Anstoß

Männer machen Geschichte

Der fade moderne Typus des Politikers ist am Ende. Besondere Charaktere und herausragende Führungspersönlichkeiten machen sich ans Ankurbeln einer neuen Epoche.

Mit dem angeblich totalen Sieg des Liberalismus in aller Welt wurde das „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyama)  prognostiziert. Damit einher ging auch der Niedergang der politischen Persönlichkeit in ihrer klassischen Form. An die Stelle des charismatischen Führers, des klugen Staatsmannes oder gar des kämpfenden Philosophen trat der farb- und charakterfreie Apparatschik der westlichen Einheits-„Demokratie“. Mit diesem scheint es jedoch wieder vorbei zu sein. Den allerorts aufstrebenden unbeugsamen Charakterköpfen hat das Establishment meist nichts entgegen zu setzen. Die Geschichte ist wieder zurück und sie wird „gemacht“ von starken Persönlichkeiten.

Klassische Geschichtsauffassungen bestätigen sich

Das geflügelte Wort „Männer machen die Geschichte“ stammt vom Historiker Heinrich von Treitschke (1834-1896). In unserer Zeit wurde es oft von Linken kritisiert, besonders von marxistisch beeinflussten Historikern. Angeblich würden dadurch sowohl die Frauen, als auch die sogenannten „einfachen Leute“ zu wenig berücksichtigt. Das bloße Aufzählen von wichtigen Schlachten und großen Männern würde die Geschichte angeblich verflachen und könne keine wahren Antworten liefern oder nicht zu einem tieferen Verständnis des Geschehenen führen. Mit der Etablierung dieser Einstellung an den Universitäten ging oft auch das Aufblühen neuer Zweige bzw. Methoden, wie etwa der „Alltagsgeschichte“ oder der „oral history“ einher.

Die großen Persönlichkeiten zurückzustufen ist einerseits ein Bedürfnis des Egalitarismus, weil das Herausragende und Geniale der natürliche Feind der unterdurchschnittlichen „Gleichheit“ ist, die heute ein „Ideal“ sein soll. Andererseits folgt die Abneigung gegen Größe aus dem marxistischen Geschichtsmaterialismus, nach dem das Weltgeschehen mechanisch ablaufen soll. Treitschke jedoch hat die wahre Natur der Historie wohl erkannt: „Wäre die Geschichte eine exakte Wissenschaft, so müssten wir im Stande sein die Zukunft der Staaten zu enthüllen. Das können wir aber nicht, denn überall stößt die Geschichtswissenschaft auf das Rätsel der Persönlichkeit. Personen, Männer sind es, welche die Geschichte machen.“

Das Volk braucht seine Tribune

Der Spruch „Vox populorum est vox dei“ prangt in güldenen Lettern im großen Prunksaal des Minnesota State Capitol und drückt damit den aufklärerischen Geist der Gründer der USA aus. Doch das Volk hat gar keine Stimme, die man als „Stimme Gottes“ begreifen könnte. Vielmehr muss die Führung dem Volk eine Stimme geben. Es sind die großen Persönlichkeiten der Geschichte, die sich als Sprachrohr und Exekutor eines göttlichen Willens begreifen können. Nicht umsonst sprach man in der Antike bei einem besonders erfolgreichen Mann von einem „Liebling der Götter“. Aus der Einheit von Volk und Führung, nach Carl Schmitt die eigentliche Definition von „Demokratie“, erwächst die wahre Macht einer Nation. Für Gustave Le Bon liegt in dieser Kombination das gewaltigste explosive Potential einer „Masse“, die letztlich die großen Umbrüche des Weltgeschehens verursacht und damit Epoche macht.

Wir leben in einem entarteten Gemeinwesen, in dem eine von der Allgemeinheit völlig abgesonderte politische Klasse nur alleine im Interesse einer kleinen internationalistischen Camarilla handelt und dabei alle vitalen Interessen des Volkes nicht nur vernachlässigt, sondern sogar bewusst und mit voller Absicht schädigt. Es handelt sich um ein System der Alleinherrschaft einer Kaste aus Minderwertigen und nicht um eine Organisationsform des Volksganzen. Politische Kräfte, die es trotz aller Schranken und der zermürbenden Wirkung des Systems schaffen dauerhaft Erfolg zu haben, werden von den Vertretern der überkommenen politischen Klasse sehr richtig als „Populisten“ bezeichnet, also als Stimme des Volkes. Gegen diese „Populisten“ gibt es jedoch mittlerweile kein wirksames Mittel mehr, sie werden deshalb also weiter aufsteigen.

Die Rechte hat die Köpfe

Die wahre Rechte ist es, die seit Langem die wirklichen Charakterköpfe in ihren Reihen hat. Dies liegt schon alleine darin begründet, dass das öffentliche Auftreten im Namen dieser Ideen mitunter einen schweren Lebensweg mit sich bringt, den zu beschreiten sich nur gefestigte und starke Menschen getrauen. Der rechte Aktivist entscheidet sich aus Idealismus für ein ungewisses Leben des Kampfes, während seine Gegner es gewohnt sind von allen Seiten nur Zustimmung und Unterstützung zu erfahren. Nun, da das Blatt sich zu wenden beginnt, mangelt es der Gegenseite an äquivalenten Persönlichkeiten.

Rechte Bewegungen, seien es Parteien oder zivilgesellschaftliche Initiativen, sind in hohem Ausmaß von ihren Führern abhängig. Viele Köpfe wären bei einem Ausfall faktisch unersetzlich. Doch dieser Umstand ist es eben auch, der für einen großen Teil der jüngsten Erfolge verantwortlich ist. Die Menschen wählen eben eine bestimmte Person, der sie vertrauen und mit der sie sich identifizieren können. Die Allgemeinheit hat die ewig gleichen, faden Dutzendgesichter einfach satt. Die Apparatschiks der Altparteien sind völlig austauschbar und somit belanglos. Das beste Beispiel für den Sieg der Persönlichkeit ist gewiss Amerikas Donald Trump, der selbst gegen den Widerstand der Eliten seiner Partei und faktisch der gesamten medialen Öffentlichkeit den Einzug ins Weiße Haus geschafft hat.

Vieles deutet darauf hin, dass Trump nicht der letzte Mann dieser neuen Epoche ist, der Geschichte machen wird. Frauen, wie z.B. Marine Le Pen, sind von diesem Phänomen freilich nicht ausgeschlossen.

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Jahrgang 1986, aus Wien, studiert Philosophie (MA) und ist regelmäßiger Autor bei der Blauen Narzisse, Zur Zeit und Der Eckart. Maßgeblich war er beteiligt an PEGIDA in Österreich. Zudem ist er Gründer und Obmann von "OKZIDENT - Verein zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit".

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