an dem man sich fragt, ob „die Anderen“ wirklich die Realitätsverweigerer sind, oder man selbst doch in einer scheinbar fiktiven Welt lebt. Diese kognitive Dissonanz treibt einen oft zur Weißglut. Ich erlebe das selbst ständig.

Haftanstalt, in der liberale Demokraten freiwillig leben

Ja, ich frage mich, ob es überhaupt einen Sinn hat, diese Zeilen abzutippen. Würden meine Klassenkameraden das hier lesen, würden sie wohl lachen. Jedem Rechten dürfte mittlerweile klar sein, dass wir Dissidenten sind, die meistens nicht im Ansatz von unseren Diskussionsgegnern verstanden werden. Martin Sellner spricht in seinem Buch Identitär! passend von einer „Haftanstalt“, in der alle „Einwohner westlich-liberaler Demokratien“ die Insassen sind und „abgeschottet von alternativen Meinungen“ aus Angst vor sozialer Ächtung gar nicht erst versuchen auszubrechen. Uns ist dieser Ausbruch gelungen und unsere Aufgabe ist es, denen, die noch eingesperrt sind, bei ihrer Befreiung zu helfen.

Das versuche ich in meinem Alltag auch. Also beschloss ich kurzerhand, mit offenen Karten zu spielen. Vielleicht die einzige, aber nicht die beste Idee. Dass mein Whatsapp-Profilbild, bestückt mit der Deutschland-Flagge, schon bei einigen Mitschülern als Anlass galt, mich einen „Nazi“ zu nennen, überraschte mich dennoch. Noch mehr hätte mich überrascht, wäre mir irgendein Argument genannt worden, das dieses Verhalten legitimiert.

Alle Flüchtlinge benehmen sich ordentlich … wirklich?

Am meisten beeindrucken mich allerdings die „Diskussionen“, die ich regelmäßig mit einem besonders interessanten Klassenkameraden zu führen versuche: Als er tatsächlich die Theorie aufstellte, die AfD sei „nationalsozialistisch“, wollte ich der Sache selbstverständlich auf den Grund gehen und fragte ihn, woran er das denn festmache. Seine Reaktion bestand im Wesentlichen darin, mir zu erzählen, „dass man das ja hört, wenn die reden“, nach „AfD nationalsozialistisch“ zu googlen und vorbeigehende Schüler zu fragen, ob die AfD eine „Nazi-Partei“ sei. Während ich sachlich versuchte, ihm klarzumachen, wie infantil seine Art, eine Diskussion zu führen, und wie falsch die Aussagen, die er trifft, sind, brach er unsere Kontroverse ab und warf mir vor, „mich nur rausreden zu wollen“.

Anderes Beispiel: Als ich ihm und ein paar anderen Mitschülern meine fundierten Standpunkte erläutern wollte, traf er doch tatsächlich folgende Aussage: „Die Flüchtlinge benehmen sich doch alle, die machen doch nichts falsch.“ Anschließend googelte er, „wann begann ein Flüchtling zuletzt eine Straftat“. Spätestens jetzt war mir klar, er muss sich selbst aus der Haftanstalt befreien.

Benachteiligungen aufgrund politischer Einstellung

Mir ist bewusst, dass es mir, im Gegensatz zu anderen Patrioten, gut geht. Ich bin (noch) nicht isoliert, und auch Freundschaften habe ich aufgrund meiner Ansichten (noch) nicht verloren. Ich höre aber ständig von Leuten, bei denen das anders ist. Zum Beispiel berichtete vor ein paar Monaten ein IB-Aktivist auf dem YouTube-Kanal „Unblogd“, wie er von Mitschülern diffamiert und von Lehrern benachteiligt wird – wegen seiner politischen Einstellung.

So wie ich es bisher erlebt habe, kann ich eine These aufstellen: Anscheinend genehmigt sich jeder politisch noch so Unwissende, dich für deine Ansicht zu diffamieren, auch dann, wenn er selbst nicht einmal über einen fundierten Standpunkt verfügt. Diesen Leuten kannst du stundenlang Argumente und Fakten vortragen, sie werden es nicht verstehen. Solange dies der Fall ist, werden wir uns immer wieder die Frage stellen: Spinne ich oder die?

Der Autor dieses Beitrags ist 15 Jahre alt.

Bild: Pixabay

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9 Kommentare zu “Was passiert, wenn sich ein Schüler als rechts outet

  1. Carlos Wefers Verástegui

    Meine Glückwünsche für diesen Beitrag. Leider kann ich dem Autor nur sagen, dass ihm noch so einiges bevorsteht, dass das aber auch seine guten Seiten hat. Von der Mainstream-Meinungsumwelt nicht gerade verhätschelt zu werden ist der Entwicklung förderlich, auch wenn das einen hohen Preis hat. Er soll sich nicht beirren lassen, seine eigenen Wege gehen, auch wenn das einmal in Sackgassen enden sollte, und daran denken: ein selbst gemachter Fehler ist immer noch fremdbezogener und unverstandener Korrektheit vorzuziehen. Er ist in der glücklichen Situation, auszuprobieren und prüfen zu können in einer Welt, die angepasstes Papageientum mit dem Etikett „kritischer selbstbewusster Bürger“ versieht, die also Leute hervorbringt, die sich niemals irren. Solche sind aber schon von vornherein fix und fertig, es ist nichts anzufangen mit ihnen.

