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Gärtners alarmierende Neuigkeiten

Hubertus Gärtner ist ein Journalist, der zukünftigen Journalisten gern investigativen Journalismus erklärt. Auf die Frage, ob er sich selbst als investigativen Journalisten sehe, gestand er:

Zu einem Drittel bin ich das [=investigativer Journalist, Anm. CR] vielleicht. Ein Drittel der Arbeitszeit beinhaltet ganz normale Recherche. Ein weiteres Drittel sind Terminjournalismus und Routinearbeiten.

Später heißt es dann:

Investigative Recherche ist für mich etwas, das gegen Widerstände und meist länger recherchiert wird.

(…)

Manchmal sind die Grenzen aber auch fließend.

Ob es sich nun bei Gärtners Meinungskundeunterricht jüngster Berichterstattung (Google-Cache) um investigativen Journalismus, Terminjournalismus oder um simple Routinearbeit aus der Trickkiste eines ganz gewöhnlichen Sprechblasenautomaten handelt, muss noch geklärt werden. Wie er selbst schon mal sagte »Die Grenzen sind fließend.«

Der Online-Artikel ist vom normalen Netzbetrieb der Neuen Westfälischen Zeitung mittlerweile verschwunden. Was aber nicht verschwindet, ist die üble Verleumdung unseres Chefredakteurs Felix Menzel als angeblich »bekennenden Rechtsextremen« in der erschienenen Druckausgabe.

Gärtners Recherche war aber sogar so fad, dass ihm beim Lesen der Überschriften offenbar nicht aufgegangen war, dass »der Partypupser vom Holocaust-Mahnmal« eine Selbstbeschreibung Henryk M. Broders war und keineswegs der Tastatur unseres Autors Johannes Schüller entsprang.

Ich war quasi der Partypupser vom Holocaust-Mahnmal“, stellt Broder zu seinem Auftritt als wandelnde Stele gegenüber der Augsburger Allgemeinen fest.

, hieß es dazu nämlich im bei BN veröffentlichten Text.

Alarm! Alarm! Die sogenannte Recherche riecht streng nach hermeneutischer Zirkularität. Der größte Widerstand, den Gärtner für die Recherche zu brechen hatte, war offenbar die Wahrheitstreue selbst. Poah, das hat ihn was gekostet! Aber wenns für die gute Sache wichtig war…

Warum nun auch noch Claudia Roth (Bündnis 90/Grüne) beleidigt ist, wissen wir auch nicht genau. Es könnte aber mit dieser ominösen Kunstfigur »Claudia R.« aus Menzels Vortrag zu tun haben – ein fürchterlicher Homunculus, das Abziehbild einer dekadenten und perversen Untergangsgesellschaft –, die Felix Menzel den Zuhörern zeitweilig und prophetengleich in den Mittelpunkt des Interesses rückte.

Die ganze Veranstaltung in der Burschenschaft Normannia-Nibelungen sei »ein Forum zur Verbreitung von menschenverachtenden Ansichten« und habe das Ziel gehabt, »rechtsextremistische Weltbilder salonfähig zu machen«, sagte Roths Sprecher. Der Vorfall sei »alarmierend«. »Er bestärkt Claudia Roth und uns Grüne in unserem entschiedenen Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit«. Personen wie Menzel dürfe »keine Bühne für die Verbreitung ihrer rechtsextremistischen Positionen geboten werden.«

, käut Gärtner nun die gestanzten Phrasen der Melonenpartei (außen grün, innen rot mit braunen Kernen) nach.

Damit bestärkt er uns nur in der Auffassung, dass  eine rechte Zeitung notwendig ist, denn die vorhandenen wollen die Realität offenbar gar nicht mehr erfassen, sondern alarmieren, beschützen und vor allem »gut sein«.

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JF

Endstation Rechts

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2 Kommentare zu “Gärtners alarmierende Neuigkeiten

  1. Über Weihnachten treffen sich bundesweit die türkischen Faschisten der »Grauen Wölfe«. Mal schaun, ob ein Herr Hubertus Gärtner Investigativ darüber berichtet. Ob Frl. Roth auch hier mutig »gegen-rechts« Ihr Gesicht zeigt?

    http://www.fnp.de/fnp/nachrichten/politik/graue-woelfe-treffen-sich-zu-weihnachten-in-deutschen-staedten_rmn01.c.8493391.de.html

    «Graue Wölfe» treffen sich zu Weihnachten in deutschen Städten

    Berlin. Die als verfassungsfeindlich eingestuften «Grauen Wölfe» wollen über die Weihnachtsfeiertage Propagandaveranstaltungen in mehreren deutschen Städten abhalten. Die «Türkische Föderation», die als deutscher Ableger der türkischen nationalistischen Partei MHP und somit als Heimat der «Grauen Wölfe» gilt, plant, in Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen sogenannte «Folklorefeste» in München, Frankfurt, Essen, Sindelfingen und Fürth zu organisieren.

    «Es werden Sänger und Tanzgruppen auftreten, und es werden Bücher, CDs und türkische Fahnen verteilt werden», sagte Mustafa Saygaz von der «Türkischen Föderation».

    Für Aufsehen sorgt vor allem die Veranstaltung im bayerischen Fürth am 25. Dezember, zu der 1000 Besucher erwartet werden. Nach Ansicht von Experten für Rechtsextremismus hätte das Treffen verhindert werden können. Die Stadt hätte als Eigentümer der Halle die Unterschrift unter den Mietvertrag verweigern können, hieß es. dapd (dapd) Thorsten Tragelehn(Kommentieren)

  2. Super Blogpost.Ich habe ein paar schöne Denkanstoesse gekriegt. Freue mich schon auf weitere Posts.

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