  2. Erzreaktionär

    Das Beruhigende – oder Beängstigende, abhängig vom Ausmaß des eigenen Zynismus – ist ja, daß Schwachköpfe wie der Mitschüler des Autors ihr Fähnlein immer nach dem Wind richten. Diesen Typus gibt es millionenfach, in jeder Altersgruppe, in jeder Bildungsschicht. Er sitzt in Büros, Redaktionen, Klassenzimmern und Hörsälen, er verkauft Dir Brötchen oder schneidet Deine Haare. Es dürfte ein schauerliches Schauspiel geben, sollte sich der Wind wirklich einmal drehen…

    Ich habe damals in der Schule sehr früh gelernt, was das ganze Geschwätz unserer Pädagogen von der „Erziehung zum kritischen Denken“ und zum „Hinterfragen von Autoritäten“ wert ist. Wehe dem, der die falschen Fragen stellt…

  3. Jürgen Graf

    Wunderbarer Kommentar eines Fünfzehnjährigen, dem ich für seine Klarsicht gratuliere. Ich war mit fünfzehn noch nicht so kritisch gegenüber der Gesellschaft. Damals waren die Verhältnisse allerdings grundlegend anders.

    Da der Wind bald umschlagen könnte, wird der Autor vermutlich schon in naher Zukunft immer mehr Gesinnungsgefährten finden. Es gibt einen schönen Ausspruch von Abraham Lincoln: „Man kann alle Menschen eine Zeitlang betrügen. Man kann manche Menschen immer betrügen, aber man kann nicht immer alle Menschen betrügen.“ Auch das Regime in Berlin dürfte dies inzwischen bereits gemerkt haben.

  4. Karl Eduard

    Der Artkelautor sollte sich eines bewußt machen, seine Mitschüler sind zu etwas erzogen worden, das feste Meinungen und Urteile hinterlassen hat und dagegen anzudiskutieren, hat überhaupt keinen Zweck, wenn er nicht diskussionssicher ist.

  5. Tja, also ich habe mich als Berufsschüler offen als Christ, als AfD-Wähler und als überzeugter Monarchist bekannt und außer einer linken Ausbilderin hat das keinen wirklich gestört. Die Ausbilderin hat zwar etwas genörgelt, aber ich habe ihr einfach ein angemessenes Echo zukommen lassen 🙂
    Meine Kumpels Julius und Murat fanden beides jedenfalls völlig in Ordnung. Und mit der Jacqueline habe ich sogar offen die Hymne ihrer Heimat gesungen: https://www.youtube.com/watch?v=y3WIRgUbfyY
    Allerdings in anderer Tonart als in dem Video 🙂
    Auf jeden Fall sollte man offen zu dem stehen was man glaubt; und das dann auch erklären und verteidigen! Ich habe auch immer offen gesagt, was ich von der Asylpolitik halte. Ärger gab es deswegen keinen und auch keine Nachteile in den Noten. Allerdings muss ich sagen, dass einige meiner Mitschüler ganz genau meiner Meinung waren, dies aber nicht so offen zugaben; aus Angst vor Nachteilen.
    Aber ich sage mir immer; was soll’s? Ich stehe dazu und wenn mir deswegen jemand Ärger machen will, dann kämpfe ich!

  6. P.S.:
    „Uns ist dieser Ausbruch gelungen und unsere Aufgabe ist es, denen, die noch eingesperrt sind, bei ihrer Befreiung zu helfen.“
    Ganz genau! Und auch wenn wir dabei etwas einstecken müssen, dürfen wir nicht aufgeben!
    Denn es geht hier um nicht weniger als das Überleben unseres Landes und Volkes!

  7. Guter Artikel gerade den Einstiegsabsatz kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Ich bin 17 und seid ich mir mit etwa 13/14 angefangen habe Gedanken über Gott und die Welt zu machen bin ich eigentlich konstant rechter und gläubiger geworden. Die Linkem sind Schwächlinge. Ich habe keine Angst vor ihnen. Nur ihre Masse macht sie stark.

  8. *mir Gedanken über die Welt zu machen

  9. Wie kann man den Gehirn-Gewaschenen das vorübel nehmen, wenn sie alles glauben, was ihnen die Lehrer, Ausbilder, Poolitiker und deren Medien- Papageien täglich einreden ? Die meisten Familien sind oder werden Systematisch von den Besatzer- Vasallen zerstört. Erziehung und Bildung findet fast gar nicht mehr statt, oder wird verhindert, denn gut Erzogene, Gebildete, Unvoreingenommene, Denkfähige sind den Besatzer-System- Schergen ein Greuel. Darum setzen sie erst einmal alles daran, die Familien, den Keim der Gesellschaft zu zerstören. Beispiel, Ehe für ALLE, Frühsexualisierung, Zwangsimpfen, usw. ! Den Besatzer- Vasallen ist jedes Mittel recht, wenn es nur dem vorgegebenen Zweck dient und ihnen Pfründe und Posten sichert !

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